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Sein Schwiegervater ist in der Hand von Entführern: Inguschetiens Präsident Murat Sjasikow (foto: 1.Kanal/newsru)
Sein Schwiegervater ist in der Hand von Entführern: Inguschetiens Präsident Murat Sjasikow (foto: 1.Kanal/newsru)
Donnerstag, 30.03.2006

Entführer fordern Rücktritt des Präsidenten

St. Petersburg. Einen Monat nach dem Verschwinden des Schwiegervaters des inguschetischen Präsidenten haben dessen Entführer den Rücktritt von Murat Sjasikow und des Chef-Staatsanwalts der Kaukasusrepublik gefordert.

Präsident Sjasikow, ein ehemaliger FSB-General, und Staatsanwalt Machmud Ali Kalimatow sind beide mit Töchtern des 71 Jahre alten Magomed Tschachkijew verheiratet. Dieser, seinerseits Abgeordneter des Parlaments der kleinen Republik Inguschetien, war am 27. Februar von bewaffneten Unbekannten entführt worden, die ihn unweit seines Wohnhauses aus seinem Auto holten und sich mit ihrem Opfer davon machten.

Die Fahnung nach den Entführern und ihrem Opfer blieb bislang ohne Erfolg. Vor einigen Tagen meldeten sich die Entführer jedoch über kavkascenter, der Webseite der tschetschenischen Separatisten, mit der Forderung nach dem Rücktritt der beiden Schwiegersöhne ihres Gefangenen - oder alternativ der Freilassung aller inhaftierter „Modschaheddin-Brüder“.

Entführer sprechen von „Anklage vor Feldgericht“


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• Anschlag auf Öl und Relaisstation in Inguschetien (17.03.2006)
• Inguschetien: Präsidenten-Verwandter entführt (28.02.2006)
• Kämpfe und Geiselnahme in Stawropol (10.02.2006)
• Terror-Großangriff auf Kaukasus-Stadt Naltschik (13.10.2005)
Tschachkijew sei von einem gewissen Chabibullah, der sich „Emir des inguschetischen Dschaamats ‚Scharia`“ nennt gekidnappt worden. Er werde nun vor ein „Feldgericht“ der Islamisten gestellt und „der Zusammenarbeit mit dem Besatzungsregime, des Genozids an Moslems und der Schürung von Hass zwischen Moslems“ angeklagt. Tschachkijew sei „inzwischen geständig“ und arbeite „mit den Ermittlern zusammen“. Man wolle ihm deshalb die Chance geben, „vor der Urteilsverkündung sein Leben und seine Freiheit zu erkaufen“, heißt es in dem Kommunique der Terroristen.

Sjasikow und Kalimatow zeigen sich einem Bericht des „Kommersant“ zufolge jedoch nicht im geringsten bereit, auf die Forderungen der Entführer einzugehen. Die Behörden setzten offenbar mehr darauf, die Kidnapper doch noch aufzuspüren. So wurde gestern ein Dorf nahe Nasran von einem großen Polizeiaufgebot durchsucht.

Täter im Bassajew-Umfeld geortet


Eine radikale Islamisten-Organisation namens „Dschamaat Scharia“ sei im letzen Sommer in Dagestan zerschlagen worden, sagte ein Kriminalbeamter in Inguschetien. Man gehe aber eher davon aus, dass die Entführer sich diesen Namen zugelegt haben, um die Fahndung auf eine falsche Spur zu lenken.

Allerdings gibt es Indizien, dass eine schon zuvor in Inguschetien aktive moslemische Kampfgruppe die Entführung begangen hat: Im Herbst nahmen Kämpfer eine Siedlung unter Feuer, in der zahlreiche führende Beamte der inguschetischen Polizei leben. Bei diesem Überfall und der Tschachlijew-Entführung wurde Munition aus übereinstimmenden Waffen verschossen.

Die Angreifer sagten damals gegenüber Zeugen, sie würden auf diese Weise Rache für die Liquidierung eines Unterstützers des tschetschenischen Terroristen-Chefs Schamil Bassajew üben, der zuvor in den Reihen der inguschetischen Miliz enttarnt worden war. (ld/.rufo)


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