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Gennadi Onischtschenko ist seit Jahren Russlands Oberster Amtsarzt (Foto: TV)
Gennadi Onischtschenko ist seit Jahren Russlands Oberster Amtsarzt (Foto: TV)

Gennadi Onischtschenko

Oberster Amtsarzt Russlands, Leiter der Aufsichtsbehörde für Verbraucherschutz

Zitat: „In Russland wurde nie getrunken.“
Geboren: als Gennadi Grigorjewitsch Onischtschenko am 21.10.1950 in Tschargyn-Tasch (Kirgisien)
Laufbahn: Abschluss der Medizinischen Hochschule Donezk. Tätigkeit als Arzt im sowjetischen Verkehrsministerium, u.a. Oberster Sanitätsarzt der Moskauer Metro. Im 1. Tschetschenienkrieg kurzzeitig von Separatisten gekidnappt. Seit 1996 stellvertretender Gesundheitsminister, seit 2004 Leiter der russischen Verbraucherschutzbehörde. Veröffentlichte zahlreiche Abhandlungen über Infektionskrankheiten.
Freunde: Wladimir Putin
Feinde: Russische Bierbrauer. Moldawiens Präsident Wladimir Woronin und Georgiens Präsident Michail Saakaschwili.
Skandale: Im Frühjahr 2006 verbot Onischtschenko den Import georgischen und moldawischen Weins, kurz darauf auch die Einfuhr georgischen Mineralwassers. Diese entsprächen nicht den russischen Qualitätsstandards, erklärte Onischtschenko. Experten warfen Onischtschenko hingegen vor, den Handelskrieg aus politischen Gründen geführt zu haben.
Familie: Verheiratet, hat drei Kinder.
Hobbies: Schwerathletik, gesunde Lebensweise


Laufbahn


2006 wird auf Anweisung Onischtschenkos der Import moldawischen Weins und die Einfuhr von Wein und Mineralwasser aus Georgien verboten. Onischtschenko erklärt, es seien Rückstände von Pestiziden darin gefunden worden.

Onischtschenko hat Angst vor georgischem Wein, aber nicht vor Grippehühnern (Foto: TV)
Onischtschenko hat Angst vor georgischem Wein, aber nicht vor Grippehühnern (Foto: TV)
2005 auf dem Höhepunkt der Vogelgrippe-Epidemie greift Onischtschenko zu drastischen PR-Mitteln, um die Bevölkerung zu beruhigen. Er sei bereit ein infiziertes Huhn vor laufender Kamera zu essen, erklärt er. „Hauptsache, es ist gut durch“.

Seit März 2004 leitet er die Staatliche Aufsichtsbehörde für Verbraucherschutz „Rospotrebnadsor“.

Seit 2002 russischer Koordinator des GUS-Programms gegen HIV und AIDS.

2001 Onischtschenko erleidet eine schwere Niederlage gegen die russische Brauereibranche. Muss auf Anweisung von Gesundheitsminister Juri Schewtschenko eine Verordnung zurücknehmen, in der er ein Reklameverbot für Bier und Handelsbeschränkungen empfohlen hatte.

2000 Onischtschenko erlässt eine Verordnung, die eine stärkere staatliche Kontrolle über die Bierverarbeitung vorsieht. Außerdem sollen Biersorten nicht mehr reklamiert werden können. Der Verkauf neben Bildungs- und Sporteinrichtungen wird verboten.

Seit 1996 Stellvertretender Gesundheitsminister und Oberster Amtsarzt Russlands.

1995 Gefangennahme durch tschetschenische Separatisten. Wird aber schnell wieder freigelassen.

Bei Russland-Aktuell
• Mutterglück mit HIV: Kampf gegen soziale Ausgrenzung (11.09.2007)
• Handelskrieg: Georgisches Heilwasser ins Abwasser (11.05.2006)
• Russlands Oberster Amtsarzt will das Land ausnüchtern (08.05.2006)
• Seuchen in Russland: Amtsarzt isst Grippehuhn. (26.08.2005)
•  Nach Wodka-Notstand auch noch Bier-Krieg (16.01.2001)
1993 – 1996 Stellvertretender Leiter des Komitees für Seuchenaufsicht

1988 – 1991 Stellvertretender Leiter der Verwaltung für Seuchenbekämpfung in der UdSSR.

