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| Sarema Saidulajewa ist bereits die zweite tschetschenische Bürgerrechtlerin, die innerhalb eines Monats getötet wurde (Foto: TV) | |
Mittwoch, 12.08.2009
Kadyrow will Mord an Bürgerrechtlerin rasch aufklären
Grosny. Tschetscheniens Präsident Kadyrow hat den Mord an den Bürgerrechtlern Sarema Saidulajewa und Ali Dschabrailow als „Provokation“ bezeichnet. Er selbst geht von Blutrache aus, Verwandte der Opfer bezweifeln die These.
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Eine Gruppe von Sonderermittlern der Generalstaatsanwaltschaft ist am Dienstag nach Tschetschenien aufgebrochen, um den Mord an den Bürgerrechtlern Sarema Saidulajewa und Ali Dschabrailow zu untersuchen. Generalstaatsanwalt Juri Tschaika nimmt die Ermittlungen unter seine persönliche Kontrolle.
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Moskau will schnell gefasste Täter sehen In Moskau reagierte Russlands Präsident Dmitri Medwedew „erschüttert“ auf den neuerlichen Mord an Bürgerrechtlern. Erst vor wenigen Wochen war in Grosny die Memorial-Aktivistin Natalja Estemirowa entführt und getötet worden. Medwedew forderte, den Mord rasch aufzuklären und die Täter vor dem Gesetz zur Verantwortung zu ziehen. Die Obrigkeit in Tschetschenien forderte er zur Kooperation bei den Ermittlungen auf.
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Diese Zusammenarbeit hat Ramsan Kadyrow versprochen. Gleichzeitig sieht sich der tschetschenische Präsident als eigentliches Opfer des Anschlags. Der Mord ziele darauf ab, ihn zu diskreditieren, klagte er.
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Kadyrow sieht sich selbst als Opfer „Der Mord trägt demonstrativen Charakter. Die Organisatoren und Täter versuchen, bei den Bürgern Misstrauen gegenüber der Obrigkeit und deren Fähigkeit, die Lage zu kontrollieren, zu wecken“, sagte Kadyrow. Zugleich bot Tschetscheniens Präsident auch eine Tatversion an. Demnach stecke Blutrache hinter dem Mord. Dschabrailow habe schließlich früher im Untergrund gekämpft und sei deswegen auch verurteilt worden.
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Verwandte des Ehepaars bestreiten diese Version, Dschabrailow habe nur eine Bewährungsstrafe bekommen, Blut habe er also nicht an den Fingern. Persönliche Feinde haben die Bürgerrechtler damit nach Aussagen ihrer Verwandten nicht gehabt.
Hilfsorganisation für kriegsversehrte Kinder Sarema Saidulajewa leitete die Stiftung „Rettet unsere Generation“, ihr Ehemann Dschabrailow war Mitarbeiter. Die Organisation half als UNICEF-Partner Kindern, die Opfer der Kampfhandlungen in Tschetschenien geworden waren. Die Hilfe umfasste medizinische und psychologische Betreuung, aber auch materielle Hilfe in Form von Rollstühlen, Prothesen u.ä.
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Am 10. August drangen uniformierte Bewaffnete in das Büro der Organisation ein. Ohne sich auszuweisen, forderten die Männer die beiden Bürgerrechtler mitzukommen zu einem Verhör. Ohne Verdacht zu schöpfen, gingen sie mit.
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Erst am Abend schlugen die Mitarbeiter Alarm, nachdem niemand ans Telefon ging. Am nächsten Morgen wurden die Leichen Saidulajewas und Dschabrailows im Kofferraum ihres alten Ladas gefunden. Sie wiesen zahlreiche Schusswunden auf.
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