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Immer weniger junge Männer treten den Wehrdienst an. Foto: newsru.com
Immer weniger junge Männer treten den Wehrdienst an. Foto: newsru.com
Mittwoch, 01.10.2008

Experten warnen: Russland gehen die Soldaten aus

Moskau. Ab dem 1. Oktober läuft die Herbsteinberufung zur russischen Armee. Der Wehrdienst dauert ab 2008 nur noch zwölf Monate. Wegen der herannahenden demographischen Krise könnte es damit aber bald wieder vorbei sein.

Von diesem Jahr an rutscht Russland in ein „demographisches Loch“, da die geburtenschwachen Jahrgänge ab 1990 das wehrpflichtige Alter erreichen. Wenn heute etwa 900.000 junge Männer bei den Kreiswehrersatzämtern gemeldet sind, könnten es in wenigen Jahren nur noch 600.000 sein.

Erst ab diesen Herbst geht die russische Armee zum einjährigen Wehrdienst über. Rechtsschützer wie etwa die Organisation der Soldatenmütter befürchten, diese Erleichterung könnte nur von kurzer Dauer sein, da dem Land durch den „Pillenknick“ schlichtweg die Soldaten ausgehen.

Übergang zur Berufsarmee stockt

Schon jetzt steht die Armee vor dem Problem, dass 70 Prozent der Wehrpflichtigen aus gesundheitlichen Gründen dienstuntauglich sind. Wenn jetzt die nächste Generation aufrückt, die in den Umbruchsjahren Anfang der 90er Jahre geboren wurde, droht die Lage kritisch zu werden.

Bei Russland-Aktuell
• Zivildienst in Russland – viel Arbeit, wenig Ansehen (29.07.2008)
• Gesundheitsprobleme bei russischen Wehrpflichtigen (31.03.2008)
• Wehrdienstverkürzung: Mehr Schinderei in Sicht (12.02.2008)
• Rekrutenschinder sollen lange Haftstrafen bekommen (27.10.2006)
Für Demographen und Politiker ist das Problem allerdings nicht neu. Als Ausweg wurde 2002-2003 ein Regierungsprogramm erstellt, nach dem die Armee zu einer Berufstruppe umgestaltet werden soll. Die Krux: Zu wenige junge Männer sind zu einem mindestens drei Jahre währenden Berufsarmeedienst bereit.

Laut Sergej Kriwenko, dem Leiter der Rechtsschutzorganisation „Bürger und Armee“, sind die Gründe die üblichen: Die Wohnbedingungen sind schlecht und der finanzielle Anreiz fehlt. Ergo melden sich viel zu wenige Freiwillige.

Bald wieder drei Jahre Armeedienst?

Kriwenko befürchtet, die sich abzeichnende Situation könnte dazu führen, dass statt einem Jahr bald nicht nur zwei, sondern sogar drei Jahre Wehrdienst geschoben werden müssen. Vonseiten der Armee wird bisher allerdings nicht von einer Verlängerung der Wehrpflicht gesprochen.

Dies hatte in der letzten Woche Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow verlauten lassen. Und Russlands Präsident Dmitri Medwedew erklärte am letzten Freitag, bis 2020 müsse die russische Armee ohne Hinzuziehung von Reservisten in voller Kampfbereitschaft sein. Damit fordert er faktisch den endgültigen Übergang zur Berufsarmee in zwölf Jahren.



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