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| In Sachen Alkohol gab es mit Michail Gorbatschow für die Russen nichts zu lachen - aber es soll ihnen gut getan haben (Foto: Djaschkow/.rufo) | |
Dienstag, 30.06.2009
Gorbatschow fordert neue Anti-Alkohol-Kampagne
Moskau. Russland braucht neue scharfe Gesetze gegen den Alkoholmissbrauch, so Michail Gorbatschow. Als neuer KP-Generalsekretär hatte er in den 80er Jahren seine Mitbürger mit einer Antialkohol-Kampagne ernüchtert.
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„Ein Land, dass 18 Liter Alkohol pro Kopf und Jahr produziert, vernichtet sich selbst“, sagte Michail Gorbatschow in einem Fernsehinterview und bezog sich dabei auf Daten der Weltgesundheits-Organisation. In Russland seien es gegenwärtig 17 Liter pro Kopf.
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Ohne strenge Alkoholgesetze kann Russland nicht leben „Das heißt wir vernichten uns selbst und dann werden wir versuchen herauszufinden, wer das Land zerstört und uns betrunken gemacht hat“, sagte der letzte Generalsekretär der KPdSU. „Die russische Kultur verlangt, dass dieser Prozess gesteuert wird“, so der 78 Jahre alte Gorbatschow.
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Gorbatschow erklärte, dass seine damalige Kampagne gegen die Trunksucht absolut richtig gewesen sei. Allerdings hätten Gegner überzogene Schritte eingeleitet, die gegen ihn selbst gerichtet waren – wie beispielsweise die weithin kritisierte Vernichtung von Weinbergen in Südrussland oder die Schließung von Geschäften in Moskau.
Gorbatschow: Schon Breschnjew wollte gegen den Suff vorgehen Als sensationell bezeichnete die Agentur Itar-Tass die Behauptung Gorbatschows, die Antialkohol-Kampagne sei gar nicht seine Idee gewesen sei, obwohl sie wenige Wochen nach seinem Amtsantritt als Generalsekretär im März 1985 begonnen wurde. „Die entsprechenden Erlasse waren alle schon vorbereitet“, so Gorbatschow.
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Mit der Ausarbeitung der Maßnahmen sei bereits unter Breschnjew begonnen worden, erklärte er. Auch unter dessen nur kurz amtierenden Nachfolgern Andropow und Tschernenko hätte man weiter daran gearbeitet.
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Liberale verhinderten totales Alkoholverbot Der damals als „Mineralsekretär“ verspottete Gorbatschow hielt sich sogar zu Gute, ein geplantes völliges Alkoholverbot verhindert zu haben. „Ich, Ryschkow, Schewardnadse und Jakowlew, wir waren gegen die Prohibition. Und deshalb blieb es bei den Gesetzen, wie sie dann eingeführt wurden.“
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Gorbatschows Kampagne gegen den Alkohol in den Jahren 1985 bis 1987 führte einerseits zu einer steigenden Lebensermwartung und höheren Geburtenzahlen, heizte aber auch den Schwarzmarkt und das Schwarzbrennen heftig an. Zucker wurde deshalb zu einer Mangelware.
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