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Ostausschuss-Vorsitzender Eckhard Cordes, ein ausgewiesener Gegner von scharfen Russland-Sanktionen, war zu hochrangigen Gesprächen in Moskau (Foto: Sebastian Derungs/wp)
Ostausschuss-Vorsitzender Eckhard Cordes, ein ausgewiesener Gegner von scharfen Russland-Sanktionen, war zu hochrangigen Gesprächen in Moskau (Foto: Sebastian Derungs/wp)
Donnerstag, 06.11.2014

Deutsche Business-Elite hält den Draht zu Moskau warm

Moskau. Eine hochrangige Delegation deutscher Unternehmen hat in Moskau Gespräche mit der russischen Regierung geführt. Der vorher nicht öffentlich angekündigte Besuch soll die Business-Elite „ermutigt“ haben.

Nach Angaben der Moskauer Zeitung „Kommersant“ traf die vom Vorsitzenden des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, geleitete Delegation am Mittwoch mit dem Ersten Vizepremier Igor Schuwalow und mit Außenminister Sergej Lawrow zusammen. Wie die Zeitung berichtet, ging es bei den Gesprächen vorrangig darum, wie die beidseitigen Geschäftskontakte trotz der Sanktionen und der Spannungen zwischen Russland und der EU aufrechterhalten werden können.

Stille Wirtschaftsdiplomatie in Sanktions-Zeiten


Dem Bericht zufolge wurde die eintägige Reise der etwa 15 hochrangigen Wirtschaftsvertreter im Stillen vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft organisiert. Ein Sprecher des Ost-Ausschusses bestätigte nach Angaben der Zeitung das Treffen. Dabei sei es um die deutsch-russischen Wirtschaftskontakte und Wege aus der gegenwärtigen Krisensituation gegangen. Details könnten jedoch nicht bekannt gegeben werden, da die Zusammenkunft nicht-öffentlichen und vertraulichen Charakter gehabt habe.

Im März war Siemens-Chef Joe Kaeser in Deutschland heftig in die Kritik geraten, weil er sich mitten in der Krim-Krise in Moskau mit Präsident Wladimir Putin getroffen hatte. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte damals, sie habe grundsätzlich nichts dagegen, wenn die deutsche Wirtschaft weiterhin ihre Beziehung nach Russland pflege.

Siemens, Metro und Daimler mit von der Partie


Wie die Zeitung unter Berufung auf eine „der Delegation nahestehende Quelle“ berichtet, gehörten der Unternehmer-Gruppe unter anderem der Wintershall-Vorstandschef Rainer Seele, Metro-Vorstandschef Olaf Koch, der Cheflobbyist der Daimler AG, Eckart von Klaeden, sowie Dietrich Möller, der Chef der Siemens AG in Russland, an.

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Dem Bericht zufolge hätten die nun angereisten Vertreter der deutschen Wirtschaft in den letzten Monaten vergeblich versucht, die Bundesregierung von der Verhängung weiterer Sanktionen gegen Russland abzubringen. Nun sei es ihnen darum gegangen, wenigstens die bestehenden Geschäftskontakte unter den Bedingungen der Sanktionen und der außenpolitischen Krise zu erhalten. Dies scheint in gewissem Rahmen auch geglückt zu sein: Die deutschen Unternehmer seien nach ihren Gesprächen „ermutigt“ abgereist, hieß es.

Ostausschuss strikt gegen weitere Sanktionen


Delegationschef Cordes hatte Mitte September in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung die damals erfolgte Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Russland scharf kritisiert. Die Wirtschaftssanktionen hätten keinen sichtbaren Fortschritt gebracht, so Cordes. „Politische Probleme müssen politisch gelöst werden, durch Gespräche und Verhandlungen.“

Im deutschen Mittelstand herrsche große Frustration über die Sanktionen, erklärte Cordes. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen, die einen wesentlichen Teil ihres Geschäfts in Russland haben und nicht einfach auf andere Märkte ausweichen können, sehen sich in ihrer Existenz bedroht."

