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Montag, 02.04.2007
Neues Gesetz: Keine Südländer auf russischen Märkten
Moskau. Seit dem ersten April dürfen auf Märkten in Russland keine Ausländer mehr verkaufen. Russisches Ersatzpersonal muss höher bezahlt werden. In der Folge steigen voraussichtlich die Preise für Obst und Gemüse.
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Seit dem ersten April gilt in Russland eine Regierungsverordnung, die es Migranten ohne russische Staatsbürgerschaft verbietet, auf russischen Märkten zu arbeiten. Die Verordnung betrifft vor allem Ausländer aus dem Kaukasus und den zentralasiatischen Ländern, die auf den Märkten in Russland bisher zahlreich anzutreffen waren und dort das Angebot mit Früchten, Gemüse, Nüssen, Fleisch oder Käse aus den südlichen Regionen der ehemaligen Sowjetunion bereicherten.
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Die Hälfte der Händler muss ausreisen
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Laut der neuen Verordnung müssen sie jetzt entweder umschulen und in einer anderen Branche arbeiten – etwa als Lastenträger oder Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma. Oder aber sie müssen das Land verlassen.
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Nach Einschätzung des Oberhaupts der aserbaidschanischen, national-kulturellen Gemeinschaft „Odschach“ Tofik Melikow wird nur die Hälfte der bisher auf den Märkten als Verkäufer beschäftigten Ausländer den Beruf wechseln und in Russland bleiben. Die übrigen fünfzig Prozent werden seiner Einschätzung nach in ihre Heimat zurückkehren.
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Protektionistische Maßnahme
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Dem Erlass der Verordnung durch die Russische Regierung am 15. November 2006 war die Aufforderung von Präsident Wladimir Putin vorausgegangen, „die heimische Bevölkerung des Landes zu schützen“.
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Doch offenbar findet die russische Bevölkerung die Arbeitsbedingungen auf den Märkten wenig attraktiv. Das staatliche Statistikamt kam zu dem Ergebnis, dass nur 52 Prozent der frei gewordenen Plätze mit neuem, russischem Personal besetzt werden konnten.
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Russen sind teurer
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„Welcher Russe stellt sich schon für 8.000 Rubel (rund 235 Euro) zwölf Stunden lang täglich hierhin. Außerdem würde er noch selbst die Verantwortung für eventuelle Verluste tragen“, zitiert die Tageszeitung Kommersant einen Standbesitzer auf dem Moskauer Dorogomilowski-Markt.
Der Tuschinskaja Markt in der Nähe der gleichnamigen Metrostation im Norden der russischen Hauptstadt beispielsweise muss an diesem Montag endgültig geschlossen werden. Grund: Es gibt nicht genügend Personal, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.
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Mit den Händlern verschwanden die Früchte
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Dass die Verordnung letztlich wirklich dem „Schutz der einheimischen Bevölkerung“ dienlich ist, kann bereits jetzt angezweifelt werden. Negative Folgen sind bereits absehbar: Einige der verbliebenen Händler mit russischer Staatsbürgerschaft befürchten, dass mit den Verkäufern aus den südlichen Republiken bald auch die Südfrüchte und das Gemüse ausbleiben könnten.
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„Zurzeit haben wir noch Import-Tomaten auf Lager. Bald gehen uns diese Vorräte aus und neue gibt es noch nicht. Es wird einen Engpass geben, die Preise werden steigen, alle werden uns beschimpfen, obwohl wir dafür nicht verantwortlich sind“, beklagte sich eine Verkäuferin gegenüber der Tageszeitung „Kommersant“.
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Es zahlt der Verbraucher
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Nicht nur durch den möglichen Warenengpass könnten die Preise bald steigen. „Für genaue Prognosen ist es noch früh. Aber es ist klar, dass ein Russe kaum sechs Tage in der Woche für einen Monatslohn von 300 bis 500 US-Dollar (rund 245 bis 400 Euro) arbeiten wird“, sagte ein Gewerkschaftsvertreter gegenüber den Medien.
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„Die Ladenbesitzer werden die Löhne anheben müssen, um russisches Personal zu gewinnen. Und ein gewisser Teil der Kosten wird auf jeden Fall auf den Preis der Ware aufgeschlagen werden", so der Gewerkschafter.
(cj/.rufo/Moskau)
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