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Noch immer eine gern genutzte Alternative zu teuren Supermärkten: Im Straßenverkauf gibt es Fisch, Fleisch, Obst, und Gemüse (Foto: Jahn/.rufo)
Noch immer eine gern genutzte Alternative zu teuren Supermärkten: Im Straßenverkauf gibt es Fisch, Fleisch, Obst, und Gemüse (Foto: Jahn/.rufo)
Mittwoch, 24.09.2008

Russland: Lebensmittelpreise steigen stärker als in EU

Moskau. Das Statistikamt Rosstat hat eine aktuelle Statistik zur Entwicklung der Lebensmittelpreise veröffentlicht. Danach stiegen die Preise viermal so stark wie im EU-Durchschnitt. Der Brot-Preis kletterte um 21,6 Prozent.

Das staatliche russische Statistikamt Rosstat hat am Dienstag eine Statistik über die Entwicklung der Lebensmittelpreise innerhalb der ersten sechs Monate des andauernden Jahres vorgestellt.

Bei Russland-Aktuell
• Russland will Exportweltmeister für Getreide werden (17.09.2008)
• Dank Obst und Gemüse: Inflation in Russland rückläufig (31.07.2008)
• Inflation in Russland steigt auf 9,3 Prozent (23.07.2008)
• Inflation in Russland im 1. Halbjahr bei 8,9 Prozent (01.07.2008)

Brot verteuert sich um 21,6 Prozent


Danach betrug der Preisanstieg von Dezember 2007 bis Ende August 2008 in Russland 12,2 Prozent. Im europäischen Durchschnitt lag er dagegen lediglich bei drei Prozent. Besonders stark sind die Preise für Brot und Gemüse angestiegen:

Die Brot-Preise stiegen in Russland um ganze 21,6 Prozent, während der Anstieg im EU-Durchschnitt lediglich 5,5 Prozent betrug. Gemüse verteuerte sich um 19 Prozent – in Europa betrug das Preiswachstum gerade einmal 3,7 Prozent. Bei Früchten fiel der Preisanstieg in Russland mit 5,9 Prozent gemäßigter aus – im EU-Durchschnitt stiegen die Frucht-Preise um 3,5 Prozent.

Lediglich für Milch-Produkte, Käse und Eier blieben die Preise in Russland relativ stabil – sie stiegen um 0,3 Prozent während die Milch-, Käse- und Eier-Preise im EU-Durchschnitt um 2,5 Prozent anzogen.

Weg zum Käufer wird länger


Die Fachleute des Instituts führen den hohen Anstieg vor allem auf zwei Faktoren zurück: fehlende Konkurrenz auf dem russischen Markt und zusätzlich protektionistische Maßnahmen, die den heimischen Lebensmittelproduzenten ihre Monopol-Position sichern.

Die Preisinflation bei den Lebensmitteln werde auch weiter anhalten. Demnächst könnten die Preise für Kartoffeln und Tiefkühl-Fleisch empfindlich ansteigen: Im Sommer hatten die Russen die Kartoffeln direkt von Kleingärtnern auf den Märkten kaufen können. Der Weg vom Produzenten zum Käufer werde in den kommenden Wochen viel komplizierter, so ein Fachmann.

Beim Tiefkühl-Fleisch wirke sich schon jetzt ein Importverbot für Hühnerschenkel aus den USA negativ auf die Preisentwicklung aus – Russland hatte den Import aus den USA nach dem Kaukasus-Konflikt verboten.



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