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| Es spricht für den russischen Waggon-Bau, dass es bei der Entgleisung keine Toten gab (Foto: TV) | |
Dienstag, 14.08.2007
Schnellzug-Bombe: Vorhang auf zum Wahlkampf
Von Gisbert Mrozek, Moskau. Nun macht der russische Katastrophenmonat August doch seinem Namen alle Ehre. Gut, dass es keine Toten gab, als der „Newski Express“ entgleiste. Das Szenario wirkt dennoch bedrohlich.
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Wer noch nicht von selbst auf die Idee gekommen war, dass der Anschlag auf den Superschnellzug in der gottverlassenen Waldgegend am Rande der Waldaihöhen der Auftakt zum Wahlkampf in Russland sein könnte, den brachte FSB-Chef Nikolai Patruschew umgehend drauf.
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Auf der ("seit langem für den heutigen Dienstagvormittag geplanten") Sitzung des Nationalen Anti-Terror-Komitees stellte der Geheimdienstchef selbst fest, dass es eine Verbindung zwischen der Express-Bombe, der Lage im Kaukasus und den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen gebe. Die Sicherheitsmaßnahmen müssten für die Wahlen verstärkt werden, sagte Patruschew.
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Das ist eigentlich nichts Besonderes. Das sagen immer alle Geheimdienstchefs bei solchen und anderen Gelegenheiten. Patruschew sagt das auch immer wieder, seit 2000. Womit er übrigens weder Nordost noch Beslan noch einige andere Terroranschläge verhindern konnte.
Und in der Tat ist interessant, wie Patruschew die russischen Eisenbahnlinien mitten in den Sümpfen und Wäldern des Landes künftig gegen Terroranschläge immunisieren will. Oder die Gas- und Ölpipelines. Oder die Stromleitungen.
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| Putin beim Angeln mit Fürst Albert von Monaco in Sibirien (Foto: www.factnews.ru) | |
Kurz und gut: egal, wer die Bombe gelegt hat, fest steht jetzt, dass es sich um einen Terrorakt handelt, der politisch ausgeschlachtet werden wird. Fest steht auch, dass mit ganz hohen Einsätzen gespielt wird. Unklar ist nur noch, wer gegen wen.
Interessant ist nebenbei bemerkt ja auch, dass der "Newski Express", ein Vorzeigeprojekt der russischen Eisenbahnen unter Eisenbahnchef und Putin-Freund Wladimir Jakunin in derselben romantischen Waldaigegend zum Entgleisen gebracht wurde, in der Putin noch vor kurzem auf seiner Residenz ein wenig Urlaub machte. Der "Newski Express" ist ein Modernisierungssymbol und zugleich das elitäre Transportmittel gerade für die Petersburger Hausmacht Putins.
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Dass Wladimir Putin, der sein Land allem Anschein nach geordnet und modernisiert an seinen Nachfolger übergeben will, ausgerechnet an diesem Tag erstmals mit Halb-Nacktfotos posierte, ist wahrscheinlich ein Zufall, sieht aber trotzdem schlecht aus.
Gisbert Mrozek (gim/.rufo/Moskau)
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