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| Der Gasriese Gazprom hat nun auch das Monopol über den Petersburger Fußball erworben. Foto: www.newsru.com | |
Freitag, 23.12.2005
Gazprom schluckt Zenit
St. Petersburg. Nun ist es amtlich – der russische Gasmonopolist Gazprom hat das Aktienkontrollpaket des FC Zenit erworben. Auf den Verein kommt viel Geld und eine härtere Gangart zu.
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Gazprom war bereits Hauptsponsor und Halter von 20 Prozent der Zenit-Aktien. Mit dem Kauf des 55 Prozent hohen Anteils der Bank „St. Petersburg“ besitzt der Gasgigant nun 75 Prozent und ist damit der neue Herr im Hause Zenit.
Der Gas-Weltmeister will nun Siege sehen
Im Hauptbüro an der ul. Nekrassowa geht damit das Stühlerücken los. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende David Traktowenko hat seinen Posten bereits an Sergej Furssenko, den Leiter der Gazprom-Tochter Lentransgaz und Bruder des russischen Kulturministers, abgegeben.
Furssenko gab am Freitag auch gleich den Kurs an, auf dem Zenit sich in Zukunft fortbewegen soll. Nach der Vertragsunterzeichnung trat er mit einem Fanschal mit der Aufschrift „Zenit ist Champion!“ um den Hals vor die versammelten Journalisten und verkündete, von nun an ginge es bei Zenit ausschließlich um Effektivität und Disziplin.
Und vor allem um den Sieg. Furssenko: “Gazprom ist Weltmeister in der Gas-Branche, und unsere Mannschaft muss alle Wettbewerbe gewinnen, an denen sie teilnimmt.“ Konkret: Zenit soll 2006 den UEFA-Cup und die Landesmeisterschaft holen. Alles andere wäre für den neuen Boss eine herbe Enttäuschung.
Wer nicht mithält, muss gehen
Effektiv und diszipliniert und mit dem Sieg im Auge – diesen Gazprom-Stil müssen von nun an alle Zenit-Mitarbeiter zu ihrer Maxime erheben. Wer da nicht mithält, wird sofort ausgewechselt. Da kommen auch auf Wlastimil Petrzela harte Zeiten zu, denn bisher hatte die Clubführung dem Cheftrainer sehr viel Freiheit in seinen Entscheidungen gewährt.
Zu den anstehenden Transfers befragt, bestätigte Furssenko, dass drei bis vier neue Mittelfeldspieler kommen sollen. Namen nannte er nicht. Zum Verkauf stünde aber keiner an, denn: „Wir sind kein Geschäft zum Verkauf von Fußballspielern.“ Veteran Alexander Gorschkow soll dem Club auch weiterhin erhalten bleiben.
Finanzspritzen für die Infrastruktur
Gazprom will neben der Finanzierung des neuen Stadions auch Geld in die Verbesserung der Infrastruktur des Vereins investieren. Die Trainingsbasis in Udelnaja bekommt neue Felder, die Sportschulen „Smena“ und „Zenit“ können auf großzügige finanzielle Unterstützung hoffen, die Arbeit mit der zweiten Mannschaft soll in prinzipiell andere Bahnen gelenkt werden.
Das Nachsehen hat ZSKA
Kommen auf Zenit jetzt rosarote Zeiten zu? Über Geldmangel wird sich der Club jedenfalls nicht beklagen können. Gazprom ist das zurzeit potenteste Unternehmen des Landes und hat das Wohlwollen der Mächtigen im Kreml auf seiner Seite.
Nachdem Gazprom den Ölkonzern Sibneft schluckte und ihn zwang, den lukrativen Sponsorenvertrag mit dem Moskauer Club ZSKA (54 Millionen Dollar über drei Jahre verteilt) aufzukündigen, müsste das Geld nun eigentlich nach St. Petersburg fließen.
Zahlen werden zwar noch keine genannt, aber Eingeweihte gehen davon aus, dass Zenits Budget von zurzeit 30 Millionen Dollar im nächsten Jahr auf das Doppelte steigen wird.
(sb/.rufo)
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