|
Freitag, 22.06.2007
Zahl der Todesfälle in Russlands Armee bleibt hoch
Moskau. In der russischen Armee ist die Todesrate weiterhin enorm hoch. Pro Jahr sterben nach Einschätzung des „Komitees der Soldatenmütter“ etwa 3.000 Wehrdienstleistende. Besonders hoch ist der Anteil der Selbstmorde an der Sterberate.
|
|
Der vorläufig letzte Fall wurde am Montag bekannt. Ein Wehrdienstleistender im Gebiet Jaroslawl hatte sich in einem Schuppen erhängt. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, um die näheren Umstände des Todes zu ergründen. In der Regel nehmen sich die jungen Rekruten aus Verzweiflung das Leben, um den täglichen Misshandlungen und Erniedrigungen zu entgehen. Der offiziellen Statistik des Verteidigungsministeriums zufolge sind 22 der 45 Todesfälle im Monat Mai auf Selbstmord zurückzuführen.
|
Eine deutliche Verbesserung der Lebenssituation junger Soldaten sei in den letzten Jahren nicht eingetreten, meinen die Soldatenmütter. Über 2.000 Menschen hätten sie seit Jahresbeginn angerufen und um Hilfe gebeten, erklärte Veronika Martschenko vom „Komitee der Soldatenmütter“. Auch diese Zahl sei nicht rückläufig, beklagt die Bürgerrechtlerin.
|
Einzig die Höhe der Kompensationszahlungen an die Hinterbliebenen hat sich in den letzten Jahren erhöht. Zahlte das russische Verteidigungsministerium früher durchschnittlich 100.000 Rubel (2.900 Euro), so liege die Summe jetzt zwischen 300.000 – 500.000 Rubel ( 8.700 – 14.500 Euro), erklärte Martschenko.
(ab/epd/.rufo)
|
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>