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Innenhof der angeblich neuen Residenz für Premier Putin, dessen Pressedienst dementiert (Foto: sochi-24)
Innenhof der angeblich neuen Residenz für Premier Putin, dessen Pressedienst dementiert (Foto: sochi-24)
Donnerstag, 20.01.2011
Aktualisiert 21.01.2011 10:45

Internet diskutiert über Putins Luxusresidenz in Sotschi

Moskau. Ein paar Fotos haben eine neue Diskussion über Korruption in Russland angestoßen. Die Bilder zeigen eine Luxusresidenz im Bau – angeblich für Premier Putin. Trotz Dementi quillt das Internet vor Kommentaren über.

Erstmals wurde die Geschichte im Dezember ruchbar. Der Geschäftsmann Sergej Kolesnikow wandte sich mit einem offenen Brief an Präsident Dmitri Medwedew, in dem er über den Bau einer Luxusresidenz am Schwarzen Meer im Wert von einer Milliarde USD berichtete. Wie Kolesnikow versichert, wird der Palast „zur persönlichen Nutzung des russischen Premierministers“ errichtet.

Riesenpalast auf großem Grundstück


Der Palast soll in der Ortschaft Praskowejewka entstehen. Der Ort liegt 20 Kilometer südlich des Kurorts Gelendschik und gehört bereits zum Einzugsgebiet von Groß-Sotschi. Die Fläche des Grundstücks beläuft sich laut Kolesnikow auf gut 70 Hektar.

Die Summe für den Bau sei durch Unterschlagungen und Korruption seit Beginn der Amtszeit Putins zusammengekommen, klagt der Geschäftsmann, der sich derzeit wohlweislich im Ausland aufhält. Der Bau einer „kleinen Erholungsanlage am Schwarzen Meer“ schließlich habe 2006 begonnen - die Kosten wurden zunächst mit 400 Millionen Rubel veranschlagt (rund zehn Millionen Euro).

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Baukosten bei einer Milliarde USD


Offiziell gehört die Residenz einem gewissen N. Schamalow. Doch laut Kolesnikow ist dieser nicht nur ein enger Freund Putins, sondern handelt beim Bau der Villa ausschließlich in dessen Auftrag und Interesse. Putin persönlich habe angewiesen, die Ausgaben auch 2008 weiter zu steigern, obwohl das Geld an anderer Stelle dringender gebraucht würde, so Kolesnikow. Inzwischen sollen sich die Baukosten auf eine Mrd. USD summiert haben.

Putin-Sprecher: Palast für Olympia-Gäste


Eine Reaktion Medwedews auf diesen Brief gibt es nicht. Dafür dementierte Putins Pressesprecher Dmitri Peskow, dass an der Schwarzmeerküste ein Palast zur persönlichen Nutzung Putins errichtet werde. Die Anlage sei vielmehr für Olympiagäste gedacht, der Premier habe damit überhaupt nichts zu tun.

Ruleaks-Fotos sollen Echtheit beweisen


Nun sind Fotos der Anlage aufgetaucht – bei Ruleaks, einem russischen Ableger von Wikileaks. Die Bilder zeigen einen herrschaftlichen Palast, einen neuen moderneren Peterhof, wie er vor den Toren St. Petersburgs zu finden ist.

Schnell haben sich die Bilder bei den Internetusern herumgesprochen. Während die einen an der Echtheit der Fotos zweifeln, raten andere Putin, auf die Residenz zu verzichten. „Die beste Variante wäre, sie an Kinder oder irgendein Sommerlager zu übergeben“, schlägt der Blogger berg_hoff vor.

Wie viele Dienst-Residenzen hat Putin?


Immerhin habe der Premier auch ohne die neue Luxusvilla genug Residenzen, heißt es in vielen Kommentaren. Tatsächlich sind offiziell 18 Residenzen für Putin in Russland reserviert: Neben dem Kreml, in dem er eine Arbeits- und Paraderesidenz hat, ist dies vor allem sein Hauptwohnsitz im Schlösschen Nowo-Ogarjowo, 30 Kilometer von Moskau entfernt.

Daneben hat er u.a. in Karelien, in Sotschi (Botscharow Rutschej), in Twer und im Waldai, aber auch im Gebiet Kaliningrad (Pionerski) Residenzen, wo er bei Dienstreisen in die jeweilige Region unterkommen kann.

Diese Dienstresidenzen bleiben allerdings alle im Staatseigentum und können nach Beendigung der Amtszeit schnell wieder entzogen werden - woran jüngst das Beispiel des Moskauer Ex-Bürgermeisters Luschkow erinnerte.


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Gerold 05.03.2014 - 20:19

Wladimir Putin

Wladimir bleib stark und lass Dich nicht vom Westen beein-flussen. Kein Mensch versteht, warum sich die Deutschen so inten-siv für die Ukraine einsetzen. Das sollen sie doch dem Boxer überlassen.


cccp-yuri 30.01.2011 - 14:20

Billige Verschwörungstheorien

Selbst der Spiegel und die Süddeutsche bezeichnen diese Vorwürfe als Verschwörungstheorie.


kaotixx 20.01.2011 - 11:31

Putins Fürstenschloss

Ja der Wldimir ist eben ein enger Freud unseres geliebten Gerarhd Schröder.Auch der liebt Prachtvillen.


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