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Oleg Postnow:
Gogol-Verehrer und Literaturprofessor

Von Caroline Uhlig. „Wenn ich Gogol lese, dann verstehe ich, dass ich ihn niemals auch nur parodieren könnte. Genau darin liegt vielleicht der Grund, warum er mich in wahrsten Sinne des Wortes bezaubert.“ Dabei liegt es gar nicht im Interessenbereich des 1962 in Nowosibirsk geborenen Oleg Postnow andere Schriftsteller zu imitieren. Er will ganz bewusst eigene Wege gehen - sprachlich wie inhaltlich.

Oleg Postnow wurde in eine Familie von Theaterkritikern und Philologen geboren. Seine Kindheit verbrachte er nicht nur im Akademikerstädtchen Nowosibirsk, sondern auch häufig bei den Großeltern in der Ukraine. Dort lernte er Kirchenrussisch, Ukrainisch und teilweise Polnisch. An der staatlichen Universität von Nowosibirsk am Lehrstuhl für Humanwissenschaften studierte er später Philologie. 1990 wurde er Kandidat der Philologie und arbeitet heute als Professor, Übersetzer und Schriftsteller in Nowosibirsk. Als Philologie- Professor gab er eine Reihe literaturwissenschaftlicher Betrachtungen heraus, wie zum Beispiel „Der Tod in Russland“ oder „Puschkin und der Tod“.

Seine erste Erzählung „Sanduhr“ veröffentlichte Postnow 1990. Diese Erzählung wurde von der Zeitschrift „Matador“ in die Bestenliste der 1998 erschienen Bücher aufgenommen. 1997 erschien die vielbeachtete Biografie über den Wissenschaftler und Autor Iwan. A. Gontscharow. Des Weiteren erschienen zwei Bände mit Novellen und Erzählungen. Sein erster Roman „Angst“ wurde im Jahr 2002 erstmals beim russischen Verlag Amfora veröffentlicht und erscheint im September 2003 beim Rowohlt Verlag Berlin in deutscher Sprache.

„Angst“ beschreibt in zwei stilistisch unterschiedlichen Teilen die Geschichte einer dramatischen Liebe, die in einem kleinen ukrainischen Dorf ihren Anfang nimmt. Anhand von Tagebuchaufzeichnungen und Briefen wird das Schicksal zweier blutjunger Menschen erzählt. Im ukrainischen Sommer verheiratet, führen sie dennoch ihr Leben getrennt voneinander. Immer nur zufällig und kurz treffen sich die Protagonisten und diese Momente sind die einzig realen und gegenwärtigen im Buch.

Während der erste Teil des Buches sich der Geschichte des Jungen widmet, wird im zweiten Abschnitt das Leben des Mädchens geschildert. Der Roman bewegt sich leichtfüßig zwischen Großstadt und Dorf, zwischen Realität und Erinnerung, zwischen Mystifikation und Geheimnis. Atemberaubend vielschichtig verpackt Postnow die ewigen Themen von Angst und Tod in seiner Prosa ohne dabei aufdringlich zu sein. Er ist ein subtiler Erzähler, der dem Leser viel Raum für eigene Emotionen und Gedankengänge lässt. Dem Roman „Angst“ kann eine gewisse Spiritualität und Mystifikation nicht abgesprochen werden.

Postnows erzählerische Wurzeln finden sich in der russischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Zu seinen Favoriten gehört neben Ossip Mandelstam besonders Nikolaj Gogol. Dessen kritisch-satirischen Werke haben einen besonders tiefen Eindruck hinterlassen. Als kleine Hommage ist es daher zu verstehen, dass sich in „Angst“ versteckte Parallelen zu Gogol`s „Schreckliche Rache“ finden. Er selbst jedoch will möglichst schon bekannte, allzu vordergründige Sujets vermeiden. Aus dieser persönlichen Maxime erwächst möglicherweise seine problematische Haltung gegenüber seinen Zeitgenossen, deren Lektüre ihm durchaus schwerfällt. (Ein – zwei Beispiele wären anschaulich) Auch die deutsche Romantik, dabei besonders E. T. A. Hoffmann, beeinflusste Oleg Postnow.



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Der Winter ist eingezogen. Für ein paar Monate können sich die Russen in den Moskauer Parks an zahlreichen Eisskulpturen erfreuen. (Topfoto: Ballin)



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