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Die Lieferungen an die Ukraine werden wieder aufgenommen (Foto: NTW)
Die Lieferungen an die Ukraine werden wieder aufgenommen (Foto: NTW)
Mittwoch, 04.01.2006

Russland und Ukraine beenden Gaskrieg

Moskau. Russland nimmt die am 1. Januar unterbrochenen Gaslieferungen an die Ukraine wieder auf. Nach zähen Verhandlungen einigten sich beide Länder in der Nacht zum Mittwoch auf einen neuen Liefervertrag.

Nach einem nächtlichen Verhandlungs-Marathon traten Gazprom (Gasprom) -Chef Alexej Miller und der Direktor des ukrainischen Energiekonzerns „Naftogas Ukrainy“, Alexej Iwtschenko am Mittwochmorgen vor die Presse und erklärten in knappen Statements, dass der Gasstreit beigelegt sei.

Mit einem langen Händeschütteln begruben sie anschließend den Konflikt, der ganz Europa wochenlang in Atem gehalten hatte. „Der ausgehandelte Kompromiss ist für beide Seiten vorteilhaft“, erklärte Naftogas-Chef Iwtschenko.

Energienotstand in der Westukraine


Nachdem der Konflikt zwischen beiden Ländern in den vergangenen Wochen nahezu täglich weiter eskaliert war, platzte die Nachrichte über die Einigung am Mittwoch in Moskau wie eine Bombe. Noch am Vortag hatte Russland der Ukraine vorgeworfen, russische Lieferungen für Westeuropa anzuzapfen und Gas zu stehlen.

Bei Russland-Aktuell
• Ergebnis des Gaskonfliktes: Russland auf neuer Linie (04.01.2006)
• Ostseepipeline - Modell im Streit Russland - Ukraine (03.01.2006)
• Ukraine: Wahlkampf unter der Gas-Maske beginnt (02.01.2006)
• Ultimo und Ultimatum im Gasstreit Russland - Ukraine (30.12.2005)
Kiew beschuldigte Russland im Gegenzug, turkmenische Gaslieferungen an die Ukraine abzufangen, um eine Energiekrise in dem Land auszulösen. In zwei Regionen der Westukraine wurde trotz angeblich übervoller Gaslager bereits der Energienotstand ausgerufen.

Das in der Nacht unterzeichnete Abkommen sieht nun vor, dass Gazprom der Ukraine Gas zum Preis von 230 statt wie bisher 50 Dollar je 1.000 Kubikmeter verkauft. Allerdings werden zukünftig alle Gasgeschäfte zwischen beiden Ländern durch das Vermittler-Unternehmen „Rosukrenergo“, ein Joint Venture der österreichischen Raiffeisenbank und der Gazprombank, abgewickelt. „Rosukrenergo“ liefert der Ukraine eine Mischung aus russischem, usbekischen und turkmenischen Gas zu einem Preis von 95 Dollar.

Beide Seiten wahren ihr Gesicht


Diesen Preis hatte der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko seinen Unterhändlern als Höchstgrenze mit auf den Weg zu den Krisengesprächen gegeben. Zumindest formal haben damit beide Seiten ihre eigentlich unvereinbaren Preisvorstellungen durchsetzen können.

Eine in der Silvester-Nacht von Präsident Putin angebotene Übergangszeit, in der die alten Gastarife weiter gelten sollten, ist in dem Abkommen nicht mehr vorgesehen.

Der Gastransit nach Europa wird stabilisiert


Das zweite, für Gazprom nicht weniger wichtige Ergebnis der nächtlichen Verhandlungen ist eine Einigung über die Transitlieferungen von russischem Erdgas an Abnehmer in Westeuropa und auf dem Balkan. Der Tarif für die Transitgebühren wird von 1,09 Dollar auf 1,6 Dollar pro 1.000 Kubikmeter Gas und 100 Kilometer angehoben.

Die störungsfreie Abwicklung der Gasexperte nach Westen sei damit für die kommenden fünf Jahre garantiert, heißt es nun bei Gazprom. Darüberhinaus wollen Rosukrenergo und Naftogas ein Joint Venture für die Belieferung ukrainischer Abnehmer mit Erdgas gründen.

Streit mit Moldawien ebenfalls vor Auflösung



Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow kündigte an, in Kürze werde auch mit Moldawien ein neuer Liefervertrag abgeschlossen. „Die Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluss“, sagte er.

Die Lieferungen an die zwischen der Ukraine und Rumänien gelegene GUS-Republik waren ebenfalls zum Jahresbeginn eingestellt worden, weil die Preisforderungen aus Moskau auch in der moldawischen Hauptstadt Chisinau (Kischinjow) zurückgewiesen wurden.

Nach dem Wochen langen Nervenkrieg zwischen den beiden Nachbarländern überwog in Moskau die Erleichterung über das Ende des Gaskrieges. Lediglich der populistische Duma-Vizechef Wladimir Schirinowski forderte, ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss müsse die Vereinbarungen überprüfen. „Die Ukraine hat Russland ein weiteres Mal betrogen“, vermutete der rechtslastige Polit-Clown.

(kp/.rufo)


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