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| Bürgerrechtler Lew Ponomarjow sieht hinter den Ereignissen von Moskau eine tiefere Absicht. (Foto: newsru.com) | |
Montag, 23.08.2010
Erneut Festnahmen bei Kundgebung: Anweisung von oben?
Moskau. Die Kundgebung gegen die Abholzung des Chimki-Waldes am Sonntag in Moskau war ordnungsgemäß angemeldet, endete aber mit Festnahmen. Oppositionsführer Ponomarjow sagt: „Das war ein Befehl von ganz oben.“
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Zwei Organisatoren des Meetings wurden in Polizeigewahrsam genommen, weil sie angeblich nach der Kundgebung „einen nicht genehmigten Marsch“ durchführen wollten. Oppositionsführer Boris Nemzow wurde festgenommen, weil er mit einer russischen Flagge an einem Umzug über den Neuen Arbat teilnahm
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„Das ist eine Schande für das ganze Land“, sagte er am Montag vor der Presse. Am Tag der russischen Flagge (genau der wurde am 22. August begangen) „wird verboten, eben dieser Flagge die Ehre zu erweisen“.
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"Verstärkeranlagen verboten!" Zwischen 3.000 und 5.000 Menschen sollen bei der Kundgebung für den Erhalt des Chimki-Waldes auf dem Puschkin-Platz mitten im Stadtzentrum der russischen Hauptstadt gewesen sein. Ihnen verdarb die Miliz die Stimmung, weil sie das Aufstellen von Lautsprechern und Verstärkern verbot. Die Begründung: „Das hier ist kein Konzert!“
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Juri Schewtschuk, der Frontmann der bekannten Rockgruppe DDT, und andere bekannte Musiker mussten ihre Beiträge ohne Mikrophon singen. Wer bei der Demo in den hinteren Reihen stand, konnte kein Wort verstehen.
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Gegenmeeting ruft zum Müllsammeln auf Derweil hatte sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Häufchen der Kreml-Jugend „Die Unseren“ niedergelassen. Die riefen die Protestierenden über Megaphone auf, besser in die bereitgestellten Busse zu steigen und zum Müllsammeln in den Chimki-Wald zu fahren.
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Die Zeitung „Kommersant“ schreibt am Montag, die Busse der „Unseren“ seien erst bei Einbruch der Dunkelheit losgefahren. Das wirft die Frage auf: Wer geht im Dunklen in den Wald zum Müllsammeln? Die ganze Aktion ähnelt mehr einem Stör- und Diskreditierungsversuch.
“Ein symbolisches Ereignis“ Lew Ponomarjow, einer der am Sonntag verhafteten Organisatoren, sagte am Montag beim Radiosender „Echo Moskwy“, die Festnahmen seien „ein Befehl der obersten politischen Macht“ gewesen.
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„Was gestern auf Moskaus Straßen passierte, ist ein symbolisches Ereignis“, so Pomomarjow. Am Tag der Staatsflagge das öffentliche Tragen von Fahnen zu verbieten, sei eine „Schändung“ dieses Staatssymbols. Eine Kundgebung ohne Verstärkeranlagen sei ein Nonsens an sich.
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Ponomarjow muss sich wegen „Widerstands gegen die Staatsgewalt“ vor Gericht verantworten. „Also das hat es nun wirklich nicht gegeben!“, versichert der bekannte Bürgerrechtler.
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