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Nikolai Winnitschenko ist ein alter Studienfreund von Präsident Dmitri Medwedew (Foto: TV)
Nikolai Winnitschenko ist ein alter Studienfreund von Präsident Dmitri Medwedew (Foto: TV)

Nikolai Alexandrowitsch Winnitschenko

Generalgouverneur für Nordwestrussland

Zitat: „Der Apparat der Präsidentenbevollmächtigten ist ein wichtiges Instrument in den Händen des Präsidenten, das es ihm ermöglicht, Informationen von der Basis zu bekommen. Aus Moskau ist eben nicht alles zu sehen.“

Geboren: am 10. April 1965 in der Ortschaft Oktjabrskoje (Kasachstan).

Laufbahn: Abschluss der juristischen Fakultät an der staatlichen Leningrader Schdanow-Uni. Aufstieg zum stellvertretenden Staatsanwalt der Stadt St. Petersburg. Wechsel in den Apparat des Generalgouverneurs für Nordwestrussland. Staatsanwalt von St. Petersburg. Direktor des russischen Gerichtsvollzieherdienstes. Generalgouverneur des Ural-Gebiets. Generalgouverneur von Nordwestrussland.

Freunde: Dmitri Medwedew, Justizminister Alexander Konowalow.

Feinde: Juri Schutow. Anna Markowa. Raschid Nurgalijew, Wladimir Ustinow. Michail Jurjew (Gouverneur von Tscheljabinsk), Alexander Mischarin (Gouverneur von Swerdlowsk).

Skandale: Im Dezember 1999 erhält Winnitschenko als Vize-Staatsanwalt der Stadt St. Petersburg zusammen mit seinem Vorgesetzter Iwan Sydoruk vom Kollegium der Generalstaatsanwaltschaft einen strengen Verweis. Die beiden Beamten seien „persönlich dafür verantwortlich, dass sich die Stadt in die kriminelle Hauptstadt Russlands verwandelt“ habe, so der Verweis. Ihnen wird eine Gnadenfrist eingeräumt, um die Lage zu ändern.

Familie: Verheiratet, ein Sohn.

Hobbys: Lesen.


Laufbahn:



September 2011: Winnitschenko wird zum Präsidentenbevollmächtigten für Nordwestrussland ernannt. Er tritt die Nachfolge von Ilja Klebanow an.

Dezember 2008: Winnitscheniko wird Generalgouverneur des Uralgebiets. Er tritt die Nachfolge des verstorbenen Pjotr Latyschew an und ist der erste Präsidentenbevollmächtigte, den Medwedew einsetzt.

Oktober 2004: Ernennung zum Direktor des Gerichtsvollzieherdienstes in Russland.

April 2003 – August 2004: Staatsanwalt der Stadt St. Petersburg.

2001 – 2003: Arbeit im Apparat des Präsidentenbevollmächtigten für Nordwestrussland (damals Viktor Tscherkessow). Winnitschenko ist dabei für die Koordinierung und Kontrolle aller föderalen Behörden in St. Petersburg zuständig

1998 - 2001: Stellvertretender Staatsanwalt von St. Petersburg.

1995: Staatsanwalt des Moskauer Bezirks in der Stadt St. Petersburg.

Seit 1987: arbeitet Winnitschenko bei der Staatsanwaltschaft. Zunächst ist er für die Überwachung der Einhaltung des Jugendstrafrechts verantwortlich, später wird er Assistent des Staatsanwalts.

1987: Abschluss der Juristischen Fakultät an der staatlichen Schdanow-Universität von Leningrad.

Freunde und Team:



Winnitschenko hat gemeinsam mit Präsident Dmitri Medwedew studiert. Weitere Kommilitonnen Winnitschenkos (und Medwedews) sind Anton Iwanow (Leiter des Obersten Schiedsgerichts), Präsidentenberater Konstantin Tschujtschenko und Ilja Jelisejew (Vize-Vorstandschef der Gazprombank). Seinem ehemaligen Uni-Freund ArturParjontschikow hat Winnitschenko den Posten des Direktors des Gerichtsvollzieherdienstes hinterlassen.

Konowalow war Winnitschenkos Stellvertreter, als er Staatsanwaltschaft der Stadt St. Petersburg war. Allerdings sind die beiden Medienberichten zufolge schon vorher miteinander bekannt gewesen.

Feinde:



Als stellvertretender Staatsanwalt von St. Petersburg leitete er eine Reihe aufsehenerregender Fälle, darunter auch die Ermittlungen gegen den Mafia-Boss Juri Schutow, der schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Gegen Anna Markowa leitete er ein Verfahren wegen Beleidigung und Verleumdung ein, nachdem diese im Wahlkampf die Kreml-Kandidatin Valentina Matwijenko hart kritisiert hatte.
Das Verfahren wurde später eingestellt, nachdem sich die Konkurrentinnen friedlich einigten.

Das Verhältnis zu seinen Vorgesetzten Wladimir Ustinow (damals Generalstaatsanwalt) und Innenminister Raschid Nurgalijew war gespannt. Beide kritisierten seine laxe Haltung bei der Aufklärung von Fällen, weshalb Winnitschenko russischen Medienberichten nach 2004 auch von seinem Posten als Staatsanwalt der Stadt St. Petersburg zurücktreten musste.

In seiner Amtszeit als Präsidentenbevollmächtigter im Ural-Gebiet stand er im Konflikt zu den mächtigen Gouverneuren von Tscheljabinsk, Michail Jurjew, und Swerdlowsk, Alexander Mischarin.

Skandale:



Mehrfach steht Winnitschenko wegen seiner Arbeit als Staatsanwalt in der Kritik. 1999 bekommt er ein Disziplinarverfahren aufgebrummt, weil St. Peterburg zur „kriminellen Hauptstadt“ Russlands verkommen ist, worin seine Vorgesetzten auch eine persönliche Schuld Winnitschenkos sehen. 2004 muss er nach erneuter Kritik, er nehme die Aufklärung wichtiger Fälle „nicht ernst genug“, seinen Hut als Staatsanwalt nehmen.

Als Chef des russischen Gerichtsvollzieherdienstes erlangt er Bekanntheit durch seine Neuerung, Schuldnern (gegenüber staatlichen Einrichtungen, z.B. der Steuer) die Ausreise zu verweigern. Wer die Zahlung von Alimenten verweigere, solle sogar für ein halbes Jahr hinter Gittern, forderte er.

Eltern und Familie:



Winnitschenkos Vater Angehöriger der sowjetischen Streitkräfte.

Winnitschenkos Frau ist Richterin in St. Petersburg. Sein Sohn geht auf die Universität.

Hobbys und Charakter:



Lesen. Geschichte. Erklärte im Interview ein Interesse an der Biographie Rasputins.

Zitate:



„Medien sind die vierte Gewalt. Die Art, wie sie berichten, kann die Lage beeinflussen. Wenn sie z.B. bei einem Bericht über die Krisenfolgen über ungezahlte Löhne berichten, können sie einen Massenaufstand provozieren. Je mehr sie über positive Dinge, die Rechte von Menschen und Beamten berichten, desto verantwortungsvoller werden die Leute.“

„Der Apparat der Präsidentenbevollmächtigten ist ein wichtiges Instrument in den Händen des Präsidenten, das es ihm ermöglicht, Informationen von der Basis zu bekommen. Aus Moskau ist eben nicht alles zu sehen.“


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Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)



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