Geldwäscheverdacht: Kein US-Visum für Vizeminister
Binnenwasserwege für ausländische Yachten jetzt frei
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Michail Saakaschwili: Hat den Angriff befohlen - als Prävention. (Foto: TV)
Michail Saakaschwili: Hat den Angriff befohlen - als Prävention. (Foto: TV)
Montag, 01.12.2008

Saakaschwili: Ja, wir haben den Angriffsbefehl gegeben

Moskau. Er habe „aus Angst vor russischer Aggression“ den Angriff auf Südossetien befohlen, sagt Georgiens Präsident Saakaschwili – und vergleicht Medwedew mit Hitler. Derweil befürchtet der FSB neue georgische Attentate.

In seiner Aussage vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Tiflis hatte Michail Saakaschwili bereits Ende vergangener Woche eingeräumt, er selbst habe tatsächlich den Befehl zum Beginn der Militäroperation gegen Zchinwali und Südossetien gegeben. In einem Interview mit der italienischen Zeitung La Stampa wiederholt er dies nun.

Angriff auf Südossetien war ein Präventivschlag


Der georgische Angriff auf Südossetien sei allerdings ein Präventivschlag gewesen, argumentiert Saakaschwili. Es habe Informationen der georgischen Aufklärung gegeben, dass „hunderte von Panzern und schwerer Technik an der georgischen Grenze konzentriert worden seien.“

Ausserdem könne die georgische „Intervention in Südossetien“ nicht als Krieg bezeichnet werden, erklärt Saakaschwili, weil Georgien auf dem eigenen Territorium gekämpft habe. Tatsächlich betrachtet Georgien Südossetien und Abchasien immer noch als sein eigenes Staatsgebiet.

Die Konzentration der russischen 58.Division an der russisch-südossetischen Grenze, die es tatsächlich seit einigen Jahren gegeben hat, ist darum aus der Sicht Saakaschwilis eine Bedrohung an der georgischen Grenze.

Russische Panzer und schwere Artillerie waren allerdings seit Jahren immer nördlich des Roki-Tunnels stationiert, der die Grenze zwischen Russland und Südossetien markiert. Sie standen seit Jahren als strategische Eingreifreserve für die Friedenstruppen im Süden für den Fall bereit, der dann von Saakaschwili im August ausgelöst wurde.

Bei Russland-Aktuell
• Attentäter sprengen Brücke in Südossetien (31.10.2008)
• Abchasien: EU-Beobachter tun nichts gegen Anschläge (27.10.2008)
• Russland baut Garnison in Südossetien auf (10.10.2008)
• Südossetien schreibt Saakaschwili zur Fahndung aus (29.09.2008)
• Unterschätzt: nannte Saakaschwili Putin "Liliputin"? (28.11.2008)

Gleichsetzung Russlands mit Hitler-Deutschland kann eine Generalausrede für Präventivschläge aller Art sein


Erstmals seit „der nazistischen Okkupation Europas“ habe also Russland ein demokratisches Land in Europa angegriffen, sagt Saakaschwili in dem Interview. Tatsächlich kann die leichtfertige Gleichsetzung Russlands mit Hitler-Deutschland bequem als Generalabsolution für Präventivschläge aller Art genutzt werden.

Derweil beschäftigt sich der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit publizistischer Generalprävention: die georgischen Geheimdienste könnten neue Anschläge gegen russische Militärpräsenz in Südossetien und Abchasien vorbereiten, heisst es.

FSB-General betreibt publizistische Generalprävention: "Georgien bereitet Anschläge vor"


In einem Interview mit der Tageszeitung Komsomolskaja Prawda erklärt Generalleutnant Wladimir Nossow, Vizechef der Militärabwehrabteilung beim FSB, Georgien verstärke seine „Diversionstätigkeit gegen das russische Kontingent“.

Ausserdem, so der General, hätten die georgischen Schlapphüte seit dem Herbst verstärkt versucht, russische Staatsbürger georgischer Abstammung anzuwerben, darunter auch Militärangehörige. Einige der Betroffenen seien bei Familienbesuchen in Georgien festgenommen und dann gezwungen worden, „fabrizierte Geständnisse“ abzulegen.

