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(Foto: radikal.ru)
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Chibinen – Das Gebirge im Hohen Norden

Das einzige echte Gebirge im europäischen Teil Russlands liegt nördlich des Polarkreises im Gebiet Murmansk. Touristisch so gut wie unerschlossen, erweist sich die urtümliche subpolare Landschaft im kurzen Sommer als wahres Paradies für Trecking-Fans auf der Suche nach der Einsamkeit.

Und im Winter kann man in Kirowsk, der einzigen Siedlung in den Chibinen, auf mehreren Pisten Abfahrt-Ski fahren.

Die Chibinen sind ein fast kreisrunder Gebirgsstock von etwa 45 Kilometern Durchmesser an der „Wurzel“ der Halbinsel Kola. Die Berge hier hören auf wunderliche Namen wie Ajkuajwentschorr, Wudjawrtschorr oder Indiwitschwumtschorr (was in der Sprache der Lappen wohl alles seinen Sinn haben dürfte) und erreichen maximal 1200 Meter Höhe.

Wegen der nördlichen Lage ist die Baumgrenze aber schon bei 400 Meter erreicht, darüber kommt die Tundra und schließlich eine polare Steinwüste.

Auch wenn sich nur 50 Kilometer südwestlich das Atomkraftwerk von Polarnyje Sory und 40 Kilometer norwestlich das ökologische Katastrophengebiet um die Kupferhütte von Montschegorsk befindet – in den Chibinen ist die Natur unberührt.

Wer beim Zelten am Ufer des glasklaren Umbosero (ein See von den Ausmaßen des Bodensee, an dessen Ufern es keine ständigen Siedlungen gibt) Durst hat, schöpft sich eben eine Tasse Wasser aus dem See.

Nur am Südrand des Gebirges steht die Bergbaustadt Kirowsk, von wo einige Gruben für den Abbau seltener Mineralien erschlossen wurden. Das hier gewonnene Apatit ist ein wichtiger Grundstoff für die Düngerproduktion und wird im nahen Apatity aufbereitet.

Guter Verkehrsanschluss


Dank der Industrialisierung sind die Chibinen aber gut zu erreichen: Apatity liegt an der Bahnlinie von St. Petersburg nach Murmansk, etwa 160 Kilometer südlich der Hafenstadt. Von dort aus sind es nur etwa 15 Kilometer bis Kirowsk, dem besten Ausgangspunkt für eine Chibinen-Tour.

Man kann per Bahn aber auch weiterfahren bis zu den Stationen Chibiny oder Imandra und von dort in die Berge aufsteigen. Zwischen Apatity und Kirowsk gibt es auch einen Flugplatz, doch liegen uns keine aktuellen Angaben über Linienflüge dorthin vor. Auf dem Bahngleis von Apatity nach Revda gibt es keinen Personenverkehr.

Wer nicht mit einem ortskundigen Führer durch die Berge unterwegs ist, sollte unbedingt in Kirowsk bei der Bergwacht sich über seine Marschroute beraten lassen und ein Rückmeldeverfahren vereinbaren.

Denn wenn man erst einmal im Berggewirr der Chibinen verloren gegangen ist, dann ist man das auch: Innerhalb des Gebirges gibt es mit Ausnahme von Kirowsk, einer Bergwachtstation im Kunijok-Tal und der Grubensiedlung Kowscha keine menschlichen Siedlungen und so gut wie keine Straßen, die diese Bezeichnung verdient hätten.
Mit 4WD am Umbosero (foto:Deeg/rufo)
Mit 4WD am Umbosero (foto:Deeg/rufo)

Nur im Juli und August erwanderbar


Auch Brücken über die zahlreichen Flüsse sucht man meist vergeblich – es muss gewatet werden (und das nicht wenig: Eine vielbegangene Furt am Nordwestzipfel des Umbosero hat 1,5 Meter Tiefe, allerdings ohne Strömung).

Nur durch das Kunijok-Tal führt von Kirowsk eine Schotterpiste nordwärts, die bei guter Witterung auch mit Pkw befahrbar ist. Sie endet am malerischen Golzowoje-See, einem wunderschönen Standort für Bergtouren, zum Angeln oder Beerensammeln. Natürlich kann man auch zum Bergsteigen, Paragliding oder Ausreizen eines Geländewagens in die Chibinen reisen.

Rücksicht muss auf die klimatischen Bedingungen der Chibinen genommen werden: Als Wandersaison kommen fast nur Juli und August in Frage. Aber auch dann hat man nicht nur mit ungewohntem Tageslicht rund um die Uhr, sondern auch mit plötzlichen Wetterstürzen bis hin zu Schneefällen selbst in den Tälern zu rechnen.

An warmen Tagen laden die Seen aber durchaus zum Bade. Zur Ausrüstung muss auch ein guter Mückenschutz gehören, denn nur in dieser Beziehung sind die Flussniederungen gut bevölkert.

Die steilsten Pisten nördlich des Kaukasus


In Kirowsk gibt es Hotels, denn die Stadt kann noch mit einer anderen Touristen-Attraktion aufwarten: Es gibt hier drei Skilifte mit der notwendigsten Infrastruktur. Ihr Standard ist nicht gerade helvetisch, aber dafür sind derartig steile wie lange Pisten sonst in Russland nördlich des Kaukasus Mangelware.

Eines ist allerdings beim Planen eines polaren Ski-Aufenthaltes zu berücksichtigen: Von November bis Januar ist in den Chibinen fast den ganzen Tag Nacht!
Vergleichbare Naturbedingungen wie in den Chibinen – bei noch größerer Einsamkeit – herrschen im etwas kleineren Bergmassiv der Lowosero-Tundra, östlich des Umbosero. Bester Ausgangspunkt für Touren ist hier die Kleinstadt Rewda. Oberhalb von Rewda stößt man in den Bergen auf die Reste eines Gulags – eine finstere Erinnerung daran, wie dieses unwirtliche Bergland an der Nordspitze Europas zu Sowjetzeiten erschlossen und „besiedelt“ wurde.

(ld/rufo)

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Der Winter ist eingezogen. Für ein paar Monate können sich die Russen in den Moskauer Parks an zahlreichen Eisskulpturen erfreuen. (Topfoto: Ballin)



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