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Mit dem neuen Priora will Lada gegen die Verkaufskrise anhalten (Foto: ld/rufo)
Mit dem neuen Priora will Lada gegen die Verkaufskrise anhalten (Foto: ld/rufo)
Montag, 10.09.2007

Autoboom – aber Lada verliert seinen Heimatmarkt

Moskau. Der Marktanteil einheimischer Autos geht in Russland rasend schnell zurück: Der Autohandel boomt, doch bei Lada & Co. sinkt die Produktion. Auf die heimischen Marken entfällt nur noch ein Achtel des Umsatzes.

Nur noch jedes vierte neu in Russland in Verkehr gebrachte Auto stammt von einer der traditionellen einheimischen Marken Lada, GAZ, UAZ, Oka oder Izh. Nach Angaben des Branchen-Analysten ACM-Holding betrug der „russische“ Marktanteil in Russland im Vorjahr noch 41 Prozent.

Importautos verdrängen „vaterländische“ Produkte



Während im ersten Halbjahr 2007 nur noch 304.700 einheimische Autoprodukte in Russland angemeldet wurden (minus 75.000), kauften die von Einkommenswachstum und günstigen Krediten stimulierten russischen Autofahrer 521.500 neue Importautos – über 200.000 mehr als im Vorjahr!

Innerhalb weniger Jahre hat sich das Bild auf dem russischen Automarkt radikal gewandelt: Im Jahr 2000 hatte Lada allein noch einen Marktanteil von 55 Prozent, während der Neuwagen-Import mit 3,5 Prozent statistisch noch eine Randerscheinung war.

Westmarken aus russischen Fabriken holen auf



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Auch die in Russland montierten Fahrzeuge internationaler Hersteller legten deutlich zu: Autos von Renault, Hyundai, Kia, Ford oder Chevrolet „made in Russia“ stellen bereits 198.600 der neu angeschafften Fahrzeuge – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Toyota, Nissan, Suzuki sowie der VW- und der PSA-Konzern wollen angesichts dieser Nachfrage ebenfalls bald russische Montagewerke eröffnen.

In die Statistik mit aufgenommen werden traditionell auch die gebraucht importierten Autos, da sie auf dem Markt in Konkurrenz zu Neuwagen stehen: Ihr Anteil beträgt stabil ca. 13 Prozent – umgerechnet waren dies 160.000 Autos im Halbjahr.

Lada: Sinkende Produktion auf wachsenden Markt



Russland ist der gegenwärtig der am schnellsten wachsenden Automarkt Europas – aber die noch vor wenigen Jahren unangefochten an der Spitze stehenden einheimischen Marken haben mit ihren technisch vergleichsweise rückständigen und notorisch unzuverlässigen Produkten den Anschluss verloren: Lada-Hersteller Avtovaz konnte im ersten Halbjahr 2007 nur ca. 314.000 Autos verkaufen (einschließlich Export) – gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 15 Prozent.

Noch stärker sackten die Verkaufszahlen bei Izh (-23 Prozent), GAZ (minus 26 Prozent) und Seaz , dem Hersteller des Mini-Mobils Oka ab (-70 Prozent). Nur der Geländewagenspezialist UAZ konnte um 6 Prozent auf ca. 15.000 Verkäufe zulegen, berichtet heute die Wirtschaftszeitung „Wedomosti“.

Vor kurzem präsentiert: Der Siber von GAZ - die russische Neuauflage des Chrysler Sebring (Foto: car.ru)
Vor kurzem präsentiert: Der Siber von GAZ - die russische Neuauflage des Chrysler Sebring (Foto: car.ru)

GAZ kommt 2008 mit US-Lizenzmodell „Siber“



GAZ bezeichnet den Rückgang allerdings als geplant, da der Wolga, der bisher einzige Pkw im Angebot des Unternehmens, langsam ausläuft. Ab 2008 will GAZ mit dem „Siber“, einer Lizenzausgabe des früheren Chrysler Sebring, auf dem Markt wieder Boden gewinnen.

Mit Billigprodukten nur schmale Umsätze möglich



Wie gering das Gewicht der russischen Autohersteller auf ihrem Heimatmarkt in Wirklichkeit ist, drückt allerdings eine andere Zahl als der nach Stückzahlen gezählte Marktanteil von 25,7 Prozent aus: Da die „West-Autos“ oft um ein Vielfaches teurer sind als die heimischen Produkte, fließen nur noch 13 Prozent der für Autos ausgegebenen Mittel in die Kassen der russischen Marken.

Während die Weltkonzerne mit Importen nach Russland innerhalb von sechs Monaten 10,2 Milliarden Dollar umsetzten, mussten sich Lada & Co. mit 2,5 Mrd. Dollar bescheiden.


(ld/rufo/St.Petersburg)


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