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Moby Dick, ich komme! Öko-Marine-Infanterist Putin beim Angriff auf dem Wal (Foto: newsru.com)
Moby Dick, ich komme! Öko-Marine-Infanterist Putin beim Angriff auf dem Wal (Foto: newsru.com)
Mittwoch, 25.08.2010

Neues von Putin-Held: Mit der Armbrust auf Waljagd

Petropawlowsk. Wladimir Putin hat vor Kamtschatka einen vom Aussterben bedrohten Grauwal harpuniert. Aber bevor jetzt die Weltöffentlichkeit entsetzt aufschreit: Das geschah natürlich im Dienste des Artenschutzes.

Gestern löschte er noch als Wasserbomber-Pilot eigenhändig die riesigen Waldbrände, heute jagt er im Schlauchboot als Wal-Forscher über die Wellen – Russlands Premier Wladimir Putin hat neue TV-Bilder in Actionhelden-Pose produziert: Diesmal vor Kamtschatka, wo sich der Regierungs-Chef gegenwärtig zur Visite aufhält.

Russlands Superman im Wildlife-Einsatz


Am Vortag hatte Putin noch auf der wilden Vulkan-Halbinsel im Osten Russlands den Bären beim Lachsfang zugeschaut, bevor er dann entsprechend motiviert eine Beratung zur regionalen Fischereipolitik führte. Nach der Papier- und Palaver-Arbeit im Kabinett war es für Russlands Superman dann wieder höchste Zeit, das Kostüm und die Rolle zu wechseln.

Bei seinem Besuch im Kronotzki-Nationalpark beehrte Putin eine einsame Forscherstation, wo jedes Jahr die vorbeiziehenden Wale gezählt werden. Dort stieg er in einen warmen rot-schwarzen Überlebensanzug – und ging an Bord eines winzigen Schauchboots, das durch den Nebel in der rauen See verschwand.

Mit einer Armbrust legte er dabei auf einen Grauwal an – um auf diese Weise für russische Forscher eine Hautprobe des Riesen zu entnehmen. Drei Mal habe er verfehlt, der vierte Schuss habe gesessen, berichtete Putin stolz, als er nach einer zweistündigen Schlauchboot-Fahrt in der einsamen Olga-Bucht wieder an Land ging.

Ohne Putin jagen die Forscher nur bei besserem Wetter


Mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit könne aus der Gewebeprobe herausgelesen werden, zu welcher Population der betreffende Wal gehört und in welchen Meeresgebieten er sich zuletzt aufgehalten habe, so der Wladiwostoker Walforscher Wladimir Burkanow. Normalerweise würde man zu diesem Zweck aber nicht bei solch einem Wellengang hinausfahren, gestand er.
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• Sieben Fischer auf Kamtschatka vermisst (17.08.2010)
• Putin entlässt Leopardin in Nationalpark von Sotschi (03.05.2010)
• Ökologie: Putin bläst zum Großputz in der Arktis (29.04.2010)
• Gleich sechs Vulkane auf Kamtschatka aktiv geworden (24.08.2009)
• Putin ohne Schlips: zu Pferde, im Wasser, unter Wasser ... (05.08.2009)
Putin hatte während seiner Spritztour offenbar auch einiges über Wale gelernt: Man könne nun abklären, ob der Wal zur Gruppe der im 19. Jahrhundert schon fast ausgerotteten koreanischen oder doch der tschukotkisch-kalifornischen Grauwale gehöre, dozierte er.

Putin als Vorreiter für Ökotourismus


Ihm habe die Exkursion jedenfalls mächtig gefallen – und er habe jetzt noch mehr Ehrfurcht vor der Arbeit der Wissenschaftler. Außerdem sei es eine „gesamtstaatliche Aufgabe“, den Ökotourismus zu fördern und derartig schöne Gegenden dafür zu erschließen.

Aber bitte auf die sanfte Tour! Noch vor drei Jahren posierte Putin mit nacktem Oberkörper beim Angeln im Altai - also als reinster Fischmörder-Macho.

Diese Jugendsünde scheint vergessen: Inzwischen hat Putin im Dienst der Wissenschaft, des Artenschutzes und seines Images in Russlands Randregionen schon Tiger betäubt, Eisbären gewogen und Leoparden ausgewildert. Doch nun werden für Russlands Einmann-Greenpeace langsam wohl die spektakulären bedrohten Tierarten knapp.
Wen er nicht bald sein Hobby (oder sein Image) ändert, bleibt Putin wohl in Kürze nichts mehr übrig, als im Moskauer Umland bäuchlings auf einer Wiese nach seltenen Käfern zu suchen …



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