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An der Seilbahn Asau am Fuße des Elbrus ist es wieder gefährlich geworden. (Foto: newsru.com)
An der Seilbahn Asau am Fuße des Elbrus ist es wieder gefährlich geworden. (Foto: newsru.com)
Montag, 21.02.2011

Terror an der Piste: Skiparadies Kaukasus illusorisch

Naltschik. Am Wochenende starben drei Skitouristen im Kaukasus, eine Seilbahn am Elbrus wurde gesprengt und ein mit Sprengstoff gespickter Wagen entdeckt. Für die Skiparadies-Ambitionen der Region ist das ein herber Schlag.

Es war eine ganze Serie an Überfällen und Anschlägen, was da auf die Kaukasus-Teilrepublik Karbadino-Balkarien niederprasselte. Es begann Freitagabend mit einem dreisten Überfall auf einen Kleinbus mit Moskauer Skitouristen.

Maskierte Männer mit Maschinenpistolen stoppten den Bus und eröffneten später das Feuer. Drei Menschen starben, zwei wurden verletzt. In der Nacht auf Samstag explodierte an der nicht weit entfernten, zum Elbrus hinaufführenden Seilbahn Asau ein Sprengsatz. 30 Kabinen stürzten auf die Pisten.

In derselben Nacht beschossenen Unbekannte das Haus eines ehemaligen Milizinspektors. Und in der Nacht auf Sonntag fanden Sondereinsatzkräfte ein mit 70 Kilogramm Sprengstoff angefülltes Auto. Alle Vorkommnisse ereigneten sich in einem relativ kleinen Gebiet am Fuße des Elbrus.

Bei Russland-Aktuell
• Kaukasus: Acht Tote bei Feuergefecht in Waldgebiet (15.02.2011)
• Alpine Ski-WM in Garmisch: Russland fährt hinterher (21.02.2011)
• Tschetschenien: Ski-Mekka in den Bergen geplant (23.11.2010)

Ausländische Geheimdienste?


Die Führung der Republik Kabardino-Balkarien schließt nicht aus, dass „Geheimdienste von Nachbarländern“ hinter der Anschlagsserie stecken könnten, um die Lage in der Region weiter zu destabilisieren.

„Das sind nur Vernutungen, die Ermittlungen laufen“, sagte Präsident Arsen Kanokow am Montag vor der Presse. In der Republik ist derweil eine Antiterroroperation angelaufen, die auch für Skitouristen Beschränkungen nach sich zieht. Alle Hotels und touristischen Objekte werden verstärkt bewacht.

Skiurlauber bleiben


„Wir beschränken den Zustrom von Touristen und werden Informations- und Aufklärungsarbeit für die Gäste leisten“, so Kanokow. Alexander Radkow, der Chef der Russischen Tourismusbehörde, erklärte seinerseits, die meisten Skiurlauber hätten die Region nicht verlassen, obwohl sie dazu die Möglichkeit gehabt hätten. „Es gab keine Anzeichen von Panik“, so Radkow.

War Ex-FSB-Chef Patruschew das Ziel?


Wie Informanten der „Rossijskaja Gaseta“ aus Geheimdienstkreisen mitteilten, hatten die Maskierten die Moskauer Touristin Irina Patruschewa möglicherweise für die Tochter von Ex-FSB-Chef Nikolai Patruschew gehalten.

Sie hatten zunächst die Papiere der Reisenden sehen wollen und sich „auffällig für Irina Patruschewa interessiert“, schreibt das Blatt. Die junge Moskauerin wurde denn auch erschossen. Mit dem FSB-General ist sie allerdings weder verwandt noch verschwägert.

Schlag gegen ambitionierte Tourismuspläne


Die Terroristen zielen offensichtlich auf die Pläne der kaukasischen Teilrepubliken, den Skitourismus in den kommenden Jahren wesentlich auszubauen. Die Urlauber sollen mit Anschlägen dieser Art eingeschüchtert werden.

Bis 2020 sollen in der gesamten Region moderne Skizentren entstehen, die bis zu 100.000 Besucher zugleich aufnehmen können. Zum Vergleich: Heute stehen etwa 10.000 Betten zur Verfügung. Das gesamte Programm ist auf 450 Milliarden Rubel (11,25 Milliarden Euro) ausgelegt.

Neben den ambitionierten Plänen zum Ausbau der touristischen Infrastruktur leidet auch das Image der künftigen Olympiastadt Sotschi: Wenn die Region nicht elementare Sicherheit garantieren kann, werden sich viele Sportbegeisterte drei Mal überlegen, ob sie 2014 zur Winterolympiade ans Schwarze Meer reisen sollen.



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