Topol-M-Raketen können auch Atomsprengköpfe tragen (Foto: TV)
Montag, 01.12.2008
Russland setzt auf Nanotechnologie gegen US-Raumwaffen
Moskau. Neue Runde im Rüstungswettlauf. Russlands Militärführung will Raketen umrüsten, um auf die Bedrohung möglicher US-Weltraumwaffen zu reagieren. Auge um Auge, meint der Chef der Raketenstreitkräfte, Nikolai Solowzow.
„Die USA werden niemals einen Atomschlag auf Russland ausführen können, der nicht umgehend beantwortet wird“, erklärte der Generaloberst. Seinen Angaben nach arbeitet Russland derzeit an einer Umrüstung seiner strategischen Raketen, um auf die geplante Stationierung von amerikanischen Waffensystemen im Weltraum reagieren zu können.
US-Präsident Bush eröffnet den Krieg der Sterne
US-Präsident George Bush hatte im Herbst 2006 den (vorerst) virtuellen „Krieg der Sterne“ eröffnet, indem er Handlungsfreiheit für die USA im Weltraum forderte. Sein Land werde keinen Vertrag unterschreiben, der diese Handlungsfreiheit begrenzt, teilte er damals mit.
Einen von Russland und China eingebrachten Rüstungskontrollvertrag, der ein vollständiges Verbot von Weltraumwaffen vorsieht, lehnten die USA kurz darauf folgerichtig ab. Bisher ist nur das Verbot der Stationierung von Massenvernichtungswaffen im All vertraglich geregelt.
Russische Raketen immun gegen Abfang-Laser
Nun reagiert Moskau auf die amerikanischen Weltraumpläne – zumindest rhetorisch. Der Chef der russischen Raketenstreitkräfte, Nikolai Solowzow, erklärte, dass der geplante Raketenschild der Amerikaner im Weltall keinen Einfluss auf russische Raketen haben werde.
Die Topol-M-Raketen sollen mittels neuester Nanotechnologie deutlich schneller beschleunigen können und dank neuer Spezialbeschichtungen auch gegenüber Laserwaffen immun sein. „Unter allen Umständen“ sei Russland in der Lage, einen Gegenschlag zu führen, warnte Solowzow.
Russische Raketen als Reaktion auf Rüstung im Welt-Raum
In welchem Stadium die Entwicklung der neuen Superwaffen sind, verriet der Militär nicht. Die geplante Fertigstellung ist aber wohl erst im Jahr 2020. Solowzow versprach, dass die Aufrüstung nur in dem Fall realisiert werde, wenn die Amerikaner tatsächlich mit der Stationierung von Weltraumwaffen beginnen.
Sollten die USA ihr Rüstungsprogramm fortsetzen, so werde Russland nicht tatenlos zusehen, warnte er. Bei einem Befehl des russischen Oberbefehlshabers dauere es nicht länger, als zwei – drei Minuten bis die Raketen abgeschossen werden, erklärte Solowzow.
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... und in der Ferne glänzen die goldenen Kreml-Kuppeln vor dem Winterpanorama der Stadt Moskau. Das historische Moskau, das "Goldköpfige" genannt, hatte 40x40 goldene Kirchenkuppeln. ( Topfoto: mig/.rufo)