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Putins Treffen mit Klein-Nikita im Kreml bewegt die russische Internet-Gemeinde über alles (Foto: RTVI/newsru)
Putins Treffen mit Klein-Nikita im Kreml bewegt die russische Internet-Gemeinde über alles (Foto: RTVI/newsru)
Dienstag, 04.07.2006

Putin gibt Internet-Fragestunde am Donnerstag

St. Petersburg. Die russische Seite der BBC und das Portal Yandex sammeln gegenwärtig Fragen an den russischen Präsidenten. Am meisten interessiert die Internet-Gemeinde bisher Putins Kuss auf den Bauch eines Fünfjährigen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt zwei Tage vor der Durchführung des Dialog-Experimentes wurden auf der Seite president.yandex.ru über 88.000 verschiedene Fragen gesammelt. Über 530.000 Internet-Nutzer haben die eine oder ander Frage mit ihrer Stimme unterstützt. Auf diese Weise ergibt sich eine Hitliste der Fragen, die die meisten Internet-Nutzer gestellt – und beantwortet - sehen möchten.

Was war da mit Klein-Nikita, Herr Präsident?


Allerdings ist etwas zu bezweifeln, das Putin bei der Beantwortung genau nach dieser Reihenfolge vorgeht. Die populärste Frage mit 11.700 Unterstützerstimmen ist gegenwärtig nämlich jene nach den Motiven, die Putin letzte Woche bei einem Spaziergang im Kreml dazu bewogen, dem fünfjährigen Nikita, der dort mit einer Gruppe Ausflügler seinen Weg kreuzte, vor laufenden TV-Kameras das T-Shirt anzuheben und den Bauch zu küssen.

Alles halb so wild: Bauchschmerzbehandlung nach Präsidentenart (Foto: newsru/RTVI)
Alles halb so wild: Bauchschmerzbehandlung nach Präsidentenart (Foto: newsru/RTVI)
Wie die „Iswestija“ heute unter Berufung auf Augenzeugen schreibt, ist an der Szene nicht das dran, was alle nun glauben denken zu müssen: Klein-Nikita beklagte sich bei Putin schlichtweg über Bauchschmerzen – und der zweifache Vater Wladimir Putin habe sich eben in einer klassischen „Heile-Heile-Segen“-Behandlung versucht.

Infantile Ausbrüche auch auf der Frager-Seite


Auch manch andere Fragen, die mit über 7.000 Unterstützerstimmen in der Spitzengruppe rangieren, sprechen eher für die Infantilität der russischen Internet-User: Im Themenbereich „Armee“ interessiert die meisten die Frage, ob eines Tages menschenähnlichen Roboter die russischen Landesgrenzen verteidigen werden. In die gleiche Kategorie gehört wohl auch der Wunsch von etwa 8.000 Menschen, Putins Meinung über „die Erweckung des Ktulchu“ zu erfahren (die Verkörperung des Bösen in einem Fantasy-Genre).

Wohnungsnot und Immobilienpreise bedrücken


Bei Russland-Aktuell
• Putin: Auch die Opposition muss zu Wort kommen (03.07.2006)
• Dritte Amtszeit: Bevölkerung will Putin behalten (08.06.2006)
• Heute im Kreml: Groß-Pressekonferenz mit Putin (31.01.2006)
• Putin über Liebe, Hühneraugen und Genossen Wolf (10.05.2006)
Ernsthafter gehtes allerdings zu, wenn man einfach nur die laufend neu eingehenden Fragen betrachtet. Dabei wird schnell klar, das die „im Internet beheimatete“ Generation der jüngeren Russen ganz bitter das Problem ihrer realen Unterkunft bedrückt – erst recht, wenn bereits kleine Kinder in der Familie zu versorgen sind.

Reihenweise gehen Fragen ein, wie Putin zu den gegenwärtig in den Himmel schießenden Immobilienpreisen steht, ob er überhaupt wisse, wie teuer eine Wohnung in der Hauptstadt sei und ob er sich mit seinem offiziellen Präsidentengehalt den selbst noch eine Moskauer Neubauwohnung leisten könnte.

Putin hat nur anderthalb Stunden zum Antworten


Fragen werden aber zu allen möglichen Themenbereichen gesammelt – und jedem russischen Internetnutzer steht es frei, seine Frage hinzuzufügen. Die Organisatoren der Aktion versprechen, dass alle Fragen archiviert und ausgewertet werden. Direkt beantworten kann Putin am Donnerstag in den dafür vorgesehenen anderthalb Stunden aber nur einen Bruchteil.

Yandex-Direktor Arkadi Wolosh hält das Frageforum für besonders wertvoll, weil so auch „ein objektives Bild der Interessen der Gesellschaft“ gezeichnet werden könne.

Zwar muss man diese Aussage etwas einschränken, da ja nur diejenigen, die mit Computer und Internet umgehen können, teilnehmen können. Anders als bei den früheren Putin-Fragestunden im Fernsehen, bei denen Fragen auf öffentlichen Plätzen, per Telefon, SMS und e-mail gesammelt (und gefiltert) wurden, hat die aktuelle Aktion den Vorteil, dass jeder Internet-Nutzer sich ebenfalls online ein Bild über die Fragen und Bedürfnisse seiner Mitmenschen machen kann.

(ld/.rufo)


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