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Jelena Baturina ("Frau Luschkow") ist so reich, dass sie ihr Vermögen nicht totschweigen kann - im Gegensatz zu anderen russischen Politikergattinen (Foto: bse.ru)
Jelena Baturina ("Frau Luschkow") ist so reich, dass sie ihr Vermögen nicht totschweigen kann - im Gegensatz zu anderen russischen Politikergattinen (Foto: bse.ru)
Dienstag, 13.10.2009

Politikerfrauen: Yachtclubs, Villen und Milliarden

Moskau. Zeigt her Eure Gelder! Russlands Präsident Dmitri Medwedew fordert, dass nicht nur Beamte und Politiker, sondern auch deren Ehefrauen ihr Vermögen offenlegen müssen. Das fördert interessante Details zu Tage.

Medwedews eigene Frau Swetlana hat laut Steuererklärung im vergangenen Jahr nichts verdient. Als Vermögen hat sie nur ein Guthaben von 3.000 Euro auf der Bank, einen VW Golf, Baujahr 1999 und gemeinsam mit ihrem Mann eine Wohnung. Die ist mit 367,8 Quadratmetern allerdings riesig.

Medwedews Frau muss sich von ihm aushalten lassen


Ob die Wohnung in Moskau, St. Petersburg oder auf dem Land ist, geht aus der Erklärung nicht hervor, obwohl dies für eine angemessene Bewertung der Immobilie von großer Bedeutung ist. In einigen Lagen der russischen Hauptstadt kostet ein Quadratmeter Wohnfläche weit über 10.000 Dollar.

Verdient hat laut Steuererklärung im vergangenen Jahr auch die Vorgängerin von Swetlana Medwedewa als First Lady Russlands, Ludmila Putina, nichts. Beide Frauen sind aber keine reinen Hausfrauen, sondern in der Wohltätigkeit aktiv.

Reichste Russin ist Frau des Moskauer Oberbürgermeisters


Es gibt aber auch wesentlich geschäftstüchtigere Politiker-Ehefrauen. Das Paradebeispiel dafür ist die Gattin des Moskauer Oberbürgermeisters Juri Luschkow: Jelena Baturina wird als einzige Russin von der Zeitschrift Forbes als Dollar-Milliardärin geführt; und das trotz Krise.

Die resolute Bauunternehmerin ist Besitzerin des Konzerns Inteko. 90 Prozent der Geschäfte wickelt der Konzern in der russischen Hauptstadt ab. Dennoch kann man nicht behaupten, dass Baturina von ihren engen Beziehungen zur Stadtverwaltung profitiert – denn so eine Behauptung kann teuer werden, Baturina klagt gegen derart „infame“ Unterstellungen regelmäßig und vor Moskauer Gerichten auch erfolgreich.

Verdienen am Aktienmarkt in Krisenzeiten


Im Vergleich zu Baturina haben alle anderen Politiker-Ehefrauen deutlich weniger verdient. Das Einkommen von Olga Schuwalowa, Gattin des Vize-Premiers Igor Schuwalow, kann sich trotzdem sehen lassen. Umgerechnet 8,3 Millionen Euro verdiente sie 2008.

Dabei musste sie für das Einkommen nicht einmal arbeiten. Inoffiziellen Angaben nach handelt es sich um Erlöse aus Wertpapiergeschäften, was für ein ausgezeichnetes Gespür bei der Aktienbewertung spricht, schließlich verlief das Börsenjahr 2008 für die meisten Anleger katastrophal. Verdienen konnte nur, wer rechtzeitig wusste, wann er aussteigen muss.

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• Der Tod des Paten - ein Lehrstück aus der Unterwelt (12.10.2009)
• Russlands Oligarchen um 380 Milliarden Dollar leichter (17.04.2009)
• Putin: 100.000 Euro Jahresgehalt und zwei Oldtimer (07.04.2009)
• Baturina verkauft Gazprom-Aktien, um Konzern zu retten (23.03.2009)
• Würden russische Frauen Putin heiraten? (06.05.2008)

Ein Yachtclub zur Entspannung


Natalja Prichodko, Gattin von Präsidentenberater Sergej Prichodko, hat laut Steuererklärung 2008 nur 52.000 Euro verdient. Dafür ist sie stolze Besitzerin einer Yacht für rund 320.000 Euro sowie eines kleinen Yachtclubs bei Moskau.

Der Club verwöhnt seine Gäste mit Billardhalle, Bar und Diskothek sowie einem eigenen Tennisplatz. Zudem können Yachten in der Bucht nicht nur im Sommer ankern, sondern im langen und kalten russischen Winter auch eingelagert werden. Wie seine Frau zum Geld für einen eigenen Yachtclub kommt, konnte Prichodko nicht erklären.

Pressesprecherin ohne Kontakt zur Presse


Schwer erklären lässt sich auch das Gehalt von Natalja Dubowizkaja, Gattin von Kreml-Ideologe Wladislaw Surkow. Sie verdient als Pressesprecherin der Industriegruppe RKP immerhin 381.000 Euro pro Jahr, „spricht aber wegen der Stellung ihres Manns nicht mit der Presse“, wie das Sekretariat von RKP mitteilte.

Sergej Schoigu muss als Katastrophenschutzminister oft beim Wiederaufbau zerstörter Anlagen und Gebäude mithelfen. Ehefrau Irina unterstützt ihren Mann offensichtlich tatkräftig, denn sie ist Mitinhaberin der Developer-Gesellschaft Barwichi-4 (zusammen übrigens mit Sergej Matwijenko, dem Sohn der Petersburger Gouverneurin Valentina Matwijenko).

Armer Finanzminister


Am wenigsten Geld verdient übrigens ausgerechnet die Frau des russischen Finanzministers Alexej Kudrin. Seine Gattin, Irina Tintjakowa, hat 2008 nur 5.100 Euro für ihre „Mitarbeit bei einer Nachrichtenagentur“ bekommen; bei welcher verrät sie nicht.

Tintjakowa leitet zugleich den von ihr gegründeten Wohltätigkeitsfonds „Sewernaja Korona“ für Kinderheime. Dessen Jahresbudget liegt zwischen 150.000 und 250.000 Dollar, kommt aber tatsächlich Waisen zugute.



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