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Roman Abramowitschs Konzern Evraz droht eine empfindliche Strafe (Foto: Archiv/.rufo)
Roman Abramowitschs Konzern Evraz droht eine empfindliche Strafe (Foto: Archiv/.rufo)
Dienstag, 25.05.2010

Kartellamt: Wie Abramowitschs Stahl gehärtet wurde

Moskau. Das russische Kartellamt erhebt schwere Vorwürfe gegen den Stahlkonzern Evraz von Milliardär Roman Abramowitsch. Der habe seine „Monopolstellung“ ausgenutzt, um die Preise zu erhöhen. Auch Putin ist unzufrieden.

Die russischen Stahlkocher wollen die Preise erhöhen. Schon im Juni könnte Stahl um bis zu 25 Prozent teurer werden. „Klar, dass die Ausgaben steigen können, aber das ist noch lange kein Grund für so heftige Preissprünge“, sagte Premier Wladimir Putin. Vor allem bei der Stahlindustrie müsse scharf kontrolliert werden, wie die Preise gebildet werden, gab er dem Leiter der Kartellbehörde Igor Artemjew auf den Weg.

Kosten aufgebläht, um Preise zu treiben


Artemjew hatte die passende Antwort bereits parat: „Wir prüfen die ganze Kette, beginnend beim Erz über die Pellets und den Koks bis hin zum Walzen“, berichtete er. Auffällig sei dabei, dass die Stahlkonzerne dabei überhöhte Weltmarktpreise einberechnen und ihre eigenen Kosten künstlich aufblasen, um den Preis zu treiben. Der Aufschlag liege zwischen 20 und 30 Prozent, teilte er mit.

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Gegen die Evraz-Holding (Teil des Konzerns Evraz) sei daher bereits ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte Artemjew. Das Kartellamt verdächtige die Holding verschiedenen Kunden unterschiedliche Preise anzubieten. Da die Evraz-Holding in bestimmten Segmenten eine dominierende Stellung habe, nutze sie ihre Monopolstellung aus.

Strafe von über 100 Mio. USD droht


Wird der Konzern verurteilt, droht ihm eine Strafe zwischen einem und 15 Prozent des jährlichen Umsatzes. Im vergangenen Jahr hat Evraz einen Umsatz von 9,8 Mrd. Dollar bei einem gleichzeitigen Verlust von 1,3 Mrd. Dollar angegeben. Ein Prozent davon wären 98 Mio. Dollar.

Evraz ist zugleich größter Aktionär des Bergwerkunternehmens Raspadskaja (kontrolliert 80 Prozent der Aktien). Bei einem Schachtunglück des Unternehmens vor wenigen Wochen sind mindestens 67, schätzungsweise aber 90 Bergarbeiter ums Leben gekommen.

Vorgehen gegen Evraz Antwort auf Raspadskaja?


Möglicherweise ist das Vorgehen der Regierung auch als Reaktion darauf zu verstehen. In Sibirien, in der Bergbauregion Kusbass wächst derzeit nämlich die Unzufriedenheit der Bergleute. Offensichtlich haben Sicherheitsmängel zu der Katastrophe geführt. Diese hat nicht nur Dutzende Menschen in den Tod geführt, sondern bedroht nun auch das weitere Schicksal anderer Bergleute, die nach dem Schachtunglück arbeitslos geworden sind.

Es gibt bereits erste öffentliche Proteste und die Regierung befürchte, dass es zu Massendemonstrationen komme, berichtet die Tageszeitung „Wedomosti“. Das harte Vorgehen gegen Roman Abramowitsch, den letztendlichen Besitzer der Mine sei darauf angelegt, die soziale Unruhe einzudämmen.

Ein Sprecher der Kartellbehörde dementierte allerdings den Zusammenhang zwischen dem Unglück bei Raspadskaja und den Ermittlungen gegen Evraz.



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