Sotschi-2014: Ski-Weltcup als erste Bewährungsprobe
Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Bergungsarbeiten an der Absturzstelle nahe Moskaus (Foto: Itar-Tass)
Bergungsarbeiten an der Absturzstelle nahe Moskaus (Foto: Itar-Tass)
Montag, 17.08.2009

Flugkatastrophen: Russlands Eliteflieger stürzen ab

Moskau. Schwarzer Tag für die russische Luftwaffe: Zwei Kampfflugzeuge des Typs SU-27 stoßen in der Luft bei Moskau zusammen. In Kaluga stürzt eine Europameisterin vom Himmel. Die Flug-Show MAKS geht weiter.

Den dritten Sonntag im August feiern die russischen Kampfpiloten als professionellen Feiertag, den Tag der russischen Luftwaffe. Doch in diesem Jahr gibt es wenig zu feiern. Bei der Generalprobe für die Flugshow sind zwei Kampfflugzeuge kollidiert, es gibt Tote und Verletzte.

Flugshow vor dem Präsidenten


Die beiden SU-27 gehören zur Kunstflugstaffel der russischen Luftwaffe „Witjasy“ („Recken“). Zur Eröffnung des internationalen Moskauer Luftfahrtsalons MAKS sollten die „Witjasy“ vor Tausenden Zuschauern, darunter auch Präsident Dmitri Medwedew auftreten.

Die Generalprobe über dem Militärflugplatz Schukowski nahm daher der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst Alexander Selin, persönlich ab. Und der General konnte zufrieden sein mit der Show, knapp eine Stunde lang zeigten die Piloten Manöver der Extraklasse. Doch nach dem Abschluss des Programms kam es zur Katastrophe.

Kunstvoller Abgang endet im Sturzflug


Den Abgang wollte die Kunstfluggruppe ebenfalls effektvoll gestalten. Chefpilot Igor Tkatschenko tauchte unter einer Wolke durch, die anderen drei Flugzeuge stiegen rasant auf, bis einer der Flieger plötzlich in den Sturzflug überging und Tkatschenkos SU-27 förmlich abschoss.

Alle drei Piloten (Tkatschenko hatte noch einen Co-Piloten an Bord) konnten sich per Schleudersitz aus den Maschinen katapultieren. Doch Tkatschenkos Fallschirm öffnete sich nicht. Die Leiche des Obersts wurde von Spaziergängern kurz darauf im Feld entdeckt. Die anderen beiden Piloten wurden schwer, aber nicht lebensgfährlich verletzt.

Opfer unter der Zivilbevölkerung


Bei dem Unglück wurde zudem eine Datschensiedlung arg in Mitleidenschaft gezogen. Tkatschenkos Flugzeug raste in ein dreigeschössiges Cottage. Das Gebäude und auch drei Nachbarhäuser brannten aus. Die Bewohner, die versuchten, ihr Hab und Gut zu retten, erlitten schwere Verbrennungen. Der Zustand einer 51-Jährigen gilt als kritisch.

Bei Russland-Aktuell
• Zwei SU-27 Kampfjets bei Moskauer Flugschau abgestürzt (16.08.2009)
• Flugtag Moskau: Tollkühne Männer in fliegenden Kisten (10.08.2009)
• Inventur des Overkills: Russland hat genug Atomwaffen (04.08.2009)
• Flottenchef: Raketenrüstung schlechter als wir dachten (27.07.2009)
• Absturzmaschine TU-154 hat frischen TÜV aus Russland (16.07.2009)
Die Unglücksursache ist noch unklar. Derzeit kursieren mehrere Versionen. Möglicherweise habe einer der Piloten die Orientierung verloren, heißt. Allerdings wird auch ein technisches Versagen nicht ausgeschlossen.

Zuletzt tauchten Spekulationen darüber auf, dass ein Vogel ins Triebwerk der Maschine geraten sei, woraufhin diese nicht mehr zu kontrollieren war und zum Sturzflug ansetzte. Das Verhör des verletzten Piloten soll Aufschluss über die Katastrophe geben.

MAKS findet trotz der Katastrophe statt


Unterdessen teilten die Organisatoren der Luftfahrtmesse MAKS mit, dass die Veranstaltung wie geplant stattfinden werde. Allerdings soll das Showprogramm gekürzt werden. Der Auftritt der „Witjasy“ dürfte ins Wasser fallen.

Vom 18.- 23. August sollen auf der MAKS die neuesten Technologien im Luftfahrtsektor präsentiert werden. Insbesondere die russischen Flugzeugbauer wollen ihre Technologien vorstellen. Es gilt als sicher, dass das Verteidigungsministerium mehrere Verträge über den Kauf von Flugzeugen unterschreibt. Größere zivile Aufträge sind hingegen unwahrscheinlich.