1983 – 1987 Oberarzt der zentralen Seuchenstation des Eisenbahnministeriums.

1986 Während des Tschernobyl-Unglücks in Weißrussland und der Ukraine für den Abtransport von Personen aus den verstrahlten Gebieten verantwortlich. Kontrollierte u.a. deren Verstrahlungsgrad.

1982 – 1983 Oberster Sanitätsarzt der Moskauer Metro.

1976 – 1982 Stationsarzt von Krasnoarmejsk auf dem Gebiet der Eisenbahnverwaltung Donezk.

1973 – 1976 Seuchenarzt bei der Eisenbahnverwaltung Donezk.

1973 Abschluss der Staatlichen Medizinische Hochschule Donezk als diplomierter Sanitätsarzt.

Freunde:



Wladimir Putin.

Gerüchten zufolge soll er auch Freunde in der russischen Wodka-Lobby haben. Dies behaupten zumindest russische Bierbrauer, die sich durch die Maßnahmen Onischtschenkos benachteiligt fühlen.

Feinde:



Russische Bierbrauer. Oft im Streit mit Onischtschenko, der härteres Vorgehen gegen Bierwerbung fordert – seit 2006 dürfen Reklamespots für Bier erst ab 22:00 Uhr gezeigt werden.

Georgiens Präsident Michail Saakaschwili. Onischtschenk bezeichnete georgisches Mineralwasser und georgischen Wein als qualitativ minderwertig – eine böse Beleidigung, die ein Kaukasier nicht so schnell vergisst.

Mit Moldawiens Präsident Wladimir Woronin steht Onischtschenko ebenfalls auf Kriegsfuß, seit er die Einfuhr moldawischen Weins nach Russland verboten hat. Wein ist das Hauptexportgut des kleinen GUS-Landes. Immerhin das Verbot könnte bald wieder aufgehoben werden.

Skandale:



Im Frühjahr 2006 verbot Onischtschenko den Import georgischen und moldawischen Weins, kurz darauf auch die Einfuhr georgischen Mineralwassers. Diese entsprächen nicht den russischen Qualitätsstandards, erklärte Onischtschenko. Experten warfen Onischtschenko hingegen vor, den Handelskrieg aus politischen Gründen geführt zu haben. Zwischen Georgien und Russland gibt es diplomatische Spannungen.

2000-2001 führte er mehrere harte Maßnahmen gegen Bierproduzenten ein, darunter eine verstärkte technische Kontrolle, Werbeverbot in Funk und Fernsehen, sowie Verkaufsverbot an Minderjährige. Onischtschenko erklärte die Kampagne zum Kampf gegen Bieralkoholismus bei Jugendlichen. Die Bierbrauer sehen darin Lobbying von Interessen der Wodka-Produzenten.

Familie:



Vater Grigori ist seit 2004 tot, Mutter Lydia (geb. 1930) lebt noch.

Verheiratet mit Galina Onischtschenko. Drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Ein Enkelkind.

Hobbies, Charakter:



Gilt als eitel. Arbeitet viel.

Schwerathletik, gesunde Lebensweise. Interessiert sich für die orthodoxen Wurzeln des christlichen Russlands.

Zitate:


„Ich selbst trinke nicht und lasse die anderen auch nicht trinken“

„Mein Hobby ist die Arbeit zum Wohle der Gesundheit des Landes“

„Ich bin bereit, in Ihrem Beisein einen Akt zu begehen, den viele für Selbstmord halten würden. Bringt mir ein Huhn, weist im Labor nach, dass es unter Vogelgrippe leidet, tötet und bratet es und ich werde es unter Ihren Augen verspeisen. Mir wird dabei nichts geschehen, denn der Virus wird bei hohen Temperaturen vernichtet.“

(ak/ab/.rufo - 17.01.2008)


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