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Alexej Miller gibt sich optimistisch vor der Aktionärsversammlung von Gazprom. (Foto: ab/.rufo)
Alexej Miller gibt sich optimistisch vor der Aktionärsversammlung von Gazprom. (Foto: ab/.rufo)
Freitag, 26.06.2009

Miller: Gazprom hat die Talsohle hinter sich

Moskau. Auf der jährlichen Aktionärsversammlung versprüht Gasprom-Chef Alexej Miller verhaltenen Optimismus: Der tiefste Punkt der Krise sei durchschritten, wenn auch einige Projekte aufgeschoben werden müssten.

Miller sagte vor den Aktionären des russischen Gasriesen am Freitag in Moskau, das Tal der Krise im Energiesektor sei durchschritten. Außerdem habe Gazprom nicht vor, seine Gas-Vereinbarungen mit der Ukraine abzuändern.

Miller spricht zudem von den Expansionsplänen seines Konzerns: Zehn Prozent des britischen Gasmarkts gelte es zu erobern. Obwohl die Nachfrage nach russischem Gas seitens Europa im Zuge der Krise zurückgegangen waren, seien die Bestellungen zum jetzigen Zeitpunkt bereits wieder auf dem Niveau von 2008, teilte Miller mit.

Preise und Nachfrage wachsen wieder

Bei Russland-Aktuell
• Gazprom will riesiges Messe- und Kongresszentrum bauen (24.06.2009)
• EU gewährt Ukraine keinen Kredit für den Gaskauf (19.06.2009)
• Gazprom gar nicht geizig: Miller macht Millionen (19.06.2009)
„Wir beobachten ein stetes Anwachsen der Preise und des Verbrauchs. Das bedeutet. Das lässt darauf schließen, dass das Tal der Krise durchschritten ist“, so Miller wörtlich.

Und doch werden einige neue Projekte wegen des Einbruchs von Ende 2008/Anfang 2009 erst später angeschoben werden, gab Miller zu. Betroffen ist ganz konkret der Beginn der Gasförderung auf der nordsibirischen Halbinsel Jamal.

Die Verlangsamung in der Entwicklung des Konzern sei aber keine Folge mangelnder finanzieller Möglichkeiten, sondern ausschließlich eine Reaktion auf die Marktlage. So ist Miller überzeugt davon, dass Gazprom bereits 2011 zehn Prozent des Marktes in Großbritannien abdecken kann.

Neuer Gaskrieg mit Ukraine unwahrscheinlich

Zur schwierigen Situation im Gasgeschäft mit der Ukraine sagte Miller, es werde keine Modifizierungen der getroffenen Vereinbarungen geben und auch eine Neuauflage des „Gaskrieges“ vom Jahresbeginn sei eher unwahrscheinlich.

In Bezug auf den Vorschlag des ukrainischen Präsidenten Juschtschenko, die Gaslieferungen in die Ukraine und nach Europa vertraglich zu trennen, ließ Miller deutlich verlauten: „Die Verträge müssen erfüllt werden und unterliegen keiner Änderung.“

Exportminus von bis fast 40 Prozent für 2009

Derweil veröffentlichte Alexander Medwedew, Leiter von Gazprom Export, am Donnerstag wenig optimistisch stimmende Zahlen. Wegen des Rückgangs der Nachfrage könnte Gasprom 2009 bis zu 40 Milliarden Dollar weniger Gewinne einfahren – also 38,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Doch auch diese „pessimistische Prognose“ würde Gazprom nicht daran hindern, „sich unter gewissen Korrekturen bei den Investitionspro- grammen hinreichend stabil zu entwickeln“, so Medwedew. Und das ohne die Formel für die Preispolitik beim Export anzurühren.



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