Absturz in Kaluga


Etwa zur gleichen Zeit wie in Schukowski kam es übrigens zu einem weiteren tragischen Absturz. Im Gebiet Kaluga stürzte die Europameisterin im Kunstfliegen Swetlana Fjodorenko in einer Jak-52 ab. Mit an Bord war zudem der Kadett des Luftfahrtinstituts Uljanow, Anton Chatschkowski. Der erst 20jährige Chatschkowski ist Sohn eines ehemaligen berühmten Kunstfliegers der „Witjasy“.

Bei dem Absturz kamen beide Piloten ums Leben. Die Ursache der Katastrophe ist unklar. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen Verstoßes gegen Sicherheits-bestimmungen eingeleitet.



Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Montag, 17.08.2009
Zurück zur Hauptseite







(Topfoto: Archiv/.rufo)


Mail an die Redaktion schreiben >>>










Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>


Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
St.Petersburg
Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal
Thema der Woche
Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa
Kopf der Woche
Nach Überfall - Siegerin bei Präsidentenwahlen im Koma
Moskau
Präsidentenwahl: für Putin 28, für Sjuganow 22 Prozent
Kaliningrad
Moskaus Ex-Bürgermeister macht jetzt Mist in Ostpreußen
Kommentar
Russische Lehren aus dem Arabischen Frühling
Der Russland-Aktuell
Nachrichten-Monitor
Samstag, 11. Februar
02:15 

Russland Geschichte: Iran und Russland vor einem Krieg

Freitag, 10. Februar
18:47 

Offizielle Umfragewerte: Putin im 1. Wahlgang durch

18:13 

9. Russlandlounge: Russland und der deutsche Markt

17:09 

Viel Wind um nichts: 25 Euro Strafe für Putin-Demo

16:14 

Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal

15:22 

Sotschi-2014: Ski-Weltcup als erste Bewährungsprobe

13:45 

Der potomkinsche Express-Bus - langsam und unbequem

12:48 

Politischer Karneval und Menschenkette um den Kreml

12:15 

Chodorkowski gewinnt Gerichtsverfahren gegen Lagerchef

11:01 

Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa

09:12 

Nach Überfall - Siegerin bei Präsidentenwahlen im Koma

01:01 

Russland Geschichte: Pasternak geboren

Donnerstag, 9. Februar
18:45 

KHL: Hockeyclubs fliegen nur noch mit Airbus und Boeing

18:17 

Putin will freie Januartage auf Anfang Mai verschieben

17:24 

Gorbatschow möchte Wählerliga anführen, soll aber nicht

16:37 

Putin plant patriotisches Meeting mit 200.000 Menschen

15:55 

Skepsis gegen schweizer Riesenpaar Glencore-Xtrata

15:18 

Fußball: Spalletti verlängert Vertrag bei Zenit SPb.

14:01 

Super-Flugzeugträger: Kosmos- und Unterwasser-Einsatz

11:40 

Präsidentenwahl: für Putin 28, für Sjuganow 22 Prozent

10:26 

Neue Atom-U-Boote und Atomraketen für Russland in 2012

09:02 

Noch ein Moskauer Jugendlicher springt in den Tod

01:01 

Russland Geschichte: Dostojewski gestorben

Mittwoch, 8. Februar
18:47 

Russische Forscher erreichen Antarktis-See unter Eis

18:25 

Nächste Pro-und Anti-Putin-Demos nicht mehr weit

17:53 

Deutsche Wirtschaft begrüßt Abkommen mit Kasachstan

15:21 

Petersburger Schwulen-Gesetz in 2. Lesung angenommen

13:42 

Es wird knackig kalt: Minus 35 Grad im Gebiet Moskau

12:56 

Neuer VIP-Unfall: Gouverneurswagen crasht in Fiat

11:40 

Syrien-Streit: Russland dementiert Drohungen an Katar

10:40 

Dmitri Medwedew will sich mit Protestbewegung treffen

09:00 

Moskauer Kinobesucher in Stalingrads Schützengräben

01:01 

Russland Geschichte: Zar Peter, Fürst Kropotkin gestorben

Dienstag, 7. Februar
18:27 

Putin: Rückkehr zur Winterzeit in Ruhe entscheiden

17:23 

Lawrow unterstützt Assad bei Treffen in Syrien

Unseren kompletten
aktuellen News-Uberblick
finden Sie bei
russland-news.RU

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell






google.com
yahoo.com