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| Im georgischen Parlament kommen alte Argumente auf den Tisch. Foto: newsru.com | |
Freitag, 19.12.2008
Georgien: Südossetien-Krieg doch von Russland begonnen
Tiflis. Ein Untersuchungsausschuss des georgischen Parlaments kommt zu dem Schluss, dass Georgien im August doch auf einen Angriff Russlands reagiert hat. Damit widerspricht sie sogar Präsident Saakaschwili.
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Der Aussschuss legte das erstaunliche Ergebnis seiner Arbeit am Donnerstagabend in einer Livesendung des georgischen Fernsehens vor. Das 200 Seiten starke Dokument umfasst Fotos sowie Video- und Audioaufzeichnungen; befragt wurden 22 Verantwortliche, darunter auch der georgische Präsident.
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Vor dem Aussschuss hatte u.a. der georgische Botschafter in Moskau für einen Skandal in Tiflis gesorgt, als er ausführlich schilderte, wie Georgien und Saakaschwili persönlich seit Frühjahr 2008 einen Angriff konkret vorbereitet hatten.
Aus Sicht der Parlamentarier sieht der Hergang der kriegerischen Handlungen trotzdem ganz anders aus: Es sei eine „von der russischen Seite gut geplante Aggression“ gewesen. „Reguläre russische Truppen und Militärtechnik sind am Morgen des 7. August durch den Roki-Tunnel gekommen, als die georgischen Streitkräfte außerhalb Südossetiens waren“, heißt es weiter.
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Saakaschwili hört sich ganz anders an
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Erst als „die russischen Truppen und ossetischen Separatisten den ganzen Tag das Feuer auf die georgischen Siedlungen nicht einstellten“, habe der Präsident endlich den Befehl erteilt zurückzuschlagen.
Diese Schlussfolgerung ist erstaunlich, hatte doch Michail Saakaschwili selbst am 28. November vor dem Aussschuss öffentlich zugegeben, Georgien hätte den bewaffneten Konflikt begonnen, aus „Angst vor einer russischen Aggression“ und als „Präventivmaßnahme“ (Russland-Aktuell berichtete).
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Diese Aussagen machte er übrigens genau vor diesem parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der nun zurückkehrt zu der alten Version von der „russischen Aggression“, die zunächst auch im Westen anerkannt worden war.
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USA: Georgische Armee „unreif“ und „schlecht geschult“
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Derweil ist ein Teil eines Geheimdokuments aus dem Pentagon an die Öffentlichkeit gekommen, in dem der Zustand der georgischen Armee eingeschätzt wird. Eine schlechte Führung durch inkompetente Offiziere wird der Streitmacht dort bescheinigt.
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Die Internetzeitung „Newsru“ kommt zu dem Schluss: „Mehr als zehn Jahre Schulung durch amerikanische Instrukteure und fast fünf Jahre der großzügigen Finanzierung von Saakaschwili haben die Lage in der georgischen Armee nicht zum Besseren gewendet.“
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