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| Geständnis nicth aus freien Stücken: irakli Okruaschwili beim Verhör (Foto: tv/newsru) | |
Mittwoch, 10.10.2007
Georgien: Drogen und Drohungen bei TV-Verhör?
Tiflis. Das im Fernsehen gezeigte Geständnis des gegen Kaution freigelassenen Ex-Verteidigungsministers Okruaschwili soll mit dem Einsatz von Psycho-Drogen erzwungen worden sein, so georgische Oppositionskreise.
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Irakli Okruaschwili hatte öffentlich behauptet, Präsident Michail Saakaschwili habe mehrere Morde in Auftrag gegeben und zudem einen Krieg zur Rückholung von Südossetien geplant gehabt. Er war daraufhin verhaftet und seinerseits mit Korruptionsvorwürfen, Erpressung und anderen Delikten belastet worden.
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In der Nacht auf Dienstag war Okruaschwili gegen eine Kaution von ca. 4,8 Mio. Euro freigelassen worden. Zuvor war im Fernsehen ein Videoband eines Verhörs ausgestrahlt worden, in dem Okruaschwili seine Beschuldigungen gegen den Staatschef widerrief und die eigenen Missetaten zugab.
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Fernseh-Geständnis angeblich unter Drogen erpresst
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Angeblich soll sich Okruaschwilis Gesundheitszustand seit seiner Freilassung drastisch verschlechtert haben. Seine Familienangehörigen und Anhänger sagen nun, dass er bei dem Gefilmten Verhör offenbar nicht Herr seiner Sinne war. Er sei von seinen Bewachern mit Psychodrogen vollgepumpt worden, die ihn willenlos gemacht hätten. Auch sein Anwalt hatte nach einem ersten Treffen nach der Freilassung erklärt, dass Okruaschwili in nicht zurechnungsfähigem Zustand sei.
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Die russische Zeitung „Kommersant“ will dagegen in Erfahrung gebracht haben, dass Okruaschwili weniger durch Drogen als durch Drohungen gefügig gemacht worden sei. Man habe ihm angedroht, die Untersuchungshaft in einer Gemeinschaftszelle im Gefängnis Nr. 6 verbrrgen zu müssen.
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Dort säßen aber gerade jene ehemaligen Geschäftsleute und Beamte ein, die Okruaschwili in seiner Zeit als Generalstaatsanwalt 2004 selbst hinter Schloss und Riegel gebracht hat. In dieser Funktion soll er über 30 Mio. Dollar aus den Verhafteten herausgepresst haben, was ihm den Titel „Blutspender des georgischen Staatshaushaltes“ einbrachte.
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Saakaschwili: Alles läuft zivilisiert ab
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Präsident Saakaschwili kommentierte den Skandal um seinen einstigen Mitstreiter während eines Besuches in Dänemark mit den Worten, dass nun in Form der Kaution „unrechtmäßig angeeignete Mittel auf zivilisiertem Weg ins Staatsbudget zurückgekehrt“ seien. Das Verfahren gegen ihn sei nun ein „wichtiges Examen für das Gesetz und die Gerechtigkeit“.
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Nachdem Okruaschwili nach seinem Kurzaufenthalt im Gefängnis nun nach Meinung von Beobachtern nun eine „politische Leiche“ sei, verschärft die Regierungseite nun ihr Vorgehen gegen den georgischen Oligarchen und Medien-Mogul Badri Patarkazischwili, der in dem offensichtlichen Machtkampf mit dem Ex-Minister gemeinsame Sache gemacht haben soll.
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Als erste Maßnahme wurde Patarkazischwili der Vorsitz des Nationalen Olympischen Komitees entzogen.
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Parallel haben sich zehn Oppositionsparteien unter dem Eindruck der Verhaftung Okruaschwilis zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen, das nun Massenproteste organisieren möchte.
(ld/rufo/St.Petersburg)
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