Schmerzhafter Einbruch im Russlandgeschäft


Aber auch das deutsche Big Business ist über den Rückgang des Geschäftsvolumens mit Russland alles andere als glücklich. Nach den jüngsten Daten des Bundesstatistikamtes ging der Export nach Russland von Januar bis August 2014 um 16,6 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum zurück. Der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer VDMA rechnet für 2014 sogar mit einem Rückgang von bis zu 35 Prozent im Russlandgeschäft. Bis dato war Russland der viertgrößte Auslandsmarkt für die deutschen Hersteller von Industrieanlagen und Ausrüstungen.

Für die Einbußen können aber nicht allein die Sanktionen und politischen Spannungen verantwortlich gemacht werden: Schon Ende letzten Jahres machte sich in Russland eine Wirtschaftsflaute bemerkbar.



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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

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Sven 18.12.2014 - 15:12

Merkel regiert gegen das deutsche Volk

Frau Merkel ist der personifizierte \"worst case\" für Deutschland.

Blindwütig Sanktionen verhängend und willfährig mittragend. Ansonsten auf der ganzen Linie \"alternativlos\" handelnd. Deutschland hat etwas besseres verdient.

Liebe russische Bürger, ich und viele Menschen in Deutschland wollen diese Merkelsche Marionettenpolitik nicht. Wir wollen ein friedliches Miteinander mit Russland. Unsere Völker verbindet historische Verantwortung und letztlich viel mehr als uns jemals mit den USA verbinden könnte. Merkel ist dabei nicht der Maßstab. Diese Dame hat bisher nichts verstanden.


Aristoteles 23.11.2014 - 00:56

die aggressive USA ist das Problem

Wer zur Begründung seiner Agression immer nur einen Namen (Putin) nennen kann, dem fehlen offensichtlich Argumente.
adhominem nennt man das,
war schon bei den alten Griechen verboten.
Deutsche Politik darf Deutschland nicht schaden,
so einfach ist das.
Russland liegt wesentlich näher als USA,
nicht nur geographisch!


Aristoteles 23.11.2014 - 00:43

dummer Royaler

die Gefahr ist \"der Westen\".


Royaler 07.11.2014 - 00:29

Plushev Venediktov Olevskiy Loiko

Und nun buchstabieren sie das mal durch.
Und dann wissen sie, wie es um Russland bestellt ist.
Es kommt jetzt zumindest auf eine angemessene Form der vorläufigen
Verabschiedung von der eingeübten Protektion Putins an.
Man macht sich sonst ähnlich schuldig wie die deutsche Machtelite um 33.
P.S.: Soviel Zeit zur Korrektur sollte ja eigentlich sein


Royaler 07.11.2014 - 00:23

Und nun buchstabieren sie das mal durch:

Plushev Venediktov Olevskiy Loiko

Und wissen sie, wie es um Russland bestellt ist.

Es komtt jetzt nur auf eine angemessene Form der vorläufigen Verabschiedung der Protektion Putins an.
Man macht sich sonst ähnlich schuldig für die deutsche Machtelite um 33.


Royaler 06.11.2014 - 18:29

Drähte glühen, Drähte schmelzen

Was ist los bei Echo Moskwo?

Wie schlägt bei den westlichen und östlichen Eliten der Bericht vom Flughafen Donezk ein?

Schmelzen oder glühen, das ist hier die Frage?

Wird Echo Moskwo jetzt platt gehauen.

War das zu viel Enthusiamus, was Echo Moskwo mit Hilfe von L.A.Times gesendet hat.

Zumindest der Archivbeitrag auf Echo Moskwo ist jetzt veschwunden.

Und zum Thema \"heißer Draht\".
Die Redakteure werden gefeuert.

Was sagt das deutsche Business dazu?

Bekommen wir jetzt endgültig auf die Softtour stalinistische Verhältnisse:
Putin gegen Restpresse, die frei berichtet?


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