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Im Umkreis von 300 Metern soll die Super-Vakuumbombe alles verdampfen (Foto: tv/rufo)
Im Umkreis von 300 Metern soll die Super-Vakuumbombe alles verdampfen (Foto: tv/rufo)
Mittwoch, 12.09.2007

Der große Knall: Strahlenfreie Superbombe getestet

Moskau. Neue Kraft-Übung beim russischen Militär: Die stärkste Vakuum-Bombe der Welt wurde getestet. Ihre Zerstörungskraft soll der von Atomsprengsätzen gleichkommen - die man deshalb zum Teil ausmustern kann.

Der halbstaatliche 1. Kanal zeigte gestern einen Bericht über einen Test der neuen Super-Bombe. Weder Ort noch Zeit wie auch die Typenbezeichnung des gewaltigen Sprengkörpers wurden dabei präzisiert.

Zu sehen war der Start eines Tu-160-Überschallbombers, dann der Abwurf aus dem Bombenschacht, eine mächtige Explosion am Boden und schließlich Bilder von zerstörten Bauten auf dem Testgelände.

Die ökologisch korrekte Superbombe



Angeblich eliminiert die russische Vakuum-Bombe in einem Radius von 300 Metern alles: „Alles Lebendige verdampft einfach. Der Boden sieht deshalb aus wie auf dem Mond, aber es gibt weder eine chemische noch eine nukleare Verschmutzung“, hieß es im Text des Beitrags.

Durch ihre Indienststellung könnten gewisse taktische Atombomben ausgemustert werden, da die Vakuumbombe vergleichbare „Effektivität und Möglichkeiten“ biete. Auch sei die Produktion und Indienststellung derartiger Waffen durch keinerlei Rüstungsbegrenzungs-Abkommen beschränkt und man könne Russland nicht vorwerfen, ein neues Wettrüsten zu beginnen, so der Kreml-treue Fernsehsender.

"Vater aller Bomben" soll auch die USA beeindrucken



Die Sprengkraft der russischen Bombe sei mit 44 Tonnen TNT-Äquivalent trotz einer etwas geringeren Masse an Sprengstoff aufgrund neu entwickelter Substanzen viermal stärker als die der bisher stärksten bekannten Vakuumbombe, die sich seit 2003 in den Arsenalen der US-Armee befindet.

Dieses von den Amerikanern „Mutter aller Bomben“ getaufte Aggregat erreiche nur eine halb so hohe Temperatur und zerstöre 20 Mal weniger Fläche. Die russischen Entwickler hätten ihren Super-Knaller deshalb „Vater aller Bomben“ genannt.

“Eine zeitgemäße Bombe: relativ billig, aber hochwirksam“



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• Russland will Serienproduktion von Bulawa-Atomraketen (06.08.2007)
• General Solowjow: USA treiben Russland zum Wettrüsten (16.03.2007)
• Russlands strategische Bomber fliegen wieder Patrouille (17.08.2007)
Der angebliche enorme Wirkungskreisder namenlosen Superbombe bringe nicht nur militärische Vorteile, sondern auch wirtschaftliche, erklärte Juri Balyko, der Leiter des Zentralen Forschungsinstitutes des russischen Militärs: „Dies erlaubt, die Anforderungen an die Treffgenauigkeit herabzusetzen.“ Dies wiederum mache die Bombe billiger – „und das ist die Eigenschaft, die wir unter den heutigen Bedingungen besonders brauchen“.

Vakuum- oder Aerosolbomben beruhen auf dem Prinzip, dass sie knapp über dem Boden zunächst eine brennbare Substanz aussprühen. Dann wird diese Wolke gezündet. Die Wucht der Zerstörung beruht auf einer überschallschnellen Druckwelle sowie der enormen Temperatur im Zentrum der Explosion.

Diese Bombe ist auch eine Kraft-Demonstration



Vor dem Hintergrund des Streits um die Stationierung eines amerikanischen Raketenabwehrsystems in Osteuropa hat Russland in letzter Zeit verstärkt Demonstrationen seiner militärischen Kraft vorgenommen: So wurde Ende Mai eine neue Interkontinentalrakete getestet und im August nahmen strategische Bomber die in den 90er Jahren eingestellten ständigen Langstrecken-Patrouillenflüge wieder auf.

Die Demonstration der „atomfreien Superbombe“ dürfte zunächst ebenfalls in die Rubrik der Kraftübungen fallen. Denn üblicherweise dauert es gerade in Russland Jahre (wenn nicht Jahrzehnte), bis ein komplett neues Waffensystem in nennenswerter Stückzahl bei den Streitkräften in Dienst gestellt wird.

(ld/rufo/St.Petersburg)


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