Zchinwali. Eskalation im Kaukasus. Georgische Truppen haben den Angriff auf Südossetien begonnen. Große Teile der abtrünnigen Teilrepublik sollen sich bereits unter Kontrolle von Tiflis befinden. Es gibt viele Tote.
Bereits am Vortag war es zu einigen Gefechten zwischen Georgien und Südossetien gekommen. Am Abend rief dann Georgiens Präsident Michail Saakaschwili publikumswirksam während einer Fernsehansprache eine einseitige Waffenruhe aus.
Nächtliche Angriffe auf Südossetien
Doch der Waffenstillstand dauerte nur kurz. Bereits in der Nacht flogen georgische Kampfflugzeuge schwere Angriffe auf Südossetien. Nach Angaben Tiflis waren der georgischen Militäroffensive Angriffe zweier südossetischer SU-25 auf georgische Siedlungen vorausgegangen. Allerdings verfügt Südossetien eigentlich nicht über eigene SU-25.
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Russischen Medienberichten zufolge wird die Hauptstadt Südossetiens, Zchinwali, mit Mörsergranaten und Panzern unter Beschuss genommen. Mindestens 15 Zivilisten sollen bei den Angriffen ums Leben gekommen sein. Über die Anzahl der getöteten Soldaten gibt es keine Angaben.
Blauhelmsoldaten bei der Offensive verletzt
Immerhin wurde bekannt, dass bei den Artilleriebeschüssen auch drei Soldaten der russischen Blauhelmtruppen, die in der Konfliktzone zur Überwachung des Waffenstillstands stationiert sind, verletzt wurden. Der Stab der russischen Blauhelmtruppe wurde von mehreren Artillerieschlägen getroffen.
Die georgischen Truppen konnten bei ihrem Vormarsch bislang bereits acht Ortschaften einnehmen, darunter auch Sarabuk. Damit haben sie die Kontrolle über eine strategisch wichtige Höhe gewonnen. Berichte, wonach die georgischen Truppen bereits Zchinwali eingenommen haben, wurden allerdings bislang offiziell noch nicht bestätigt.
Georgiens Premier Wladimir Gurgenidse teilte mit, dass die Militäroffensive fortgesetzt werde. „Unser Ziel ist die Wiederherstellung des Friedens in der Region. Und wir werden nicht aufhören, bis wir unser Ziel erreicht haben“, sagte er.
Russland erhebt schwere Vorwürfe auf der Sitzung des UN-Sicherheitsrates
Unterdessen wurde in New York auf Drängen Moskaus eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates eingerufen. Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin forderte das Gremium auf, den Angriff zu verurteilen. Die meisten Mitglieder des Sicherheitsrates äußerten sich dann auch „höchst besorgt“ über die Lage im Kaukasus und riefen beide Seiten zu einer friedlichen Lösung des Konflikts auf.
Im Laufe der Debatte erhob Tschurkin allerdings schwere Vorwürfe gegen den UN-Sicherheitsrat. Dieser habe versagt, erklärte Tschurkin. „Der UN-Sicherheitsrat konnte in der Vergangenheit keine klaren Signale an die Konfliktparteien, vor allem an Tiflis senden“, meinte der russische Diplomat. Signale, die zu einem Verzicht auf den Angriff geführt hätten.
Zudem kritisierte er, dass die USA Georgien für den Angriff nicht verurteilt hatten. Diese unklare Haltung der USA sei ein Grund für den Angriff Georgiens, das glaube, ungestraft davon zu kommen.
Droht russisch-georgischer Krieg?
Noch während der Sicherheitsrat in New York tagt, will auch das russische Verteidigungsministerium in Moskau zusammentreten. Zchinwali hatte Moskau dazu aufgerufen, die russischen Staatsbürger in Südossetien zu schützen. Auch wenn Moskau die Unabhängigkeit Südossetiens von Tiflis offiziell nicht anerkannt hat, besitzen praktisch alle Südosseten einen russischen Pass. Tausende Flüchtlinge sind bereits ins benachbarte zu Russland gehörende Nordossetien geflohen.
Sollte das russische Militär in den Kampf eingreifen, droht im schlimmsten Fall der Ausbruch eines russisch-georgischen Krieges während des olympischen Friedens von Peking.
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Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)