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Bauarbeiten entlang der Strecke Sotschi - Krasnaja Poljana (Foto: Ballin/.rufo)
Bauarbeiten entlang der Strecke Sotschi - Krasnaja Poljana (Foto: Ballin/.rufo)
Dienstag, 14.08.2012

Sotschi droht Olympia-Rekord an Skandalen und Kosten

Sotschi. Nach Olympia ist vor Olympia: Doch die Vorbereitung auf die Winterspiele in Sotschi läuft stockend. Die Behörden ermitteln nun wegen eines gewaltigen Korruptionsskandals. Auch der Zeitplan ist in Gefahr.

Ist es nach Sotschi weiter als bis zum Mars? Die erfolgreiche Landung der NASA-Sonde Curiosity auf dem Mars führt im russischen Internet zu unrühmlichen Vergleichen mit den bevorstehenden Winterspielen in Sotschi 2014.

Sotschi – Krasnaja Poljana teurer als Marsmission


Denn die Kosten der Marsmission belaufen sich auf 2,5 Mrd. USD (rund 2 Mrd. Euro) und das bei einer Entfernung von 252 Mio. Kilometer, die zwischen der Erde und dem Roten Planeten liegen. Die Strecke zwischen Sotschi und Krasnaja Poljana ist knapp 50 Kilometer lang. Doch der Bau der Straßen- und Eisenbahnverbindung kostet das Dreifache.

Damit übertrifft die RZD als Bauherr selbst die ohnehin schon gewaltigen Planungskosten für das Megaobjekt. Allerdings ist die Bahn damit keineswegs allein. Gleich bei einer ganzen Reihe von Bauobjekten sind die Kosten explodiert. In einigen Fällen ermittelt deswegen nun schon das Innenministerium.

Bei Russland-Aktuell
• London: Russland übertrifft sich bei Olympia selbst (13.08.2012)
• Sotschi-2014: Jeder Bürger lernt 662 Wörter Englisch (16.04.2012)
• Korruption: Oligarchen wollen Geld für Sotschi zurück (13.02.2012)
• Sotschi-2014: Ski-Weltcup als erste Bewährungsprobe (10.02.2012)
• Russlands Rechnungshof beklagt Korruption in Sotschi (06.02.2012)

Zwei neue Korruptionsfälle aufgedeckt


So teilte die Behörde in der vergangenen Woche mit, die Veruntreuung von acht Mrd. Rubel (200 Mio. Euro) bei zwei olympischen Objekten verhindert zu haben. Entsprechende Strafverfahren gegen die Beteiligten seien eingeleitet, heißt es ohne nähere Details. Laut der regierungsnahen Zeitung „Iswestija“ soll es sich bei einer der Firmen um die aus dem sibirischen Omsk stammende Baufirma „Mostowik“ handeln, die mit dem Bau der Bobtrasse beschäftigt ist.

Mostowik dementiert die Vorwürfe heftig und droht den Medien mit Verleumdungsklagen. Strafverfahren gegen die Konzernführung seien nicht anhängig, die Kostenexplosion erklärt das Unternehmen mit unerwarteten Ausgaben für geologische Arbeiten.

Eröffnungsfeier in Gefahr


Doch Fakt ist: Die Gesamtkosten der Olympischen Spiele sind inzwischen auf umgerechnet 24 Mrd. Euro gestiegen – und das auch wegen der grassierenden Korruption. So warnt der stellvertretende Chef des russischen Rechnungshofs Alexander Piskunow inzwischen davor, dass die Eröffnungszeremonie am 7. Februar 2014 platzen könne.

Der Bau des 45.000 Zuschauer fassenden Olympiastadions verzögert sich nämlich ebenfalls. Laut Piskunow verbummeln die Verantwortlichen die Bauarbeiten absichtlich, um den Preis in die Höhe zu treiben. Sie wollten so die Regierung dazu zwingen, das Objekt am Ende „um jeden Preis“ fertig stellen zu lassen, schreibt der Beamte in einem Brief an den mit der Olympiavorbereitung beauftragten Vizepremier Dmitri Kosak.

Damit die Winterspiele am Schwarzen Meer stattfinden können, muss sich Sotschi mächtig sputen. Bei den meisten Unternehmern herrscht trotzdem Optimismus: „Wenn es drauf ankommt, dann wird in Russland auch wirklich gepowert“, erklärte ein österreichischer Hotel-Investor in Sotschi. Im Schlussspurt scheint Russland wirklich am stärksten, schließlich hat auch die Sbornaja in London das stärkste Finish hingelegt.



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