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Wird Yukos von der Deutschen Bank übernommen? (Foto: newsru)
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Montag, 16.10.2006

Deutsche Bank will Yukos übernehmen

Moskau. Die Deutsche Bank ist an einer Übernahme des vor dem Bankrott stehenden Ölkonzerns Yukos interessiert. Analysten gehen davon aus, dass die Bank im Auftrag von Gazprom handelt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende des einst größten russischen Ölkonzerns, Viktor Geraschtschenko, bestätigte gegenüber der Tageszeitung „Kommersant“, dass er in der vergangenen Woche ein schriftliches Übernahmeangebot von der Deutschen-Bank-Tochter UGF erhalten habe. In dem Brief habe die Deutsche Bank Interesse am Kauf eines Kontrollpakets bekundet und sich gleichzeitig bereit erklärt, die Schulden von Yukos zu übernehmen.

„Wir haben ihnen (den Vertretern der Deutschen Bank – d.R.) dazu geraten, sich an den Direktor der Menatep-Gruppe, Tim Osborne, zu wenden und gaben alle Kontakte. Ob mit ihm irgendwelche Verhandlungen geführt wurden, weiß ich nicht, doch eine friedliche Regelung ist immer möglich“, teilte Geraschtschenko mit. Menatep ist Hauptaktionär des bankrotten Ölunternehmens.

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Der von den Gläubigern eingesetzte Insolvenzverwalter, Eduard Rebgun, wurde nach Angaben seines Pressesprechers über die Offerte nicht in Kenntnis gesetzt.

Deutsche Bank als Interessenvertreter von Gazprom?!


Die Tageszeitung „Kommersant“ vermutet, dass die Deutsche Bank im Auftrag des russischen Gasmonopolisten Gazprom handelt. Für diese These sprechen mehrere Indizien. Erstens war Gazprom einer der Bieter bei der umstrittenen Auktion um die Yukos-Fördertochter Juganskneftegas im Dezember 2004. Bei dem Wettbieten verlor Gazprom überraschend gegen die damals völlig unbekannte Investmentgruppe Baikalfinanz, die, wie sich später heraus stellte, im Auftrag eines anderen Kreml-Unternehmens, des Ölkonzerns Rosneft, aktiv wurde.

Zweitens ist die Deutsche Bank strategisches Consulting-Unternehmen von Gazprom. Schon beim Kauf des Ölkonzerns Sibneft hatte die Deutsche Bank Gazprom Hilfestellung geleistet.

Drittens, traf sich Gazprom-Chef Alexej Miller erst vor einer Woche mit dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Bei dem Gespräch ging es um Finanzierungsfragen für zukünftige Übernahmen. Überraschend wurde auf dem Treffen auch über die vorzeitige Kreditrückzahlung durch Gazprom gesprochen. Wie der „Kommersant“ kommentiert, sei die „Umstruktierung des Portefeuille eine gewöhnliche Operation vor großen Geschäften.“

Rosneft als Hintermann unwahrscheinlich


Deutlich unwahrscheinlicher sei, dass die Deutsche Bank im Auftrag von Rosneft gehandelt habe, schreibt das Blatt weiter. Rosneft sei wohl kaum daran interessiert, dass die Deutsche Bank alle Schulden übernehme, da Rosneft selbst Hauptgläubiger sei und damit Anspruch auf das Yukos-Erbe erheben könne.

Insgesamt belaufen sich die Schulden des Yukos-Konzerns auf 586,6 Mrd. Rubel (17,3 Mrd. Euro), Rosneft beansprucht davon 150 Mrd Rubel (4,4 Mrd. Euro), das von Rosneft kontrollierte Unternehmen Juganskneftegas klagt auf 109 Mrd. Rubel (3,2 Mrd. Euro).

Bei Gazprom, Rosneft und der Deutschen Bank waren keine Kommentare zu dem Übernahmeangebot zu erhalten.

(ab/.rufo)


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