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Zwar gab es unter den Zaren gleich zwei Nikoläuse. Zwar beging die Zarenfamilie der Romanows alljährlich den Nikolaustag. Und schon Peter der Grosse hatte den Weihnachtsbaum aus Holland importiert und allen Untertanen zur Pflichtübung gemacht. Ein früher Fall von Know-how-Transfer. Allerdings: den Nikolaus gleich mitzuimportieren hatte Zar Peter leider vergessen. Und damit den russlandüblichen Hang zum Monopol verstärkt. Für Djed Moros gibt’s bis heute keine richtige Konkurrenz. Der Nikolaus kann sich im westlichen Vorweihnachtsgeschäftsrummel als Groupie des Weihnachtsmanns austoben.
Ein Blick in die Kulturgeschichte:
Allerdings begeht die russisch-orthodoxe Kirche den Tag des Heiligen Nikolai, des Schutzheiligen der Reisenden und Seefahrer am 19.12., wie es sich gehört, um 13 Kalendertage verschoben.
Und dies ist auch der Zeitraum, in dem im alten Russland – und allem Anschein nach auch schon in vorchristlicher Zeit – die Dörfler sich als Geister und Schreckgespenster vermummten, singend und manchmal auch randalierend durch die Siedlungen zogen und bei den Koladki-Swatki-Feiern Unmengen von Bier vertilgten. Eine nicht ganz christliche Veranstaltung, die eher einer Mischung aus dem amerikanisch-keltischen Halloween-Treiben oder den St.Martins-Zügen im deutschen Rheinland ähnelte.
Der Brauch, Kindern am Nikolaustag Süssigkeiten zu schenken, soll aber im vorrevolutionären Russland auch verbreitet gewesen sein. Zumindest in der Zarenfamilie.
(rUFO/td)
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