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| Getrunken wird nach wie vor sehr viel, aber dafür weniger Surrogat. Foto: newsru.com | |
Montag, 28.01.2008
Immer weniger Russen sterben an schlechtem Alkohol
Moskau. Die Zahl der tödlichen Vergiftungen durch gepanschten Alkohol sinkt rasant. Laut der Nationalen Alkoholassoziation (NAA) starben in den letzten zwei Jahren halb so viele Menschen daran wie noch 2005.
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Obwohl die Russen immer noch „Weltmeister im Wodka-Trinken“ sind (wir berichteten), nehmen sie immer weniger Industriealkohol oder alkoholhaltige Reinigungsmittel, Kosmetika etc. zu sich.
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In elf Monaten des Jahres 2007 starben 19.000 Menschen an den Folgen solchen „falschen“ Alkoholkonsums. 2006 waren es 28.000 gewesen, 2005 sogar 40.000. Die Tendenz zeigt also klar in Richtung Besserung der Lage.
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Die NAA ist der Meinung, die Entwicklung führe zur weiteren Einschränkung illegaler Produktion. Die Leute „gewöhnen sich daran, wenn auch billige, so aber doch legale Ware zu trinken“, schreibt die Zeitung „Wremja nowostej“ mit Berufung auf die Assoziation.
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Industriealkohol muss schlecht schmecken
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Eine Wende zum Positiven brachte einerseits die Verteuerung von technischem Alkohol durch die Einführung einer hohen Steuer. Andererseits ist es nun Pflicht, dem Industriealkohol Komponenten zuzuführen, die ihn ungenießbar machen.
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Einfach ausgedrückt: Er ist gesetzlich verpflichtet, schlecht zu riechen und zu schmecken. Die Folge: Die Menschen kaufen zwar billigen, aber normal gebrannten und deshalb ungefährlichen Wodka.
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Die Mittelschicht trinkt sich an die Spitze
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Ein interessantes Detail: Die Klientel des hochprozentigen Wässerchens ändert sich in den letzten Jahren. Immer mehr gut verdienende Städter gehören zu den ständigen Wodka-Käufern. Das sind vor allem Manager der mittleren Ebene, die auf diese Weise gegen ihren Arbeitsstress ankämpfen.
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Weniger Wodka, mehr Bier
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Laut Amtsarzt Gennadi Onischtschenko gibt es in Russland 2,5 Millionen Alkoholkranke; der statistische Durchschnittsrusse trinkt im Jahr 15 Liter reinen Alkohol. Dabei verschieben sich die Akzente: Der Wodkakonsum nimmt ab, dafür steigt die Nachfrage nach Bier.
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Dies liegt zum einen an dem immer noch nicht vernünftig funktionierenden System der Etikettierung und Kontrolle, was den Kunden bei der Getränkewahl erheblich verunsichert. Zum anderen ändern sich die Geschmäcker, sicher nicht zuletzt durch die sehr offensive Bierwerbung.
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Die nackten Zahlen sprechen für sich: Laut einer Umfrage hatten 2000 noch 55 Prozent der Männer den Wodka als Lieblingsgetränk angegeben; 2007 waren es nur noch 36 Prozent. Wurden 1980 pro Kopf 20 Liter Bier konsumiert, so war es 2007 mit 80 Litern vier Mal so viel.
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