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Oktoberrevolution - Das Pulverfass geht hoch

Am 7. November 1917 stürmen die Bolschewiki den Winterpalast in Petrograd und rufen die Räterepublik aus. Damit nimmt die 75 Jahre lang anhaltende Sowjetmacht in Russland ihren Anfang. In Moskau versuchen zarentreue Junker und Offiziere vergebens, den Kreml zu halten.

Doch bereits am 16. November kontrollieren Einheiten der „Roten Garde“ die Stadt. Am 11. März 1918 wird Moskau auf Anweisung Lenins wieder Hauptstadt, dieses Mal die der Sowjetunion.

Die Lenin-Regierung zieht in den Kreml, Banken und Privatunternehmen werden verstaatlicht. Ländereien- und Fabrikenbesitzer, meist adliger Herkunft, fliehen ins Ausland.

Trotz Revolution und wütendem Bürgerkrieg wächst die Einwohnerzahl Moskaus. Viele neu gegründete Ministerien – jetzt „Kommissariate“ genannt – brauchen Personal. Die Arbeiterklasse erfährt, was eine Gemeinschaftswohnung ist.

Der „Kreml-Träumer“, wie Herbert Wells Lenin einst nannte, ist nicht zimperlich, was architektonische und orthodoxe Denkmäler angeht. Die Sowjets verwandeln ihren Sitz in eine moderne Metropole.

Alte Gebäude müssen weichen und neuen, im Zeichen des Konstruktivismus und Futurismus stehenden Monumentalbauten Platz schaffen. Moskau wird zum internationalen Architekten-Mekka, in dem auch Größen wie Le Corbusier ihre Spuren hinterlassen.

So entstehen in den 1920er Jahren Gebäude wie das Verlagshaus der „Iswestja“, das „Prawda“-Kombinat oder das „Haus an der Uferstraße“.

Das Stalin-Moskau

1924 stirbt Wladimir Iljitsch Lenin. Sein Nachfolger wird Josif Wissarionowitsch Stalin. Der rote Diktator träumt von der Industrie-Nation, betreibt Handel mit dem Ausland. Selbst als Hunger im Land tobt, exportiert der größenwahnsinnige Führer Lebensmittel, um Industrie-Maschinen zu kaufen.

Dank der von Lenin proklamierten „Neuen Wirtschaftspolitik“ sind Privatbesitz und relativer Wohlstand erlaubt. Stalin setzt dem Privateigentum ein Ende. Wieder werden massenhaft Bauern enteignet. Die hungernde und bis an den Rand der Existenz getriebene Landbevölkerung strömt nach Moskau. Zum ersten Mal taucht der Begriff „Propiska“ - Meldepflicht - im russischen Sprachgebrauch auf.

Stalins Architekten finden sofort Verwendung für die Arbeitslosen. Sie sind eine willkommene Wechselschicht für die im Akkord arbeitenden Bauarbeiter. Moskau soll die Welthauptstadt des Kommunismus werden. 1931 beginnt der Bau der Metro. Am 15. Mai 1935 fährt bereits der erste Zug von Sokolniki nach Park Kultury. Die Kreml-Türme zieren jetzt rote Fünfzack-Sterne.

Ebenso wenig wie Menschen spielen Geschichte und Kirche im Proletarier-Staat eine Rolle. So wird im Dezember 1931 die Christ-Erlöser-Kathedrale gesprengt. An ihrer Stelle soll der fast schon satanistisch wirkende „Palast der Räte“ gebaut werden. Das gleiche Schicksal ereilt auch den „Sucharewa“-Turm. Dieser musste 1934 dem „Kolchosnaja“-Platz weichen.

1935 wird der „Generalumbauplan“ verabschiedet. Die historische Metropole ist nur noch ein Spielzeug in Händen der Stalin-Architekten.

Während des Großen Vaterländischen Krieges

Am 22. Juni 1941 greift Hitler die Sowjetunion an. Einen Monat später, am 22. Juli, werfen Bomber der deutschen Luftwaffe die ersten Bomben über der Hauptstadt ab. Während des Angriffs benutzen die Moskauer die Metro-Stationen als Bunker. Stalin bleibt trotz Forderungen seiner Generäle, Moskau wegen Bombengefahr zu verlassen, in der Stadt.

Alle Moskauer sind aufgerufen, gegen die „Nazi-Hydra“ zu kämpfen. 200.000 Mann gehen freiwillig an die Front, über eine halbe Million baut Verteidigungsanlagen, arbeitet in den Fabriken.

Die Regierung legt sämtliche Baupläne beiseite. Die Sowjetunion ist im Krieg, jeder Rubel fließt in die Kriegsmaschinerie. Nur das U-Bahn-Netz wird weiterhin ausgebaut. Die deutsche Wehrmacht steht bereits im Oktober vor den Toren Moskaus. Ab dem 20. Oktober herrscht Belagerungszustand. Panik bricht aus, viele haben ihren Glauben an die Rote Armee verloren.
Trotz allem gelingt der Roten Armee das Unmögliche – die deutschen Truppen werden aufgehalten, am 6. Dezember beginnt der Gegenangriff. Mit unglaublichen Verlusten gelingt es den Russen, den Feind zurückzuschlagen. Die Schlacht um Moskau ist zwar gewonnen, doch der Krieg endet erst 1945.

(ali/.rufo)


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