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| 45.000 Hühner verendeten an Hühnergrippe in Dagestan (Foto: TV) | |
Donnerstag, 16.02.2006
Vogelgrippe: Massenhafter Ausbruch im Kaukasus
St. Petersburg. In Dagestan sind auf einer Hühnerfarm 45.000 Tiere an Vogelgrippe verendet. Die Behörden beteuern, dass der dortige Virus-Untertyp für Menschen ungefährlich sei. Ein Impfstoff soll ab April erprobt werden.
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Es handele sich zwar um eine Infektion mit Vogelgrippe-Viren, aber nicht des Typs H5N1, der etwa in der Türkei zu Todesopfern unter der Bevölkerung geführt habe. „An diesem Virus-Untertyp erkranken nur Tiere. Vogelgrippe, die Menschen anstecken kann, gibt es in Dagestan nicht“, sagte der Vize-Chef des russischen Veterinärdienstes, Nikolai Wlassow. Die Infektion sei über Zugvögel erfolgt.
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Keine Ansteckungen beim Personal registriert
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Der Vogelgrippe-Ausbruch nahe der Republik-Hauptstadt Machatschakala ist der bisher schlimmste in Russland. Unter den Angestellten der Hühnerfarm wurden keine Erkrankungen festgestellt. Laut Wlassow kann der für Menschen gefährliche Virus nur über Vogelkot oder kot-haltigen Staub verbreitet werden.
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Eine andere, 40 Kilometer entfernte Hühnerfarm verlor parallel 400.000 Tiere durch Krankheit sowie eine danach durchgeführte Notschlachtung. Nach ersten Analysen soll es sich bei dieser Infektion aber um eine andere Federvieh-Seuche, die als Asiatische Pest oder Newcastle-Krankheit bekannt ist, handeln – Irrtum nicht ausgeschlossen.
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Im Kaukasus verenden die Raben
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Seit Jahresbeginn wurden in Dagestan immer wieder tote Wildvögel gefunden. Man nahm lange an, dass sie Opfer der für die südlichste Region Russlands in diesem Jahr ungewohnt harten Fröste waren. Aus der dagestanischen Stadt Bujnaksk wird unterdessen ein Massensterben von Raben gemeldet. Im Stadtgebiet seien mehrere Dutzend verendete Vögel aufgefunden worden. Das Ergebnis einer Expertise dieser Kadaver steht noch aus.
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Massengräber auf infizierten Geflügelhöfen
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Gegenwärtig werden auf dem Küstenstreifen zwischen Kaukasus und Kaspischen Meer alle Höfe registriert und überprüft, die Geflügel halten. In den betroffenen Hühnerfarmen wurden bereits alle Tiere getötet und in drei Meter tiefen Gräben verscharrt. Auch die Eier werden vernichtet.
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Russlands Geflügelfarmen gelten als besonders Grippe-anfällig. Als Folge sowjetischer Gigantomanie beherbergen sie bis zu zwei Millionen Vögel und seien dabei so konstruiert, dass eine Infektion meist eine Ansteckung und Vernichtung des ganzen Bestandes zur Folge habe, so Oleg Kisseljow, der Leiter des Petersburger Grippe-Institutes.
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Vogelgrippe-Impfstoff für Menschen vor Erprobung
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Ende April wollen russische Forscher an Freiwilligen mit der Erprobung eines Impfstoffes gegen die Vogelgrippe bei Menschen beginnen. „Fünf Wochen nach der Injektion des Impfstoffes werden wir sehen, wie das menschliche Immunsystem auf dieses Antigen reagiert“, erklärte Gennadi Onischtschenko, Russlands oberster Amtsarzt. An der Entwicklung des Impfstoffes arbeiten gegenwärtig Biologen und Mediziner in Moskau, Jekaterinburg sowie am Petersburger Grippe-Institut.
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„Ich hoffe jedoch inständig darauf, dass die 80.000 oder 100.000 Dosen dieses Stammes vernichtet werden können, weil sie nicht gebraucht werden“, sagte Onischtschenko. Ein Impfstoff für Geflügel sei bereits fertig entwickelt.
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Eine Bewährungsprobe für dieses Medikament – wie auch für die Behörden dieser sonst mehr durch Terroranschläge und islamischen Extremismus verunsicherten Gegend – steht dabei unmittelbar bevor: Ende Februar sei mit dem massiven Beginn der Rückkehr von Zugvögeln in den Süden Russlands zu rechnen, so Russlands oberster Mediziner.
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(ld-gim/.rufo)
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