Von Xenia Bordukowa. Im Jahre 1973 geboren, gehört Anna Malyschewa zur jüngsten Generation russischer Erfolgsautoren. Mit 26 Jahren hatte sie bereits vierzehn Bücher veröffentlicht und wurde zur Autorin des Jahres 1999 gewählt. In ihrem Genre Psychothriller gilt sie als würdige Nachfolgerin von Alexandra Marinina.
„Ich setzte mich einfach an die Schreibmaschine und stellte mir vor, dass ich gleich einen Film sehen würde und schrieb diesen Film sofort auf.“
Bevor Anna Malyschewa auf das Gorki-Literaturinstitut in Moskau kam, dachte sie gar nicht daran Krimis zu schreiben. Zwar begeisterte sie sich für dieses Genre, schrieb jedoch selbst lieber Erzählungen mit historischen und mystischen Elementen, die sie in verschiedenen Zeitschriften veröffentlichte. Als die Literaturstudentin im 3. Studienjahr eine Verdienstquelle suchte, gab ihr jemand die Telefonnummer einer Agentin, die auf der Suche nach neuen Kriminalautoren war. Und da die junge Autorin Geld brauchte , setzte sie sich an ihre Schreibmaschine und schrieb mehrere Seiten, aus denen dann ihr erster Roman wurde.
Das nötige Wissen eignete Anna Malyschewa sich schnell mittels Lektüre juristischer Dokumente an. Neben einer großen Anzahl an Nachschlagewerken sucht sie beim Entwickeln einer Handlung den Rat ihrer Schwester, die in der Gerichtspsychiatrie tätig ist. Die Werke ihrer Kollegen sind für sie allerdings vorerst tabu, in ihrer Phantasie will sich die junge Autorin nicht beeinflussen lassen.
Sie schreibt über Menschen von nebenan, damit zielt sie auf eine gewisse Neigung zum Voyeurismus in ihren Lesern, denn wer würde nicht gern wissen, was in der Wohnung seiner Nachbarn passiert? Und damit scheint sie Erfolg zu haben, denn ihre Bücher verkaufen sich millionenfach und werden sowohl von 80-jährigen Großmüttern als auch von Teenagern mit Begeisterung verschlungen.
Im Mittelpunkt ihrer Geschichten steht meist eine junge Frau, die zufällig in einen Kriminalfall verwickelt wird. So auch in ihrem Roman „Tod in der Datscha“, in dem die junge Künstlerin Sascha durch einen Zufall einem Mord auf die Spur kommt und bald selbst in Lebensgefahr gerät.
Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)