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Weniger Rohstoffe, mehr verarbeitende Industrie ist die Losung (Foto: Avtotor)
Weniger Rohstoffe, mehr verarbeitende Industrie ist die Losung (Foto: Avtotor)
Mittwoch, 07.02.2007

Putin fordert von Oligarchen Stärkung der Industrie

Moskau. Präsident Putin fordert von den Oligarchen, sich stärker auf die verarbeitende Industrie zu konzentrieren. Die Konzentration auf den Rohstoffexport sei schädlich für Russlands Wirtschaft, konstatierte er.

Während der inhaftierte Ex-Oligarch Michail Chodorkowski im sibirischen Tschita neuen Anklagen entgegensieht, empfing Russlands Präsident Putin gestern auf seiner Datscha die Vertreter des Big-Business – „die früher Oligarchen hießen“, wie die russische Tageszeitung „Wremja Nowostjei“ ironisch vermerkt. Das Treffen fand im Vorfeld des 15. Geburtstages des russischen Verbandes der Großunternehmer, RSPP, statt

Kurs auf verarbeitende Industrie gefordert


Bei dem Treffen ging es freilich nicht um Chodorkowski, sondern um die Zukunft der russischen Wirtschaft. Putin forderte von den Wirtschaftskapitänen den Kurs stärker auf die verarbeitende Industrie zu setzen. „Russland nimmt den ersten Platz in der Welt bei der Gasförderung ein und kann in diesem Jahr die Führungsposition bei der Ölförderung übernehmen. Ich weiß nur nicht, ob wir das nötig haben“, fragte Putin die Oligarchen.

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Es seien nun günstige Bedingungen für Investitionen in die verarbeitende Industrie geschaffen worden. „Diese Chance dürfen wir nicht auslassen“, ergänzte er. Obwohl die Mehrzahl der geladenen Gäste – u.a. Alfa-Chef Michail Fridman und Renova-Boss Viktor Wechselberg (beide TNK-BP), Sergej Bogdantschikow (Rosneft), Alexej Miller (Gazprom), Wagit Alekperow (Lukoil) und Oleg Deripaska (Vereinigte Russische Aluminiumgesellschaft) - aus der Rohstoff-Branche stammt, stimmte die Runde den Forderungen des Präsidenten zu.

Oligarchen wollen Steuererleichterungen


„Wir sind bereit, in die verarbeitende Industrie zu investieren, würden uns nur zusätzliche Stimuli wünschen“, entgegnete der Vorsitzende des Unternehmerverbandes, Alexander Schochin. Als Hauptanreiz zur Umorientierung ihrer Aktiva in die Verarbeitungs- und Veredelungsbranche sehen die Industriellen Steuervergünstigungen.

Andere Oligarchen wollen auch das Ausland in die Pflicht nehmen. Viktor Wechselberg schlug beispielsweise vor, dass Flugzeuglieferanten vom Typ EADS und Boeing sich verpflichten müssten, Teile der Produktion nach Russland zu verlegen, um ihre Maschinen auf dem russischen Markt abzusetzen.

Imagekampagne soll des Renommee Russlands und seiner Oligarchen aufbessern


Dazu sei allerdings eine Imagekampagne nötig, gestand der Liebhaber von Fabergé-Eiern ein. „Made in Russland“ müsse wieder ein Markenzeichen werden.

Ein paar Imagetipps gab auch Präsident Putin den Oligarchen auf den Weg. Diese sollten ihre Investitionen im Ausland mit anderen Worten charakterisieren, um keine Angst vor einer möglichen russischen Invasion aufkommen zu lassen „Lasst uns auf die gewöhnliche Terminologie verzichten: Eroberung (von Märkten – d.R.) und Expansion, sonst bekommen unsere Kollegen Angst, unverständlich nur wovor“, sagte der Kremlchef.

Dass der Gebrauch von Euphemismen freilich nicht bei jeder Image-Kampagne hilft, musste kürzlich der Buntmetall-Oligarch Wladimir Prochorow erfahren. Der hatte seine amourösen Abenteuer im französischen Nobelskikurort Courchavel als „russische Art, schön und grell zu feiern“ zu feiern deklariert. Die Polizei hatte ihn dennoch verhaftet. Westliche Medien titulierten die Party als Orgie.

(ab/.rufo)


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