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Ein solcher Airbus der Armavia stürzte bei Sotschi ab - 113 Tote (foto: armavia/newsru)
Ein solcher Airbus der Armavia stürzte bei Sotschi ab - 113 Tote (foto: armavia/newsru)
Mittwoch, 03.05.2006

Airbus aus Armenien stürzt ins Schwarze Meer

St. Petersburg. Es wird fieberhaft gesucht, aber Hoffnung auf Überlebende gibt es eigentlich nicht: In der Nacht stürzte ein Airbus A-320 aus Armenien mit 113 Menschen an Bord sechs Kilometer vor Sotschi ins Meer.

Die Maschine der Armavia hatte aus Eriwan kommend gegen 2.15 Uhr mindestens einen vergeblichen Anflug auf den direkt an der Küste gelegenen Flughafen Adler gemacht. Er befindet sich 30 Kilometer südöstlich von Sotschi. Schließlich stürzte der Airbus in einem steilen Winkel von 60 Grad ins Meer, so russische Behördenvertreter.

Miserable Wetterbedingungen bei nächtlichem Aanflug


Das Wetter an der Unglücksstelle war zu diesem Zeitpunkt schlecht: Sturm, niedrig hängende Wolken und dichter Regen begrenzten die Sichtweite auf zum Teil unter 100 Meter, weshalb der erste Landeversuch abgebrochen werden musste. Angeblich hatte der Pilot wegen der Wetterlage am Zielort zunächst nach Eriwan zurückkehren wollen.

Doch dann habe Adler vorübergehend eine Wetterbesserung gemeldet, weshalb die Maschine den Flug fortsetzte. Der erste Anflug wurde jedoch abgebrochen. Beim zweiten Anflug habe der Tower von Adler dem Piloten zwei Landerichtungen zur Auswahl gegeben, wo die Sichtweite 100 bzw. 360 Meter betragen habe.

Suchaktion ist in vollem Gange


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Die Wetterbedingungen behindern jetzt auch die Suche nach den Opfern des Unglücks: Flugzeuge und Hubschrauber können kaum eingesetzt werden. Katastrophenschutz, Grenzpolizei und andere Behörden haben inzwischen 25 Schiffe und Boote aufgeboten, die im Unglücksgebiet nach Leichen, Trümmern und Gepäck zu suchen.

Es wäre aber ein Wunder, wenn irgendjemand der 105 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder das Unglück überlebt hätte. Bisher wurden 25 Leichen aus dem Meer gezogen. Sie tragen keine Schwimmwesten, woraus zu schließen ist, dass sich das Unglück plötzlich und ohne Vorwarnung ereignete.

Das Wrack liegt in 400 Meter Tiefe


Die Frage nach der Unglücksursache ist bislang offen: Ein Notruf wurde von der Crew der Maschine nicht abgesetzt. Das extrem schlechte Wetter hat aber sicher seinen Beitrag zu dem Absturz geleistet. Eine detaillierte Antwort können nur die Flugschreiber von Bord der Maschine geben.

Allerdings müssen sie erst einmal gefunden werden: Das Meer ist im Bereich der Unglücksstelle etwa 400 Meter tief, so das Moskauer Katastrophenschutzministerium. Aus dem Schwarzmeer-Hafen Gelentschik lief bereits ein Schiff mit einem fernsteuerbaren Tauchroboter auf, der bei der Suche nach der „Black Box“ der A-320-211 helfen soll. Aus Moskau flog eine Transportmaschine mit Bergungsspezialisten, darunter sieben Tauchern, nach Adler.

Passagiere hauptsächlich Armenier und Russen



Unter den Opfern des Unglücks sind 23 russische Staatsbürger, teilte der Flughafen von Sotschi mit. Die anderen 90 Passagiere seien „weitgehend Armenier“. Nach armenischen Angaben waren 28 Russen an Bord.

Terroranschlag wird ausgeschlossen


Ein Terroranschlag wird von den Behörden gegenwärtig ausgeschlossen. Niemand habe eine Explosion gehört, auch seien kaum große Trümmerstücke auf dem Wasser zu finden, wie es bei einer Zerstörung des Flugzeuges in der Luft der Fall wäre.

Die verunglückte Maschine mit dem armenischen Kennzeichen EK-32009 war von Armavia 2004 geleast worden. Das elf Jahre alte Flugzeug war bis 2002 bei einer australischen Fluggesellschaft im Einsatz und war dann in Bordeaux umgerüstet und grundüberholt worden.

(ld/.rufo)


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