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Blick aus dem Hauptgebäude von Gazprom. Deutsche Banken gewinnen mehr Einfluss bei Russlands Monopolisten. (Foto: Ballin/.rufo)
Blick aus dem Hauptgebäude von Gazprom. Deutsche Banken gewinnen mehr Einfluss bei Russlands Monopolisten. (Foto: Ballin/.rufo)
Donnerstag, 08.12.2005

Deutsche Banken steigen in russisches Gas ein

Moskau. Für 800 Mio. USD (680 Mio. Euro) könnte die Dresdner Bank bei Russlands drittgrößtem Finanzinstitut, der Gazprombank, einsteigen. Auch die Deutsche Bank hat sich schon Einfluss bei Gazprom gesichert.

Die Dresdner Bank soll 30 Prozent der Gazprombank-Aktien übernehmen. Das russische Geldhaus, das bislang vollständig von Gazprom kontrolliert wird, will 6,67 Millionen neue Aktien herausgeben, die von der Dresdner Bank dann übernommen werden sollen.

Aktien möglicherweise später an die Börse


Das Geschäft soll bis Anfang 2006 abgewickelt werden. Später können diese Aktien dann an die Börse gebracht werden. Der Kaufpreis von umgerechnet 680 Millionen Euro gilt unter Experten als vergleichsweise niedrig. Die Aktiva der Gazprombank belaufen sich auf 416,1 Mrd. Rubel (12,2 Mrd.Euro), der Reingewinn im ersten Halbjahr 2005 betrug umgerechnet 82,3 Mio. Euro.

Außerdem wickelt der russische Erdgasmonopolist Gazprom über die Hälfte seiner Geldgeschäfte über die Gazprombank ab. Der faire Preis für das Finanzinstitut liege daher bei 6,5 Mrd. USD (5,5 Mrd. Euro) schätzte der Analyst der Uralsib-Bank, Wladimir Tichomirow, gegenüber der Wirtschaftszeitung „Wedomosti“. Dementsprechend müssten 30 Prozent der Aktien immer noch weit über eine Milliarde Euro kosten.

Bescherung für langjährigen Partner


Das „Weihnachtsgeschenk“ für die Dresdner Bank findet in der langjährigen strategischen Partnerschaft zwischen dem deutschen Geldhaus und Gazprom seine Begründung. Die Dresdner Bank beriet den Erdgasriesen unter anderem auch bei der Übernahme des Ölkonzerns Sibneft.


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• Deutsche Bank verkauft russische Gasprom-Aktien (22.04.2004)
• Gasstreit Moskau-Kiew wertet Ostseepipeline auf (07.12.2005)
• Die Ostsee-Gaspipeline wird teurer als geplant (02.12.2005)
• Nicht teurer, aber sicher: Ostseepipeline-Baustart (07.12.2005)
• Brüssel sorgt sich um Gasversorgung für Europa (08.12.2005)
Der Russlandchef der Dresdner Bank, Matthias Warnig, soll Informationen des Wall Street Journals zu Folge aus seiner früheren Stasi-Zeit mit Russlands Präsident Wladimir Putin bekannt sein. Ob es diese Kontakte wirklich gab, ist nicht bewiesen. Zumindest gelang es der Dresdner Bank in den letzten Jahren immer wieder lukrative Aufträge an Land zu ziehen, u.a. wurde das Finanzinstitut mit der Schätzung des Yukos-Kronjuwels, Yuganskneftegas, beauftragt.

Die Übergabe des Blockadepakets bei der Gazprombank ist ein weiterer Vertrauensbeweis für die Dresdner, denn sie gewinnt damit auch Einfluss auf den für Russland strategisch wichtigen Gazprom-Konzern.



Deutsche Bank steigt ebenfalls bei Gazprom ein


Auch die Deutsche Bank hat ihren Einfluss bei dem Gasgiganten verstärkt. Anfang der Woche stockte sie ihren Anteil bei der russischen Investmentbank UFG (United Financial Group) von 40 auf 100 Prozent auf. Der Kaufpreis soll Schätzungen zu Folge bei umgerechnet 340 Mio. Euro liegen.

Die UFG verwaltet etwa sieben Prozent der Gazprom-Aktien. Diese Gazprom-Papiere werden nur auf dem russischen Markt gehandelt und sind deutlich billiger als die an westlichen Börsen verkauften Anteilsscheine des Gaskonzerns. Wird der Handel mit Gazprom-Aktien, wie von Wirtschaftsminister German Gref schon lange gefordert, liberalisiert, werden sich die Papiere deutlich verteuern.

Die Beteiligung der deutschen Großbanken an dem russischen Erdgasmonopolisten ist ebenso eine strategische Investition wie das Projekt der Ostseepipeline. Russisches Erdgas ist in Europa heiß begehrt. Investitionen in Gazprom versprechen den Banken daher erstens ein gutes Geschäft und zweitens auch noch Einfluss. Gazprom seinerseits ist auf Kapital angewiesen, will der Konzern seine Expansionspläne verwirklichen.

(ab/.rufo)


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