So sollen die russischen Militärs angeblich nach Georgien geschickt worden sein, um Saakaschwili zu töten und die Regierung zu stürzen. In Kürze werde es entsprechende Veröffentlichungen in Georgien geben, sagt Generalleutnant Nossow.



Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Montag, 01.12.2008
Zurück zur Hauptseite








Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)






Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
André Ballin, Moskau

Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
St.Petersburg
Nach dem Schwulengesetz: „Wir wollen uns mehr zeigen!“
Kopf der Woche
Deripaska setzt auf Ex-Stasi-Agent und Putin-Spezi
Kommentar
G-8 u ASEAN: russische-amerikanische Beziehungsprobleme
Moskau
Protest-Lager: Barrikadnaja statt Saubere Teiche
Thema der Woche
Ämtertausch vollendet: Medwedew ist Premierminister
Kaliningrad
AirBerlin nimmt Kaliningrad wieder in Flugplan auf
Der Russland-Aktuell
Nachrichten-Monitor
Montag, 28. Mai
10:22 

Orenburg wirft ausländische Studenten aus Wohnheim

08:51 

Opposition beantragt neuen Protestmarsch am 12. Juni

01:03 

Geschichte Russland: Rust landet auf dem Roten Platz

Sonntag, 27. Mai
01:03 

Russland Geschichte: St. Petersburg und Tsuschima

Samstag, 26. Mai
01:03 

Geschichte Russland: Nikolaus II. wird gekrönt

Freitag, 25. Mai
20:02 

CH-Staatsanwälte legen Deripaska-Klagen zu den Akten

18:27 

Geldwäscheverdacht: Kein US-Visum für Vizeminister

18:03 

Baku: Missklänge beim Grand Prix – vorrangig politisch

17:09 

26-facher Mumienmacher muss in psychiatrische Klinik

16:26 

Medwedew will „Einiges Russland“ intern demokratisieren

14:37 

Russische Motorradfahrer im Irak freigelassen

13:28 

Fünf Tote: Familientragödie unter Russen in den USA

12:47 

Schlägerei bei Sprach-Debatte im ukrainischen Parlament

11:09 

Binnenwasserwege für ausländische Yachten jetzt frei

09:27 

Ferien! Heute letzter Schultag für Russlands Schüler

01:03 

Russland Geschichte: Aus finstersten Tiefen

Donnerstag, 24. Mai
18:22 

ESC: udmurtische Äffin sagt Sieg der Babuschki voraus

17:57 

Russland verliert Raketen-Radarstation in Aserbaidschan

17:22 

Trotz Timoschenko: Polen und Ukraine erwarten gute EM

16:14 

Nach dem Schwulengesetz: „Wir wollen uns zeigen!“

15:04 

Alu-Zar Deripaska verliert Petersburger Großprojekt?

13:58 

Minister verspricht Abschleppdienst per Helikopter

12:42 

Irak: Vier russische Biker sitzen in Militär-Gefängnis

12:13 

Vergewaltigtes Kind im Müllschlucker: 22,5 Jahre Haft

10:53 

Kremlwache kauft Atomschlag-sichere Kinder-Wiegen

09:23 

Demonstrantenführer Udalzow wieder auf freiem Fuß

01:03 

Geschichte Russland: Die „Aurora“ läuft vom Stapel

Mittwoch, 23. Mai
18:23 

Moskauer sollen eigene Speakers Corners bestimmen

17:53 

Ukraine lehnt Behandlung von Häftlingen im Ausland ab

17:13 

Verletzte bei Bruchlandung von Militärflugzeug

16:24 

Vor der EM: Sportjournalist pöbelt über Nationalspieler

15:11 

Tschetschenische Saurier-Eier sind profane Steine

13:51 

Kapitalflucht aus Russland kann auf 100 Mrd. USD steigen

12:35 

Anti-Alkoholkampagne: Wodka in Jakutien nur nachmittags

12:04 

Rosneft-Boss Setschin – der Mann, der Yukos beerbte

Unseren kompletten
aktuellen News-Uberblick
finden Sie bei
russland-news.RU

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell








google.com
yahoo.com