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Die föderalen Einheiten in Tschetschenien sollen um die Hälfte reduziert werden (Foto: Tutow/.rufo)
Die föderalen Einheiten in Tschetschenien sollen um die Hälfte reduziert werden (Foto: Tutow/.rufo)
Donnerstag, 10.08.2006

Truppenabzug und neue Anschläge im Kaukasus

Moskau. Drei große Anschläge innerhalb einer Woche erschüttern den Kaukasus. Von einer Aufgabe der Separatisten nach dem Tod Bassajews ist nichts zu spüren. Dennoch werden russische Truppen aus Tschetschenien abgezogen.

In der Nacht zum Donnerstag explodierten zwei Sprengsätze vor dem Haus des Staatsanwalts der inguschetischen Hauptstadt Nasran, Girichan Chasbijew. Anschließend warfen Unbekannte noch mehrere Handgranaten auf das Grundstück. Der Staatsanwalt wurde bei dem Attentat nicht verletzt, doch sein jüngster Bruder kam ums Leben. 13 weitere Personen, Verwandte Chasbijews und Nachbarn, wurden zum Teil schwer verletzt.

Ermittlungen gegen die Terroristen laufen an


Vier Menschen befinden sich derzeit auf der Intensivstation. Der Zustand der übrigen Verletzten wird von den Ärzten als mittelschwer eingeschätzt. Alle Opfer weisen zahlreiche Splitterwunden auf.

Die Ermittler leiteten ein Strafverfahren gegen die bislang unbekannten Täter wegen Mordes, Mordversuchs an einem Staatsbeamten, Terrorismus und unerlaubten Waffenbesitzes ein. Der stellvertretende Staatsanwalt der Republik Inguschetien, Dmitri Guruljew, erklärte, der Anschlag stehe klar im Zusammenhang mit dem Beruf Chasbijews.

Doppelanschlag auf hohe Staatsbeamte in Dagestan


Schon zuvor war am Dienstag der Staatsanwalt der dagestanischen Stadt Buinaksk, Bitar Bitarow, einem Terroranschlag zum Opfer gefallen. Bitarow war auf dem Weg zur Arbeit als ein am Straßenrand geparktes Fahrzeug in die Luft flog. Der Staatsanwalt wurde dabei so schwer verletzt, dass er Stunden später im Krankenhaus starb.

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• Dagestan: Staatsanwalt bei Bombenanschlag umgekommen (08.08.2006)
• Tschetschenien: Memorial beklagt Klima der Angst (03.08.2006)
• Tschetschenien: Erstmals Erfolg in Straßburg (28.07.2006)
• Russland hofft auf Frieden nach Bassajews Tod (10.07.2006)
• Inguschetien: Ober-Terrorist Bassajew ist tot (10.07.2006)
Als eine Stunde später der Innenminister der Republik, Adilgerej Magomedtagirow nach Buinaksk fuhr, um die Ermittlungen im Fall Bitarow zu leiten, wurde auch auf ihn ein Attentat verübt. Der Minister überlebte dank seines gepanzerten Fahrzeugs den Anschlag leicht verletzt. Zwei Leibwächter jedoch kamen bei dem Schusswechsel ums Leben, ein dritter wurde schwer verletzt.

Chalilow neuer Anführer der Untergrundkämpfer?


Diesen Doppelanschlag habe der Nachfolger des kürzlich umgekommenen Terroristen Schamil Bassajew, ein gewisser Rappani Chalilow, geplant und organisiert, will die Tageszeitung „Wremja Nowostjej“ herausgefunden haben. Chalilow gilt als „Emir der dagestanischen Mudschaheddin“.

Ihm wird der Anschlag in der dagestanischen Hafenstadt Kaspisk im Jahre 2002 vorgeworfen, bei dem über 30 Menschen ums Leben kamen und über 130 verletzt wurden. Wie Bassajew wurde auch Chalilow von den Behörden bereits mehrfach für tot erklärt. Möglich, dass er Bassajew nun als Kopf der Terroristen ablösen wird.

Amnestieangebot bringt bisher nicht die erhoffte Ruhe


Die neuerliche Welle der Gewalt im Kaukasus zeigt, dass die Rechnung der Behörden bislang nicht aufgeht. Nach dem Tod Bassajews hatte Russlands Geheimdienstchef Nikolai Patruschew den Untergrundkämpfern eine Amnestie angeboten. Die ursprünglich bis Anfang August geltende Offerte wurde inzwischen bis Ende September verlängert. Der Kreml hoffte, dass die Separatisten nach dem Tod des bekanntesten Feldkommandeurs resignieren würden. Die Anschläge in dieser Woche zeichnen zumindest ein anderes Bild.

Trotz der offensichtlich nicht nachlassenden Gewalt verbreitet die Armeeführung im Kaukasus Optimismus: „Nach der Vernichtung Schamil Bassajews gibt es keine zu massivem Widerstand fähige Banden in Tschetschenien mehr. Mit den übrigen verstreuten Kampfgruppen wird die örtliche Miliz glänzend fertig“, sagte der Pressesprecher der Innenministeriumstruppen, Wassili Pantschenko.

Kreml zieht Truppen aus Tschetschenien ab – Kadyrow bleibt alleiniges Machtzentrum in der Republik


Deshalb will Präsident Wladimir Putin Truppen aus Tschetschenien abziehen. Von den derzeit stationierten etwa 50.000 Soldaten föderaler Einheiten soll nach 2008 nur noch die Hälfte bleiben. Damit gehe die Kontrolle in der Kaukasus-Republik endgültig an den Premier der Republik Ramsan Kadyrow über, kommentiert die Tageszeitung „Kommersant“ die Entscheidung.

Kadyrow stehen etwa 20.000 regionale und ihm persönlich absolut loyale Einsatzkräfte in Tschetschenien zur Verfügung. Der tschetschenische Premier konnte bei seiner Kremlvisite Putin offensichtlich davon überzeugen, dass seine Einheiten allein mit dem Terror in der Kaukasusrepublik fertig werden.

Politische Beobachter gehen nun davon aus, dass Kadyrow in Kürze Präsident Alu Alchanow auf dem Posten ablösen wird. Im Herbst wird Kadyrow 30 Jahre alt. Damit hat er die von der Verfassung vorgegebene Mindestaltersgrenze erreicht. Die politische Macht in der Republik hat Kadyrow durch seine Leibgarde sowieso seit Langem inne. Einzig die Kontrolle über die regionale Filale der Ölgesellschaft Rosneft fehlt Kadyrow noch zur uneingeschränkten Kontrolle in Tschetschenien.

(ab/.rufo)


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