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Kann nach monatelangem Feilschen wohl nun die VBI übernehmen: Sberbank-Chef German Gref (Foto: Ballin/.rufo)
Kann nach monatelangem Feilschen wohl nun die VBI übernehmen: Sberbank-Chef German Gref (Foto: Ballin/.rufo)
Donnerstag, 14.07.2011

Sberbank expandiert nach Österreich und Osteuropa

Moskau. Die Sberbank wächst über Russland hinaus. Das größte russische Finanzinstitut übernimmt die Osteuropa-Tochter der österreichischen Volksbank AG Volksbank International (VBI). Der Kaufpreis liegt bei 590 Mio. Euro.

Die VBI mit Sitz in Wien steuert ein Bankennetzwerk in neun Ländern Mittel- und Osteuropas (Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Rumänien und die Ukraine). Die Bilanzsumme 2010 lag nach bankeigenen Angaben bei 13,7 Mrd. Euro.

Seit dem vergangenen Jahr wird über den Verkauf der VBI verhandelt. Die Muttergesellschaft Volksbank AG (besitzt 51 Prozent) muss Aktiva verkaufen und schrumpfen, um ihre Zahlungsverpflichtungen (allein gegenüber dem österreichischen Staat werden in diesem Jahr 300 Mio. Euro Rückzahlungen fällig) erfüllen zu können. Auch die mit je 24,5 Prozent beteiligten Minderheitsaktionäre aus Deutschland (DZ-Bank) und Frankreich (Banques Populaires) wollen sich von ihren Anteilen trennen.

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• German Gref schlägt Russland Erfolgsformel 3 5 vor (15.06.2011)
• Sberbank pokert um Einstieg bei Österreichs VBI (07.06.2011)
• Medwedew-Berater fordert rigorose Bankenprivatisierung (03.02.2011)
• Keine Gewalt: Sberbank will Bankräuber anschmieren (01.07.2010)
• Sberbank-Chef Gref entlastet Chodorkowski vor Gericht (21.06.2010)

Kampf um die osteuropäischen Kunden


Die Sberbank hingegen, deren Geschäft bislang auf den GUS-Raum beschränkt ist, will nach Osteuropa expandieren und sich dort künftig mit Branchengrößen wie der Raiffeisenbank oder Unicredit messen.

Monatelang wurde gefeilscht, die Verkäufer peilten Medienberichten nach einen Preis von zwei Milliarden Euro an. Mehrfach standen die Gespräche am Rande des Abbruchs. Ein geplanter Vertragsabschluss bei der Wien-Reise von Sberbank-Chef German Gref im Juni platzte. Die Sberbank erbat sich weitere Bedenkzeit.

Absichtserklärung wird am Freitag unterzeichnet


Nun steigt sie ein. Die Absichtserklärung soll am Freitag im Laufe des Tages unterschrieben werden. Nach Klärung der letzten Details wird ein rechtsgültiger Vertrag innerhalb von zwei Wochen erwartet.

Der Kaufpreis für die VBI (ohne deren als riskant geltendes Rumäniengeschäft) ist freilich immer noch umstritten. Laut Reuters-Informationen beläuft er sich auf 590 Mio. Euro, die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet über immerhin 700 Mio. Euro. Der genaue Preis soll nach einem due diligence (sorgfältige Prüfung der Bank) festgelegt werden, erklärte ein Verhandlungsteilnehmer.

Sberbank dick im russischen Geschäft


Wie auch immer der Preis ausfallen wird in diesem Rahmen; die Sberbank zahlt das aus der Portokasse. Die älteste (noch existierende) Bank Russlands (1841 gegründet) kontrolliert über ein Viertel des russischen Bankenkapitals und vergibt mehr als ein Drittel aller Kredite in Russland.

Im ersten Halbjahr 2011 konnte das Unternehmen eine Verdreifachung ihres Gewinns vermelden. Umgerechnet knapp 4,3 Mrd. Euro hat die Sberbank in dem Zeitraum verdient.

Trotzdem ist die Expansion nach Westen für die Sberbank wichtig: Zum einen gilt Osteuropa nach wie vor als Wachstumsmarkt, zum anderen soll die Sberbank weiter privatisiert werden (noch gehören 61 Prozent der Aktien dem Staat). Um einen IPO auch an westlichen Börsen zu starten, ist internationale Präsenz von Vorteil.



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