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| Irgendwem schmeckt der Film über russische Neonazis überhaupt nicht. (Foto: ak/.rufo) | |
Donnerstag, 04.06.2009
Antifaschistischer Film schon zum zweiten Mal verboten
Moskau. Bereits zum zweiten Mal wurde in Moskau die Vorführung des antifaschistischen Films „Russland-88“ verhindert. Über die Gründe, wer dahinter steckt und warum das passiert, kann nur spekuliert werden.
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Am Mittwoch sollte der Spielfilm, der vom Alltag einer russischen Neonazi-Gruppe erzählt (siehe die Rezension von Russland-Aktuell), im Moskauer Kino „Cinefantom“ gezeigt werden. Die Vorführung wurde jedoch abgesagt – offiziell „aus technischen Gründen“.
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Regisseur Pawel Bardin weiß es besser: Vor der Vorführung „kamen zwei Männer, die sich als Mitarbeiter des FSB vorstellten, und ein Milizionär ins Kino“. Sie ließen sich irgendwelche Papiere zeigen und teilten dann mit, die Vorstellung würde nicht stattfinden.
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Offiziell hat keiner etwas verboten
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Laut Bardin kann es keine formalen Gründe für ein Vorführungsverbot geben, denn die Produzenten hätten alle Genehmigungen für den Verleih. Außerdem sei der Film bereits an mehreren Hochschulen, in Programmkinos in Moskau und sogar in anderen russischen Städten gezeigt worden.
Bereits im Mai war es in einem anderen Moskauer Kino zu einem Verbot gekommen, und das nach ganz ähnlichem Szenario. Und ohne offiziellen und schriftlich fixierten Beschluss. Deshalb, so Bardin, können die Kinos auch keine rechtsgültige Beschwerde einlegen.
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Verletzte Eigenliebe der Miliz?
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Ein Verbot könne nur für die Faschisten von Vorteil sein, meint Bardin: „Vielleicht sollen diese Aktionen die vorführenden Kinos einschüchtern.“ Radio Free Europa verweist auf einen weiteren möglichen Grund: Der Film zeigt die russische Miliz nicht gerade von ihrer besten Seite.
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„Im Film gibt es Szenen, wo Mitarbeiter der Miliz, gelinde gesagt, die Augen vor den Verbrechen der Neonazis schließen“. Vielleicht sorgen sich die Milizbosse um den Ruf ihrer Gilde und wollen sich nicht als Nazi-Dulder oder gar -sympathisanten hinstellen lassen.
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Statt Hauptpreis nur Sonderpreis beim Festival
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„Russland-88“ erntete beim Filmfestival in Berlin im Februar gute Kritiken. Beim Festival der Kinodebütanten „Der Geist des Feuers“ in Chanty-Mansijsk bekam der Streifen den Sonderpreis.
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Es gibt allerdings Gerüchte, nach denen die Jury den Film mit dem Hauptpreis auszeichnen wollte. Nach einem „Anruf aus Moskau“ sah sie dann aber davon ab, wie der bekannte Kinokritiker Valeri Kitschin, der in Chanty-Mansijsk zur Jury gehörte, im Nachhinein vor Journalisten bestätigte.
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