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Mittwoch, 14.10.2009
Petersburg im Herbst – Hochsaison für Lebensmüde
St. Petersburg. Kalt, nass und windig ist es in der Newa-Metropole geworden. Die Tage werden kürzer, die Nächte immer länger. Depressionen und Selbstmordgedanken haben Hochsaison. Klassische Variante: Der Sprung ins Wasser.
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Der Versuch eines älteren Mannes, mit einem Sprung von der Litejny-Brücke in die kalte Newa seinem Leben ein Ende zu setzen, ging am Dienstag relativ glimpflich mit einem Krankenhausaufenthalt aus.
Der Mann lief nervös auf der Brücke herum und zog damit die Aufmerksamkeit eines Milizpostens auf sich. Als der zu ihm trat, schwang sich der Mann mit den Worten: „Soll doch alles vor die Hunde gehen!“ über das Geländer und landete im Wasser. Nur mit Mühe konnte er mit Hilfe eines Rettungsbootes aus der Newa gezogen werden.
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Eine weitere Brückenepisode trug sich am Mittwochmorgen zu, als ein junger Mann im steifen Wind auf dem Geländer der Kantemirow-Brücke herumbalancierte und sich keinen Deut um die Ausrufe der Passanten scherte, die ihn aufforderten, das gefährliche Spiel besser zu lassen.
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Der eine wie der andere Fall ist ein deutliches Anzeichen für den alljährlichen Ausbruch der latenten psychischen Labilität vieler Bewohner. Das unwirtliche nordische Klima löst in Petersburg Neurosen und Psychosen aller Art aus, seit Peter I. das gewagte Experiment unternahm, eine Metropole aus Wasser und Sumpf zu stampfen.
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