Wahl auf turkmenisch: 97 Prozent für Berdymuhammedow
Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Hugo Chavez ist Moskaus "teurer Freund" in Südamerika (Foto: ORT)
Hugo Chavez ist Moskaus "teurer Freund" in Südamerika (Foto: ORT)
Dienstag, 15.09.2009

Venezuela-Russland: Waffen und Geld für Anerkennung

Moskau/Caracas. Russland liefert Venezuela Luftabwehrraketen und Panzer – und bezahlt sie erst einmal selbst. Außerdem hat sich das russische Ölbusiness für 1 Mrd. Dollar in ein venezolanisches Ölfeld eingekauft.

Nach und nach kommen die Vereinbarungen ans Licht, die letzte Woche Venezuelas extrovertierter Machthaber Hugo Chavez bei seinem Besuch in Moskau getroffen hat. Er erfreute den Kreml dabei mit der Erklärung, sein Land erkenne „mit heutiger Wirkung“ die Unabhängigkeit der von Russland protegierten Kaukasus-Kleinstaaten Abchasien und Südossetien an.

Panzer und Raketen im Austausch für Affront gegen Georgien


Wie sich jetzt zeigt, hat sich der umstrittene Caudillo für seine Sympathiebekundung für Russlands Kaukasus-Politik offenbar einige Gegenleistungen erhandelt, die Moskau nicht gerade billig kommen.

Bei Russland-Aktuell
• OPEC fühlt sich von Russland mit Öl angeschmiert (14.09.2009)
• Chavez: Venezuela erkennt Abchasien und Südossetien an (10.09.2009)
• Visafreiheit zwischen Russland und Venezuela (06.03.2009)
• Chavez dementiert: Keine Militärbasis für Russland (16.03.2009)
• Nostalgie: Medwedew brät Speck für Castro am Lagerfeuer (29.01.2009)
Wie Chavez bei seiner allsonntäglichen TV-Livesendung selbst darlegte, hat Russland Venezuela einen Kredit über 2,2 Mrd. Dollar eingeräumt. Für dieses Geld wird Caracas die russischen Luftabwehrsysteme S-300, Buk-M2 und Petschora bekommen. Sie sollen strategische Objekte wie Kraftwerke, Raffinerien, Militärstandorte und auch die Hauptstadt Caracas schützen – und zwar vorrangig vor einer möglichen US-Aggression, wie er durchblicken ließ.

Außerdem werde sein Land 92 Panzer vom Typ T-72 und einige T-90 erhalten, da die eigenen „schon 30 Jahre, und einige sogar 50 Jahre alt sind“.

Chavez - Moskaus teurer Freund


„Chavez hat wieder einmal unter Beweis gestellt, dass eine Freundschaft mit ihm ziemlich teuer kommt. Voraussichtlich wird dieser Waffenkredit irgendwann einmal abgeschrieben und irgendwelche Dividenden außer der Anerkennung (von Abchasien und Südossetien, d. Red.) kann Russland daraus nicht ziehen, so Wladimir Semago, der Vizevorsitzende des russisch-venezolanischen Handelsrates gegenüber der Zeitung „Kommersant“.

Russische Öl-Multis engagieren sich am Orinoco


Das russische Big Business profitiert allerdings auch von den Sonderbeziehungen zwischen Russland und seinem Vorzugs-Partner in Südamerika: Ein Konsortium aus den fünf führenden russischen Ölkonzernen durfte sich in ein Joint-Venture zur Ausbeutung des Ölfeldes Junin-6 am Orinoco einkaufen, dessen Ressourcen auf über 5 Mrd. Tonnen veranlagt werden. Allerdings gilt das dortige besonders zähflüssige Öl als „das schlechteste der Welt“ – es muss erst in aufwändigen Anlagen aufbereitet werden.

Milliarden-Investitionen stehen bevor


Auch für dieses Engagement müssen die Moskauer Multis Gazprom, Rosneft, Lukoil, Surgutneftegas und TNK-BP erst einmal kräftig zahlen: Eine Milliarde Dollar betrug der Einstandspreis – wobei die Chavez-Delegation zunächst 1,5 Mrd. gefordert hatte. Nach venezolanischem Gesetz beträgt der Anteil des Staatskonzerns PDVSA zudem mindestens 60 Prozent.

Laut Venezuelas Energieminister Rafael Ramirez kostet es die Junin-6-Teilhaber dann noch weitere 20 Mrd. Dollar an Investitionen, um den klebrigen Schatz im großen Stil fördern und aufbereiten zu können.

