Moskau. Zehn Monate nach dem Auftauchen eines rassistischen Mordvideos im russischen Internet, steht seine Echtheit fest. Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat nun ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes eingeleitet. Bislang hatten die Behörden das Video als Fälschung bezeichnet. Die Spuren des Films führen auch nach Deutschland.
Im August 2007 hatte das Internet-Video mit dem Titel „Hinrichtung eines Tadschiken und eines Kaukasiers“ für Entsetzen in Russland gesorgt. Einem der Opfer wird der Kopf abgeschnitten, der zweite Mann wird per Kopfschuss getötet und in eine Grube gestoßen. Der Clip endet mit Musik und dem Aufziehen der Hakenkreuzfahne. Die Verantwortung für den Clip hat die „Nationalsozialistische Partei der Rus“ übernommen.
Kurz darauf wurde ein Student wegen der Verbreitung des Videos in seinem Internet-Blog „Live-Journal“ festgenommen. Im November wurde er wegen der Verbreitung rassistischer Hetze zunächst zu einem Jahr Sozialarbeiten verurteilt, später wurde das Urteil zu einem Jahr Freiheitsstrafe umgewandelt.
Die Einleitung eines Strafverfahrens wegen Mordes lehnte das Innenministerium jedoch ab. Hochrangige Beamten erklärten, dass das Video eine Fälschung sei, obwohl sich bereits Anfang des Jahres Verwandte eines Opfers meldeten, die den getöteten Dagestaner identifizierten.
Erst jetzt hat sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Sowohl der Tatort, als auch die Identität eines der Opfer seien inzwischen von den Rechtssicherheitsorganen ermittelt worden, erklärte der Pressesprecher des Ermittlungskomitees der Staatsanwaltschaft, Wladimir Markin. Ein Mordverfahren sei eingeleitet. „An den Untersuchungen ist auch die deutsche Kriminalpolizei beteiligt“, fügte er hinzu. Das Mordvideo soll zuerst auf einem deutschen Server gespeichert worden sein.
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.( Topfoto: Mrozek/.rufo)