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| Glücklose Superwaffe Bulawa (SS-NX-30) beim gescheiterten Probestart (Foto: TV) | |
Montag, 27.07.2009
Flottenchef: Raketenrüstung schlechter als wir dachten
Moskau. Weil Testflüge der neuen seegestützten Super-Interkontinentalrakete Bulawa mit Abstürzen endeten wie in Nordkorea, trat Chefkonstrukteur Solomonow zurück. Russische Raketenrüstung in der Krise? Sabotage?
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Die neue Interkontinentalrakete Bulawa (SS-NX-30) sei keine ideale Waffe, erklärte Marinechef Wladimir Wysotski am vergangenen Sonntag zum Tag der Marine in Sewastopol. Man werde aber die Erprobung der Rakete nicht einstellen, sondern weiterführen.
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Die Umrüstung der neuen U-Boot-Generation der Klasse "955 / Borej" (Dmitri Donskoi, Alexander Newski, Wladimir Monomach u.a.) auf die wesentlich zuverlässigere "Sinewa"-Interkontinental-Raketen sei nicht möglich, sagte der Flottenchef.
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Augen zu und durch? Sechs von elf Testflügen der neuen mit hochgespannten Erwartungen verknüpften Bulawa-Rakete sind im Laufe der vergangenen fünf Jahre kläglich gescheitert. Die meisten Raketen vernichteten sich nach kurzer Flugzeit selbst oder stürzten ab.
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Dabei sollte die neue Bulawa-Rakete eine Wunderwaffe sein, die das Rückgrat der seegestützten strategischen Atomstreitkräfte Russlands bilden sollte.
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Sinewa (SS-N-23)Atomraketen sind technisch veraltet Bisher sind Interkontinentalraketen vom Typ Sinewa (SS-N-23 bzw Skiff) auf den strategischen Atom-U-booten im Dienst. Sie haben zwar eine Reichweite von über 11.000 - mehr als die us-amerikanischen Tridents -, sind aber auf dem Technik-Stand der 80-iger Jahre. Die erste Sinewa wurde 1986 in Dienst gestellt.
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Ab dem Jahre 2000 wurde Sinewa modernisiert. Im Oktober 2008 wohnte Dmitri Medwedew einem Probestart vom Atom-U-Boot Tula in der Barentssee bei. Die Rakete flog 11.547 km weit und stürzte planmässig in den Pazifik. Bulawa aber sollte noch besser sein.
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Die neuen dreistufigen Bulawas sollten relativ bescheidene 8.000 km weit fliegen aber sechs atomare Sprengköpfe ins Ziel bringen - wobei sowohl die Bulawa-Rakete selbst, als auch die einzelnen Sprengköpfe für sich genommen unterwegs den Kurs wechseln, Haken schlagen und Raketenabwehrsysteme unterfliegen können.
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Sabotage-Gerüchte und Rücktritt Nach dem 11. gescheiterten Probestart am 15.Juli, der sogar Medien-Spekulationen über Sabotage in der russischen Rüstungsindustrie ausgelöst hatte, trat schliesslich Chefkonstrukteur Juri Solomonow zurück.
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Der Rücktritt sei richtig, kommentierte Admiral Wysotski. Die Bulawa sei zwar nicht die ideale Waffe des 21.Jahrhunderts, aber ein Schritt dorthin. Allerdings, so der Admiral, nur ein Schritt der Gedanken, nicht aber der Technologie und der Konstruktion.
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Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos Die Lage sei ernst, aber nicht hoffnungslos, sagte Admiral Wysotski während der Feierlichkeiten zum Tag der Flotte. Die russische Rüstungstechnologie befinde sich in der Krise, das habe Bulawa bisher gezeigt.
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"Die gegenwärtigen Möglichkeiten der Technologie, der Produktion und der Zusammenarbeit verschiedener Produzenten sind wesentlich ärmlicher, als wir uns das vorgestellt haben", räumte der Flottenchef ein.
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Die Umrüstung der neuen U-Boote der Borej-Klasse sei allerdings nicht möglich. Die Erprobung der Bulawa werde bis zum Erfolg fortgesetzt.
In den kommenden Jahre solle jährlich ein neues U-Boot für die Schwarzmeerflotte auf Stapel gelegt werden, kündigte der Admiral an.
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