Archangelsk: Protest auf 25 Meter hohem Weihnachtsbaum
Archangelsk. Aus Protest vor dem alljährlichen Abholzen von Tannen zum Neujahrsfest hat ein Mann in Archangelsk die 25 Meter hohe Haupttanne bestiegen. Erst der Gouverneur hinderte ihn am Sprung in die Tiefe.
Am Sonntag bekam das weit im Norden gelegene Archangelsk Besuch von Väterchen Frost. Als kurz vor der Visite die Beleuchtung an der Tanne auf dem zentralen Platz angeschaltet wurde, bemerkten die Veranstalter einen ungebetenen Gast hoch oben auf dem Weihnachtsbaum.
Zwar ungebeten, war der Mann aber doch kein Unbekannter: Andrej Christoforow ist stadtweit bekannt als radialer Umweltschützer. Über ein Megaphon verkündete er dieses Mal aus 25 Metern Höhe lautstark seinen Protest gegen den Tannen-Kahlschlag zu Weihnachten.
Die Elektroleitung durchbeißen…
Der herbeigerufene Feuerwehrchef näherte sich dem Ruhestörer auf einer 30 Meter langen Ausziehleiter, aber seine Überredungskunst fruchtete nichts. Im Gegenteil: Christiforow drohte zuerst, sich in die Tiefe zu stürzen, und dann unternahm er den Versuch, die elektrische Leitung der Lichterkette durchzubeißen.
Bevor Schlimmeres passieren konnte, wurde erstens der Strom abgedreht und zweitens der Gouverneur der Gebiets Archangelsk auf den Plan gerufen. Der brauchte nur ein paar Sätze, um den störrischen Grünen zur Aufgabe zu bewegen.
Daraufhin kletterte er an der Innenkonstruktion der (übrigens künstlichen) Tanne herunter, und ging dann mit dem Gouverneur mit. „Zu einem prophylaktischen Gespräch“, wie aus dem Katastrophenschutzamt verlautete.
Was Gouverneur Ilja Michaltschuk dem Mann so wundersam Wirksames geflüstert hatte, wurde bisher jedoch nicht überliefert.
Über die Perspektiven deutsch-russischer Zusammenarbeit diskutierten am 11.3. in Moskau Ex-Kanzler Gerhard Schröder und der Vizevorsitzende der Deutsch-Russischen Aussenhandelskammer, Alexej Mordaschow und einige hundert Unternehmer, moderiert vom Vorsitzenden des deutsch-russischen Forums, Ernst-Jörg von Studnitz. (Topfoto: Mrozek/.rufo)