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Hiddink und sein Team beim Training vor dem Halbfinale. Foto: newsru.com
Hiddink und sein Team beim Training vor dem Halbfinale. Foto: newsru.com
Dienstag, 24.06.2008

Fußball: Wie Hiddink aus platten Flundern Haie macht

St. Petersburg. Heute ist die russische Nationalmannschaft von Basel nach Wien geflogen, wo sie sich auf das Halbfinale gegen Spanien vorbereitet. Derweil wird weiter diskutiert: Was macht Hiddink mit der Sbornaja?

Ein „Synonym für Freiheit und Furchtlosigkeit“ sei der Holländer, heißt es in den russischen Medien. „Ich habe einen Kulturschock“, sagt ein Sportjournalist, „das ist doch nicht unsere Sbornaja, die da spielt!“ Ein Schweizer Boulevardblatt sieht es ganz einfach: „Die sind gedopt!“

Sind sie nicht. Stürmerstar Andrej Arschawin war die halbe Nacht nach dem Spiel gegen Schweden mit der Abgabe einer Dopingprobe befasst – herausgekommen ist dabei nichts, natürlich. Zu solchen Mitteln greift ein Hiddink nicht. Er impft seinen Spielern, seien es Australier, Koreaner oder Russen, keine verbotenen Präparate ein, sondern Selbstvertrauen und Kampfgeist.

Weg mit den Minderwertigkeitskomplexen!

Was wurde in den letzten Jahren nicht diskutiert um den Sinn, einen Ausländer nach Russland zu holen, nachdem alle inländischen Koryphäen der Trainerzunft sich an der Nationalelf die Zähne ausgebissen hatten. Da mussten oft die alten Stereotypen herhalten, die da lauten: Die unergründbare russische Seele ist untauglich für den Einfluss von außen.

Vielleicht liegt gerade da das Geheimnis? Denn der Waräger aus dem fernen Westen konnte ganz frisch und unbedarft ans Werk gehen, ohne den Ballast des Wissens um den verletzten Eigenstolz dieses Volkes. Und es fruchtete: Die längst als unheilbar diagnostizierten Minderwertigkeitskomplexe hat er den russischen Spielern bei der Vorbereitung auf die EM mal so richtig ausgetrieben.

Kann das gut gehen?

Nur noch drei Spiele, dann ist das Spektakel der EM auch schon wieder vorbei. Egal, ob Russland sich im Halbfinale am Donnerstag verabschiedet, die Spuren ihres Spiels sind nicht mehr zu tilgen. Ist da ein Team geboren worden, mit dem Europa und die Welt weiterhin rechnen muss?

Interessant ist schon jetzt, wie es weitergehen wird bei der Qualifikation zur Weltmeisterschaft, denn da sind Russland und Deutschland Gruppengegner. Aber bis dahin? Mancher fragt sich schon, wie das gut gehen soll, wenn die „heißen Jungs“ in die mittelmäßige russische Premierliga zurückkommen. Verpufft da nicht aller Mut?

Bei Russland-Aktuell
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• Fußball-EM: Russland schlägt Niederlande 3:1 (22.06.2008)
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Oder bleiben sie gleich alle im Westen, wie früher die Ballettstars und Eishockeyspieler? Arschawin will schon jetzt jeder haben. Glaubt man der Presse, streiten sich schon Chelsea und Barcelona um den jungen Angreifer von Zenit St. Petersburg. Und Akinfejew, Pawljutschenko, Schirkow… Kommen die überhaupt wieder, oder müssen ZSKA und Spartak sich schleunigst nach neuen Spielern umsehen?

Es geht voran

Mag sein, dass nun ein Ausverkauf bevorsteht, wie es vor vier Jahren bei den Griechen der Fall war. Die Medaille hat aber auch eine andere Seite: Der Erfolg der Sbornaja wird einen Aufschwung für den inländischen Fußball bedeuten, der nicht zu unterschätzen ist. Die Tendenzen in dieser Hinsicht sind seit Jahren aufsteigend gewesen und werden nun einen weiteren Anstoß bekommen.

Angestoßen wird auch das wachsende Selbstbewusstsein im Land. „Wir sind wieder wer!“ erklingt auch hierzulande immer häufiger. Auch der Fußball ist heute ein Symbol für ein aufsteigendes Russland, eine neue Mentalität, ein neues Selbstvertrauen. Stabilität nach innen und außen, immer größer werdende Wirtschaftskraft, Autorität auf der politischen Weltbühne.

Da passt sehr gut hinein, dass Guus Hiddink, der Waräger aus den Niederlanden, den Russen beibringt, das Siegen auf dem Fußballplatz zu lernen. Ein russischer Journalist sagte: „Man kann als Hai ins Spiel gehen oder als dessen Opfer.“ Oder, anders formuliert: Hiddink hat es vermocht, aus platten Flundern Haie zu machen. Also Achtung, bissige Russen!



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