Stürzt Chavez, geht das Geld den Orinoco hinunter


Die Waffenlieferungen und Öl-Konzessionen am Orinoco sind zudem mit einem beträchtlichen politischen Risiko belastet: Sollte Chavez gestürzt werden, könnte ein neues Regime diese Vereinbarungen als nichtig erklären, warnt Semago. „Die russische Führung will nicht verstehen, dass die politische Situation in Venezuela äußerst instabil ist“, so der Experte.

Doch der Kreml setzt, wohl weil ihm sonst leidlich starke Verbündete (Nicaragua und Kuba sind schließlich vernachlässigbare Größen) in der amerikanischen Hemisphäre fehlen, voll auf den selbstherrlichen Machthaber Chavez.



Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Dienstag, 15.09.2009
Zurück zur Hauptseite








... und in der Ferne glänzen die goldenen Kreml-Kuppeln vor dem Winterpanorama der Stadt Moskau. Das historische Moskau, das "Goldköpfige" genannt, hatte 40x40 goldene Kirchenkuppeln. ( Topfoto: mig/.rufo)




Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
Susanne Brammerloh, St.Petersburg

Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
Kopf der Woche
Wahlkampf auf südossetisch: Staatsanwalt wird entlassen
Kommentar
Sozial und gerecht: Putin verteilt Wahlgeschenke an alle
St.Petersburg
Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal
Thema der Woche
Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa
Moskau
Präsidentenwahl: für Putin 28, für Sjuganow 22 Prozent
Kaliningrad
Moskaus Ex-Bürgermeister macht jetzt Mist in Ostpreußen
Der Russland-Aktuell
Nachrichten-Monitor
Montag, 13. Februar
15:49 

Wahl auf turkmenisch: 97 Prozent für Berdymuhammedow

14:51 

Baustelle am Kreml – weiter unklar, was dort entsteht

13:49 

Wahlkampf auf südossetisch: Staatsanwalt wird entlassen

12:38 

Hurra! Kältefrei! Schule in Moskau fällt wegen Frost aus

10:46 

Sozial und gerecht: Putin verteilt Wahlgeschenke an alle

09:53 

GLONASS Navigations- und Ortungsgeräte werden Pflicht

09:02 

VTB-Chef: Putin wählen, damit er in 6 Jahren abtritt

01:01 

Russland Geschichte: Ein Sänger und ein Vizeadmiral

Sonntag, 12. Februar
01:01 

Russland Geschichte: Ochrana, Kant, Tadschikistan

Samstag, 11. Februar
02:15 

Russland Geschichte: Iran und Russland vor einem Krieg

Freitag, 10. Februar
18:47 

Offizielle Umfragewerte: Putin im 1. Wahlgang durch

18:13 

9. Russlandlounge: Russland und der deutsche Markt

17:09 

Viel Wind um nichts: 25 Euro Strafe für Putin-Demo

16:14 

Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal

15:22 

Sotschi-2014: Ski-Weltcup als erste Bewährungsprobe

13:45 

Der potomkinsche Express-Bus - langsam und unbequem

12:48 

Politischer Karneval und Menschenkette um den Kreml

12:15 

Chodorkowski gewinnt Gerichtsverfahren gegen Lagerchef

11:01 

Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa

09:12 

Nach Überfall - Siegerin bei Präsidentenwahlen im Koma

01:01 

Russland Geschichte: Pasternak geboren

Donnerstag, 9. Februar
18:45 

KHL: Hockeyclubs fliegen nur noch mit Airbus und Boeing

18:17 

Putin will freie Januartage auf Anfang Mai verschieben

17:24 

Gorbatschow möchte Wählerliga anführen, soll aber nicht

16:37 

Putin plant patriotisches Meeting mit 200.000 Menschen

15:55 

Skepsis gegen schweizer Riesenpaar Glencore-Xtrata

15:18 

Fußball: Spalletti verlängert Vertrag bei Zenit SPb.

14:01 

Super-Flugzeugträger: Kosmos- und Unterwasser-Einsatz

11:40 

Präsidentenwahl: für Putin 28, für Sjuganow 22 Prozent

10:26 

Neue Atom-U-Boote und Atomraketen für Russland in 2012

09:02 

Noch ein Moskauer Jugendlicher springt in den Tod

01:01 

Russland Geschichte: Dostojewski gestorben

Mittwoch, 8. Februar
18:47 

Russische Forscher erreichen Antarktis-See unter Eis

18:25 

Nächste Pro-und Anti-Putin-Demos nicht mehr weit

17:53 

Deutsche Wirtschaft begrüßt Abkommen mit Kasachstan

Unseren kompletten
aktuellen News-Uberblick
finden Sie bei
russland-news.RU

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell






google.com
yahoo.com